Ruine der ehem. Spionagestation auf dem Teufelsberg. (Quelle: imago/Rolf Zöllner)
Bild: imago/Rolf Zöllner

Prüfung abgeschlossen - Abhörstation auf dem Teufelsberg wird Denkmal

Die ehemalige Abhörstation der West-Alliierten auf dem Teufelsberg wird unter Denkmalschutz gestellt. Die Prüfung der Anlage sei abgeschlossen, sagte ein Sprecher der Senatskulturverwaltung am Freitag dem rbb. Am Montag soll die Entscheidung offiziell verkündet werden. Der Eigentümer wurde bereits vom Landesdenkmalamt  informiert. 

Der Teufelsberg, ein 120 Meter hoher Hügel im Westen der Stadt, besteht aus Schutt und Trümmern des Zweiten Weltkrieges. Ausgerechnet dort installierten die siegreichen Westmächte in den 50er Jahren eine gigantische Abhöranlage, mit der sie den Funkverkehr der Warschauer-Pakt-Staaten abfingen.

Von der Abhörstation zur Graffiti-Galerie

Nach dem Abzug von Amerikanern und Briten 1991 wurden die vier Antennenkuppeln zunächst noch zur zivilen Luftüberwachung genutzt, danach verfielen die Gebäude zunehmend. Ein zwischenzeitlicher Anlauf scheiterte, das 48.000 Quadratmeter große Gelände in ein lukratives Freizeitareal mit Hotels und Luxuswohnungen zu verwandeln.

Seit 2015 versucht ein privater Pächter, Ordnung in das verwilderte Areal zu bringen. Er will dort eine Art Künstlerkolonie entwickeln. Größte Attraktion für die Besucher ist bisher neben dem spektakulären Blick über die Stadt die Graffiti-Galerie im Hauptgebäude, in der unzählige Streetart-Künstler ihre Werke hinterlassen haben.

Sendung: Abendschau, 02.11.2018, 19:30 Uhr

Kommentar

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5 Kommentare

  1. 5.

    Von Aufschüttung desT. Berges war mal die Rede und Neugepflanzung des ganzen Areals dazu. Alles vergessen und dieses „Betonteil“ kann meines Erachtens abgerissen werden. Eine Aussichtsplatform ( breite Form )reicht vollkommen aus.

  2. 4.

    Hmmm, Berlin hat ja Flächen ohne Ende, eine Gedenkthütte mit Infomaterial hätte auch ausgereicht, aber NEIN jetzt muss man den Schandfleck ewig haben. Oder wird die Station restauriert wie es in anderen Ländern üblich ist, wenn man schon einen auf Denkmal macht?

  3. 3.

    As one who served on Teufelsberg in the US Army from 1968-1971, I have been saddened to see how the site has deteriorated. I have followed the site's history since the end of the Cold War and am glad to see these positive steps.

    A group of us Teufelsberg veterans hope to some day place a plaque there commemorating our service there from 1961 until the Cold War's end. A mock up of the plaque and more information is here:

    http://www.voicesunderberlin.com/FSB_Plaque.html

  4. 2.

    ich verstehe das Ganze auch nicht-- was man so alles unter Schutz stellt
    Ihre Fragen sind berechtigt und die Zukunftsprognose wahrscheinlich---
    EIGENTLICH wäre Abriss und Bepflanzung der m.M.nach bessere Weg------
    evtl. noch eine Aussichtsturm mit Gaststätte könnte ich mir vorstellen---

  5. 1.

    Auf welchen Zustand bezieht sich denn der Denkmalschutz? Zeitpunkt der Aufgabe des Objektes durch die Amerikaner? Dann viel Spaß bei der Wiederherstellung des damaligen Zustandes. Oder geht es um den derzeitigen Zustand als Ruine mit zerfledderten Antennenhüllen, Schutthaufen und Beschmierungen? Oder soll es ein lebendes Denkmal sein, welches sich durch die Einflüsse des Wetters und der Menschen ständig selbst verändert und sich immer weiter auflöst, bis irgendwann nichts mehr übrig ist?

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