Die ehemalige Abhörstation der West-Alliierten steht auf dem Berliner Teufelsberg. (Quelle: imago/Rolf Zöllner)
Video: Abendschau | 05.11.2018 | Arndt Breitfeld | Bild: imago/Rolf Zöllner

Nazi-Bau, Trümmerberg, Abhörstation - Der ganze Teufelsberg ist jetzt ein Denkmal

Die einstige Abhörstation auf dem Berliner Teufelsberg zeugt noch vom Kalten Krieg. Unter dem angehäuften Trümmerschutt aus dem Zweiten Weltkrieg finden sich aber auch Spuren der Nazi-Zeit. Der Berg sei ein vielschichtiges Geschichtsdenkmal, sagt der Kultursenator.

Der Berliner Teufelsberg steht unter Denkmalschutz. Der Berg in Charlottenburg-Wilmersdorf sei aus historischen Gründen und wegen seiner städtebaulichen Bedeutung denkmalwert, teilte die Senatskulturverwaltung am Montag mit. Die Eintragung in die Denkmalliste wurde demnach bereits zum 30. Oktober vollzogen.

Der Teufelsberg, mit 120 m der zweithöchste Berg Berlins, sei "ein einzigartiges und vielschichtiges Geschichtsdenkmal des 20. Jahrhunderts", sagte Kultursenator Klaus Lederer (Linke). Der Berg stehe für einen großen Zeitraum der Geschichte des 20. Jahrhunderts – für die zerstörerische Politik der NS-Diktatur, für den Neuanfang und Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg und für die Zeit des Kalten Krieges, hieß es aus seiner Verwaltung.

Abhörstation verfällt seit den 90er Jahren

Bei dem Berg am nördlichen Rand des Grunewalds handelt es sich um eine künstliche Erhebung, die aus den Trümmern der bei Luftangriffen im Zweiten Weltkrieg zerstörten Berliner Häuser aufgeschüttet wurde. An seiner Stelle befand sich zudem die von den Nazis geplante, aber nie fertiggestellte Wehrtechnische Fakultät. Auf dieser errichteten Briten und US-Amerikaner im Kalten Krieg eine Abhörstation. Satellitenschüsseln – verborgen unter den charakteristischen weißen Kuppeln - fingen weit in die sozialistischen Staaten hinein Telefongespräche und Funkverkehr auf.

Nach dem Abzug der Alliierten gab es verschiedene Ideen für die Nutzung. Die einen verlangten die Renaturierung der Anlage, andere Denkmalschutz für die Gebäude. Dennoch verfiel die Anlage zunehmend - sie sei "zur Zeit unkontrollierten Veränderungen ausgesetzt", so die Kulturverwaltung. Aktuell sind dort verschiedene Künstler tätig. Ein privater Pächter bietet Führungen an, allerdings ist die Aussichtsplattform aus Sicherheitsgründen seit dem Frühjahr gesperrt.

Kommt mit dem Denkmalschutz auch Geld?

Die Initiative Kultur-Denk-Mal Berliner Teufelsberg, die seit Jahren auf dem Areal der früheren Abhörstation aktiv ist, hofft nun, dass das Land auch Geld in den Erhalt der Anlagen auf dem Teufelsberg fließen lässt. Grundsätzliche bauliche Sicherungen soll es aber eher nicht geben, heißt es aber vom Landesdenkmalamt.

Der Teufelsberg ist ein beliebtes Naherholungsgebiet. Derzeit wird das Gelände vor allem von Mountainbikern und Spaziergängern genutzt, zudem lassen dort viele Menschen Drachen steigen oder nutzen den Berg im Winter zum Rodeln. Der Deutsche Alpenverein betreibt am Teufelsberg zudem einen Kletterfelsen.

Sendung: Abendschau, 05.11.2018, 19:30 Uhr

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1 Kommentar

  1. 1.

    bei Grabungen in 100tausend Jahren wird man sich wundern----------

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