Boote auf der Spree in Berlin (Quelle: dpa/Johanna Schlüter)
Video: zibb | 12.11.2018 | Rainer Unruh | Bild: dpa/Johanna Schlüter

Niedrigstand der Spree - "Berlin steuert auf eine baldige Wasserknappheit zu"

Man sieht der Spree in Berlin an, dass in diesem Sommer kaum Regen gefallen ist - obwohl Wasser aus Brandenburg und Sachsen zugeleitet wird. Doch damit ist bald Schluss, weil die Reserven dort zuneige gehen. Von Rainer Unruh

In den vergangenen Monaten ist in Berlin und Brandenburg nicht einmal halb so viel Regen gefallen wie im Vergleichszeitraum der Vorjahre. Das sieht man der Spree in Berlin auch an.

Zwar regnet es derzeit in der Region, doch Derk Ehlert von der Berliner Umweltverwaltung warnt, dass die vergangenen zwei Regentage kaum etwas am niedrigen Wasserstand des Flusses ändern werden. "Der bisherige Niederschlag ist einfach zu gering als dass man davon ausgehen kann, dass sich das Wasser der Spree erholt", sagt er. Berlin steuere demnach "ganz eindeutig" auf eine baldige Wasserknappheit zu.

Wasser aus Tagebauen ist teils mit Sulfat belastet

Seit Juni dieses Jahres sind 86 Millionen Kubikmeter Wasser aus Speichern in Sachsen und Brandenburg in die Spree geflossen. Doch jetzt ist wohl bald Schluss damit, denn beide Bundesländer haben selbst kaum noch Reserven. Das Wasser, das die Bundesländer erübrigen können, kommt zusätzlich aus dem ehemaligen Tagebau - und ist stark Sulfat belastet. Man müsse daher, sagt Ehlert, ganz genau schauen, welche Becken mit wenig belastetem Wasser, es noch gebe, von denen Wasser bekommen könne. "Beispielsweise aus der Fischereiwirtschaft oder von Talsperren". Dort könne man nicht belastetes Wasser entnehmen.

Ein grundsätzliches Grundwasserproblem sieht Derk Ehlert zurzeit für Berlin nicht. Er fordert trotzdem einen bewussteren Umgang mit dem Wasser und dass auch Industrie und Landwirtschaft Wasser sparen sollten in Zeiten der extremen Klimaerwärmung.

Meteorologen sagen keine großen Niederschläge voraus

Auch Wetterexperten machen für dieses Jahr keine Hoffnung auf ausreichenden Wassernachschub von oben. Der Regen vom Wochenende, von Montag und Dienstag reiche nicht, sagt Meteogroup-Meteorologe Heiko Wiese. "Und es sieht auch in den nächsten Wochen und Monaten erst einmal nicht nach großen Niederschlägen aus", sagt er. "Selbst wenn es große – oder auch nur normale – Niederschläge gäbe", sagt Wiese, würde es sehr lange dauern, bis das bisherige Defizit wieder ausgeglichen sei.

Beitrag von Rainer Unruh

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Antwort auf [Havelländer] vom 14.11.2018 um 02:13
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4 Kommentare

  1. 4.

    Es fällt auf wie schweigsam unsere Politiker bei diesem Thema sind. Zum Thema Flüchtlinge und CDU–Vorsitz hat der letzte Hinterbänkler stets eine Meinung parat, aber hier denkt man offensichtlich man kann die deutschlandweite Trockenheit wegschweigen...

    Einen Vorteil hat das ganze aber: wenn der Stadt das Wasser ausgeht, werden zumindest die Mieten wieder runtergehn...

  2. 3.

    Nicht wirklich wichtig sind leider Meinungen wie Ihre. Aber auch Sie und vor allem die Berliner werden merken wenn die Wasserpreise auf Grund teurer Sulfat Abscheidung steigen.
    Das die Spree als Ökologie System sehr wichtig ist versuch ich Ihnen besser nicht zu erklären.

  3. 2.

    Ja und irgendwann tritt die Spree über die Ufer, die Spree ist sowieso nicht so wichtig.

  4. 1.

    Die gesamten Wasserreserven der Region in einem Jahr zu verpulvern war wohl nicht so die geile Idee. Wie das Wetter wird kann man doch nicht wissen? Die Politik und die Bevölkerung sind anscheinend vollkommen unvorbereitet auf den Klimawandel und wohl auch überfordert. Wieso sollte man Klimaschutz betreiben wenn man sich auch die neueste Serie im Fernsehen (oder online) anschauen kann. Die Leute können den Klimawandel genau so lange ignorieren, bis der Klimawandel (die Realität) sie einholt. Der Wasserhaushalt sollte komplett überdacht werden. Nicht nur der.

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