SYMBOLBILD - Bus im Berliner Nachtverkehr an einer Haltestelle (Foto: imago/Steinach)
Audio: radioBerlin 88,8 | 13.11.2018 | Peter Klinke | Bild: imago/Steinach

Berliner mit Mobilitätspreis ausgezeichnet - Den Nachtbus per App kurz aufhalten

Einen Nachtbus zu verpassen, bedeutet meist: lange Wartezeit oder teures Taxi. Deshalb hat ein Berliner Student eine App entwickelt, mit der man den Fahrer informieren kann, wenn es mal knapp wird. Nun wurde die Erfindung ausgezeichnet.

Ein Berliner Student ist mit dem Deutschen Mobilitätspreis 2018 ausgezeichnet worden - für die Entwicklung einer App, mit der Fahrgäste Nachtbusse besser erreichen können. Der Preis wurde am Dienstag im Bundesverkehrsminiserium in Berlin im Beisein des Ministers Andreas Scheuer (CSU) übergeben.

Der Student Moritz Wühr landete mit seiner Erfindung "Freeze - den Nachtbus kurz stoppen" auf dem zweiten Platz. Mit einer App können Busse nachts kurz aufgehalten werden, damit die Fahrgäste den Anschluss noch erreichen.

Wenn eine bestimmte Anzahl von Fahrgästen über die App meldet, dass sie den Bus wahrscheinlich knapp verpassen, wird der Busfahrer darüber informiert und soll dann maximal fünf Minuten warten. Damit sollen mehr Menschen dazu bewegt werden, den Öffentlichen Nahverkehr zu nutzen und das Auto stehen zu lassen.

Aus 170 Einreichungen ausgewählt

Der Mobilitätspreis wurde gemeinsam vom Verkehrsministerium und der Initiative "Deutschland - Land der Ideen" ausgelobt, für digitale Lösungen für eine nachhaltige Mobilität. Sieger wurde am Dienstag eine Art Paternoster auf einer eingleisigen Schienenstrecke in Nordrhein-Westfalen. Auf den dritten Platz kam ein Bonussystem für umweltbewusste Mobilität.

Die drei Preisträger wurden nach Angaben der Veranstalter des Preises aus insgesamt knapp 170 Einreichungen ausgewählt. Die Jury bestand aus Vertretern aus Wissenschaft, Wirtschaft, Gesellschaft und Politik. Der Preis ist insgesamt mit 6.000 Euro dotiert. 

Zehn weitere Preisträger in der Kategorie "Best Practice" waren den Angaben zufolge bereits im August bekanntgegeben worden.

Kommentar

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9 Kommentare

  1. 9.

    Viel wichtiger wäre, wenn die Nachtbusse die Umsteigepunkte einhalten würden, also der erste Bus auch auf den letzten eintreffenden Bus wartet. Es gibt Umsteigepunkte, wo ein Umstieg zwar fahrplanmäßig vorgesehen ist, aber regelmäßig nicht klappt, weil sich der eine Bus verspätet, der andere aber pünktlich losfährt und nicht wartet. Dort wäre es wichtig, dem Busfahrer zu signalisieren, ob es sich lohnt zu warten, weil der verspätete Bus gleich kommt, oder, ob Warten keinen Sinn macht, weil die Verspätung zu groß ist oder der Bus gleich ganz ausgefallen ist.

  2. 8.

    Auf dem Land, wo nachts (fast) nichts fährt, mag dies Sinn machen. Aber dort gibt es keine Nachtbusse!

    Aber in Berlin sind die Nachtbusse eng getaktet. Wenn der Nachtbus 5 Minuten wartet, dann erreicht er den nächsten Umsteigepunkt zu spät und dieser Anschluss ist dann weg, es sei denn dieser Bus wartet auch und verspätet sich dann auch. Eine einzige Verspätung kann dann eine Kettenreaktion von Verspätungen auslösen. Und selbst wenn der Bus keine Umsteigehalte bis zur Endstation mehr hat, funktioniert dies nur, wenn er für die Endhaltestelle genügend Aufenthaltszeit als Puffer eingeplant ist.

    Schöne Idee, aber nur bei speziellen Fahrplänen einsetzbar, wo sich Verspätungen nicht groß auswirken.

  3. 7.

    Viele Eltern würden sich über dieses Gelingen freuen, wenn sie ihre jugendlichen Kinder im Bus nach Hause wissen dürfen und nicht auf anderen Wegen oder Umwegen nachts, um von der Disco oder anderen Veranstaltungen nach Hause zu wollen.

  4. 6.

    "Damit sollen mehr Menschen dazu bewegt werden, den Öffentlichen Nahverkehr zu nutzen und das Auto stehen zu lassen."

    Mich würde interessieren, ob das wirklich der relevante Punkt ist, für eine Fahrt dem Auto den Vorzug vor den öffentlichen Verkehrsmitteln zu geben.

    Zudem glaube ich, dass das in den meisten Fällen auch so schon funktioniert. Die meisten Fahrer der letzten Runde wissen, welche Anschlüsse ihren Bus noch erreichen müssen und passen das Verhalten eh an.

    Positiv natürlich, dass ein junger Mensch eine Lösung für ein Problem entwicklt, dass er zu erkennen glabt. In Diesem Sinne Glückwunsch an Herrn Wührl.

  5. 5.

    Nein. Wie im Artikel beschrieben geht es um Umsteigezeiten auf den letzten Bus, der Sie nach Hause bringt. Der Fahrgast kann in der Regel nichts für die Verspätung seiner Bahn. Um dann nicht zwei Stunden in der Kälte stehen zu müssen, weil der Bus mangels Informationen nicht kurz wartet, ist dieses Konzept entstanden.

  6. 4.

    Beträchtliche Wartezeiten sind nicht nur nachts sondern auch ganz generell an Wochenenden ein Ärgernis:
    Wer sich ins Grüne fahren lässt, darf durchaus damit rechnen, dass der zur Rückkehr erforderliche Bus beispielsweise erst in einer Dreiviertelstunde kommt.
    In solchen Situationen bedaure ich oft, keine Alternative zur Hand zu haben.
    Ein wenig entschärfen ließe sich diese Problematik dadurch, dass man endlich mal die Gesetze dahingehend lockern würde, dass auch auf Waldwegen und Bürgersteigen die Verwendung von Segways und E-Boards erlaubt wäre.

  7. 3.

    Toll nachgedacht! Alle anderen Fahrgäste verpassen dann ihre Anschlüsse und es herrscht Chaos auf den Nachtlinien.

  8. 2.

    Schön ist, dass Studenten sich Gedanken machen über dies und das. Diese Erfindung ist aber überflüssig wie ein Kropf.
    Was soll das ?
    Die Zeiten, wann der Bus abfährt zu angegeben und jeder kann sich danach richten. Sollen hier die " Schlafmützen " wieder besser gestellt werden ? Ich soll im Bus warten, bloß weil derjenige es nicht schafft, pünktlich zur Haltestelle zu kommen ?

    Missbräuche sind vorprogrammiert

  9. 1.

    Grundsätzlich eine gute Idee - was aber ist, wenn diese omniöse Anzahl an nötigen Fahrgästen nicht erreicht wird, damit der Bus hält? Bekommt man dann eine Info, dass es leider nicht klappt?

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