BVG-Bus fängt direkt neben einer Tankstelle Feuer
Video: Abendschau | 05.11.2018 | Rainer Unruh | Bild: rbb

Ausgebrannter Bus in Gropiusstadt - Unfallforscher fordert BVG-Löschanlagen zu überprüfen

Es ist ein Horrorszenario: Ein Bus gerät in Brand, die Flammen breiten sich blitzschnell aus - das Fahrzeug brennt aus. Jetzt ist das erneut in einem Bus im Auftrag der BVG passiert. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft fordert Konsequenzen.

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GdV) hat die Berliner Verkehrsbetriebe aufgefordert, Konsequenzen aus dem Bus-Brand am Wochenende in Gropiusstadt zu ziehen.

Der Leiter des Bereichs Unfallforschung, Siegfried Brockmann, sagte am Montag in der Abendschau, für die Sicherheit der Fahrgäste müssten die Löschanlagen in den BVG-Bussen überprüft werden. "Dass die BVG alle ihre Busse mit einer solchen Anlage ausstattet, ist mehr als sie gesetzlich machen muss", lobte Brockmann zunächst. "Doch wenn wir uns die letzten drei Brände angucken, kann ich nicht erkennen, dass diese dort eingebauten Anlagen so gut funktionieren."

Brockmann: Auch Subunternehmen mit Anlagen ausstatten

Bei dem Fahrzeug, das am Sonntag in Flammen aufging, handelte es sich laut BVG-Sprecherin Petra Reetz um den Bus eines privaten Unternehmens, welches im Auftrag der BVG fährt. Es kam gerade vom Betriebshof, als es neben einer Tankstelle aus noch ungeklärter Ursache Feuer fing. Fahrgäste waren nicht im Bus, der Fahrer konnte sich in Sicherheit bringen.

Laut BVG seien alle rund 1.400 eigenen Busse mit einer Löschanlage ausgestattet. Für die Subunternehmen sei das nicht immer der Fall. "Das sollte die BVG ändern", fordert Brockmann.

Löschanlagen-Pflicht für Linienbusse nicht in Sicht

Entscheidend bei den Löschanlagen sei laut Brockmann, dass ein Brand den Motorraum nicht verlasse und die leicht brennbaren Materialien des Innenraums nicht erreiche. Deshalb müsste eine Löschanlage sofort Wasser oder Schaum versprühen, sobald das Feuer im Motor auftrete.

Eine europaweit verpflichtende Ausstattung von Linienbussen mit diesen Löschanlagen sei derzeit laut Brockmann nicht in Sicht. "Bei Reisebussen wird das im Jahr 2020 kommen. Das wird gerade in Brüssel verhandelt. Doch bei Linienbussen ist das nicht der Fall, da gibt es große Widerstände seitens der Staaten und Städte", so Brockmann. Eine freiwillige Lösung sei nur ausreichend, wenn die Unternehmen die eigenen Mängel erkennen und nachsteuern.

Nicht der erste Busbrand bei der BVG

Zuletzt hatte Ende Mai ein BVG-Bus gebrannt. Auch hier konnte die Löschanlage die Flammen nicht vom Innenraum des Busses fernhalten. Der Fahrer reagierte schnell genug und ließ den Bus evakuieren, Verletzte gab es keine. Im vergangenen Jahr traf es einen Bus in Neukölln, der Fahrer löschte die Flammen zunächst selbst, auch hier konnten sich die Passagiere in Sicherheit bringen.

Sendung: Abendschau, 05.11.2018, 19:30 Uhr

Kommentar

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3 Kommentare

  1. 3.

    Ach ihr lieben Leute. Die Umformulierung ist nicht so ganz glücklich:
    ... "das Fahrzeug brennt aus. Jetzt ist das erneut in einem Bus im Auftrag der BVG passiert." ...
    Für mich liest sich das so, als hätte die BVG den Brand beauftragt. Besser wäre doch:
    "Jetzt ist das erneut in einem Bus passiert der im Auftrag der BVG unterwegs war."

  2. 1.

    Schreibt doch bitte nicht "Jetzt ist das erneut in einem BVG-Bus passiert." und dann weiter unten "um den Bus eines privaten Unternehmens".
    Bitte um Klarstellung. Danke.

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