Ein wilder Elch steht bei Coswig inmitten einer Kuhherde. (Quelle: dpa/Zentralbild)
Video: rbb|24 | 15.11.2018 | Bild: dpa/Zentralbild

Glosse - Bert – der Elch, der Kühe liebt

Es geht weiter in der Tier-Soap um den Elch, der Kühe liebt. Der in Brandenburg getaufte Bert sucht weiter das Glück in Sachsen-Anhalt. Doch der fiese Bauer Schröter versucht, seine schicken Rindviecher zu verstecken – und heuert auch noch zwei finstere Rivalen an. Von Sebastian Schöbel

Anmutig stapft Bert über die Hundelufter  Weiden, trägt stolz sein modisch-gelbes Halsband und schaut den hübschen Kuh-Damen hinterher. Hier, in Sachsen-Anhalt, macht der junge Elch, der einst aus Polen einwanderte, von seinem EU-gegebenen Recht auf Freizügigkeit Gebrauch, und zwar im doppelten Sinne: Ortsungebunden und splitterfasernackt streift er durch das grenzenlose Europa. Mit dem schönsten Migrationsgrund überhaupt: Der Suche nach Liebe. Mit wem es ihm gefällt.

"Wir können uns dieses Verhalten nicht erklären", sagt der Elchexperte Martin Trost vom sachsen-anhaltinischen Landesamt für Naturschutz mit wertkonservativem Ernst. Schließlich habe Bert bereits zuvor in Brandenburg mit Rindern angebandelt. "Das ist auf jeden Fall außergewöhnlich", meint Trost, sichtlich um Fassung bemüht. Ein bi-interessierter Elch? Im Fläming unvorstellbar!

Doch Bert lässt sich nicht beirren, trotzt Elektrozäunen, Fuß- beziehungsweise  Hufmärschen und sogar Vergleichen mit Eseln. Dann der Schock: Bauer Hartmut Schröter vom Landgut Hundeluft hat seine attraktiven Kühe von Bräsen ins gut sieben Kilometer entfernte Ragösen gekarrt. Bert, der die Gegend nicht kennt, weder Karte noch Handy halten kann und auch den eigentümlichen Dialekt der Einheimischen nicht gut genug versteht, um nach dem Weg zu fragen, muss den Horror-Transport mitansehen. Er rennt hinterher. Selbst der schmerzhafte Schlag vom Elektrozaun kann den einseitig Geweih tragenden Gigolo nicht aufhalten: Schon bald ist Bert wieder bei "seinen Mädels".

Bauer Schröter aber heckt schon den nächsten fiesen Plan aus. "Wir wollen keine Zucht mit Elch und Mutterkuh",  grantelt der Landwirt grimmig. "Das wird auch nicht funktionieren."

Schröter will keine kleinen "Kelche" und wird Bert nun zwei stattliche Jungbullen vor die Nase setzen: Als Rivalen.

Werden sie Bert vertreiben? Oder setzt sich der liebestrunkene Polen-Elch mit Brandenburger Meldeadresse  wieder durch? Und wird wenigstens eine der wählerischen Kühe ihr störrisches Herz für ihn öffnen? In der nächste Folge erfahren wir mehr!

Kommentar

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Antwort auf [Sara] vom 14.12.2018 um 15:03
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2 Kommentare

  1. 2.

    Sehr cool geschrieben! Wann geht die Glosse weiter???

  2. 1.

    Selbst der dümmste Landwirt lässt die Natur nicht zu. Es geht nicht um Züchtung oder Anbandeln. Soll der Bauer dem Elch sein Wesen doch lassen. Wölfe oder Elche, scheinbar alles eine Gefahr für die Rinder für Bauer Schröter. Da kann selbst das friedlichste Tier nicht sein Dasein fristen, weil nicht sein darf, was in dem Moment möchte.

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