SEK der Berliner Polizei (Quelle: imago/Wagner)
Bild: imago stock&people/Wagner

Fehlalarm in Zehlendorf - Rentnerin versteht Arzthelferin falsch: SEK stürmt Praxis

Ein Berliner Spezialeinsatzkommando (SEK) hat am Mittwochabend eine Arztpraxis an der Clayallee in Berlin-Zehlendorf gestürmt. Doch einen drohenden Anschlag vereitelten sie damit nicht - es handelte sich um ein Missverständnis.

Einen entsprechenden Bericht der B.Z. bestätigte eine Sprecherin der Berliner Polizei rbb|24 am Donnerstagmorgen. "Eine ältere Patientin hatte telefonisch einen Termin mit der Sprechstundenhilfe ausgemacht und dabei offenkundig etwas falsch verstanden. Daraufhin rief sie bei der Polizei an und berichtete von einem drohenden Anschlag", sagte Polizeisprecherin Patricia Brämer dem rbb.

Bei dem Einsatz sicherten Beamte mit Sturmhauben auf dem Kopf und Maschinenpistolen im Anschlag den Gehweg, während das SEK die Praxis stürmte.

In der Leydenallee in Steglitz fand am Abend des 07.11.2018 ein mehrstündiger SEK-Einsatz statt. Es gab 2 Festnahmen. (Quelle: Morris Pudwell)
In Steglitz nahm das SEK am Mittwochabend zwei Männer fest | Bild: Morris Pudwell

Zweiter SEK-Einsatz in Steglitz

Das SEK rückte am Mittwochabend zudem zu einem zweiten mehrstündigen Einsatz in der Leydenallee in Steglitz aus. Dort brachen die Einsatzkräfte eine Wohnung auf und nahmen zwei Männer fest.

"Ein Anrufer hatte die Polizei wegen Streitigkeiten im Zusammenhang mit Zahlungsforderungen alarmiert. Zudem hieß es, dass jemand gegen seinen Willen in der Wohnung festgehalten wurde", erläuterte Polizeisprecherin Bremer.

Doch der Tatverdacht der Geiselnahme erhärtete sich offenbar nicht. "Es war dann doch nicht so, wie der Anrufer es dargestellt hat", sagte die Polizeisprecherin dazu nur. Ob die Festgenommen inzwischen wieder freigelassen wurden, ist noch unklar.

Kommentar

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13 Kommentare

  1. 13.

    wie ist das mit dem SEK eigentlich? Haben die genug Personal für mehrere Aktionen gleichzeitig? Sind die in Dauerbereitschaft? Ich habe keine Ahnung, aber es kommt mir so "leichtfertig" vor, gleich das SEK zu so etwas zu schicken, wo nicht mal genau klar ist, ob nicht was wichtigeres noch kommen könnte

  2. 12.

    Nun, es geht einfach um den Begriff, den die Polizei verwendet. Das sollte schon richtig dargestellt werden. Und zum anderen habe ich gerade auf Hinweis eines Kollegen (er hat es in der Mopo gelesen) erfahren, dass die Polizei wohl zunächst bei der Praxis angerufen hat, dort aber niemand ans Telefon gegangen ist.

  3. 11.

    Was macht es fuer einen Unterschied, ob man die nun Spezial- oder Sondereinsatzkommando nennt? 'Spezial' ist nur die lateinisch angehauchte Entsprechung von '(Be)Sonder(s)' und damit voellig gleichwertig. Viel interessanter als solche Wortklaubereien finde ich, dass es nach einem telefonischen (!) Missverstaendnis bzgl eines Buttersaeureanschlags auf einen Briefkasten tatsaechlich zu einer Stuermung kommt. In eine internistische Praxis mit Sturmhaube einzuruecken, setzt wohl selbst gesunde Menschen einem schweren Schrecken aus, und da sitzen auch Leute mit Herzproblemen. Kann in Zukunft jetzt jeder durch unbewusst oder bewusst lancierte Falschmeldungen ein SEK ausruecken lassen?

  4. 10.

    Ja mit den Recherchen hats der rbb im Moment nicht so genau.
    Die Fehler häufen sich zur Zeit sehr oft.
    Erst denken, dann schreiben.

  5. 9.

    Die Polizei muss die Gefährdungslage einschätzen. Oder übernehmen Sie die Verantwortung? Wenn von einem "Anschlag" oder von einer "Geiselnahme" auszugehen war, dann können Sie da nicht einen "Streifenpolizisten" hinschicken. Dazu gibt es das SEK. Das hat auch nichts mit Kraft ohne Verstand zu tun. Und auf Eleganz kommt es nun wirklich nicht an.

  6. 8.

    Ein Kontaktbereichsbeamter ( gibt es nicht mehr) ggfs von zwei Streifenpolizisten unterstützt hätte beide Einsätze wohl deutlich eleganter geregelt.
    Oft ist Verstand besser als Kraft.
    Daran sollen ja auch die Dinosauriere ausgestorben sein.

  7. 7.

    Prüft irgend jemand auch mal die Plausibilität solcher Eingaben oder wird einfach immer Rambo-Style jede Wohnung/Praxis etc. gestürmt? Oder ist der "gute Leumund" eines weißen (!) "besorgten Bürgers" ausreichend?

  8. 6.

    Lieber Jan,

    Sie haben völlig recht - danke für Ihren Hinweis. Wir haben das geändert.

    Herzliche Grüße!

  9. 5.

    Liebes rbb-Team! Bei der Berliner Polizei gibt es kein „Sondereinsatzkommando“! Es ist das „Spezialeinsatzkommando“. Dieser Sprachgebrauch ist geschichtlicher Natur, und m.E. auch gut so. Bitte besser recherchieren bzw. überhaupt recherchieren und nicht bei Boulevardblättern falsch abschreiben.

  10. 4.

    O ja, die Welt ist böse und der Mensch ist schlecht. Oder umgekehrt. Aber wenigstens Sie sind ja gut.

  11. 3.

    Erstmal würde mich interessieren was genau die Dame falsch verstanden hat. @RBB: könnt ihr da mal nachfragen?
    Und was #1 betrifft: Das ist schon richtig heftig, sich hier ohne Kenntnisse über den Gesundheitszustand der Frau und den genauen Umständen der Geschichte zu verlangen, diese in ein Heim unterzubringen.
    Sollte sie dement oder sonstwas sein, wissen die Beamten beim nächsten Anruf schon bescheid. Und Sie wissen doch nicht, ob sie sonst ihren Alltag managen kann und in wie weit. Was sone Unterbringung für viele Leute bedeutet, wissen Sie wohl auch nicht. 1000 Zeichen sind hier zu wenig um mein Entsetzen über so ein Kommentar zu äußern.
    Einfach nur unmenschlich! Ekelhaft!

  12. 2.

    @Eysenbeiss
    Himmel, da ist ja wieder einer ganz schlau.
    Sie waren bei dem Gespräch dabei?
    Sie kennen die Telefonanlage der Praxis?
    Sie kennen die Hörfähigkeiten der Patientin, die Sprachbegabung der MFA?

    Na Mensch, einer mit Glaskugel.

    Gibt echt Leute die jedwede Empathie vermissen lassen und das schlechteste in den Menschen suchen.
    Herr schmeiß Hirn und Herz vom Himmel...

  13. 1.

    Wie man bei einer Terminabsprache etwas derart falsch verstehen kann, zumal man ja wohl wissen wird, WO man gerade anruft, dass man dann auf einen "Anschlag" kommt ........... liest sich für mich eher nach Frust darüber, nicht den erwünschten Termin bekommen und somit vorsätzlich falschen Alarm ausgelöst zu haben.

    Ansonsten sollte man die Frau wohl schleunigst in einem Heim unterbringen, da ihre intellektuellen Fähigkeiten wohl nicht mehr ausreichend sind, um ihren Alltag voll in Eigenverantwortung zu bestreiten.

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