Ein wilder Elch steht bei Coswig inmitten einer Kuhherde. (Quelle: dpa/Zentralbild)
Video: rbb|24 | 15.11.2018 | Bild: dpa/Zentralbild

Nach Sachsen-Anhalt durchgebrannt - Elch aus Brandenburg kuschelt gerne mit Kühen

Der Landwirt Michael Zapf dachte, er hört nicht richtig: Inmitten seiner Kuhherde sei ein Elch gesichtet worden, sagte ihm ein Mitarbeiter. Und tatsächlich: Ein Elch aus Brandenburg hat sich bis nach Coswig durchgeschlagen. Er heißt Bert und steht offenbar auf Kühe.

In Sachsen-Anhalt ist der Elch los - und eine Kuhherde ist plötzlich zur Touristen-Attraktion geworden. Alle wollen "Bert" sehen, den Elch, der sich von Brandenburg aus bis nach Coswig durchgeschlagen hat - und sich dort auf einer Weide den Kühen und Kälbern von Landwirt Michael Zapf angeschlossen hat.

"Am ersten Tag haben wir noch versucht, ihn zu vertreiben", sagte Zapf dem Mitteldeutschen Rundfunk. Das sei aber sinnlos gewesen. Der Elch sei 200 Meter gelaufen, "aber nach fünf Minuten war er wieder da".

Schon in Brandenburg mit Kühen "gekuschelt"

So ähnlich war das schon in Schlalach, einer kleinen Gemeinde im Brandenburger Landkreis Potsdam-Mittelmark. Auch dort hatte der riesige Elch im Februar mit Kühen "gekuschelt" - in der Herde von Landwirt Andreas Eckert. "Morgens beim Kontrollgang habe ich das braune Tier gesehen", sagte Eckert am Mittwoch dem rbb. Erst habe er an den Esel von der Nachbarin gedacht, aber: "Beim näheren Hinsehen sah das nicht aus wie ein Esel."

In die Herde brachte der Elch allerdings einige Unruhe - und er zog auch viele Schaulustige an: "Die wollten alle mal einen Elch sehen", erinnert sich Eckert. Schließlich wurde das Tier, das nur auf einer Seite ein Geweih trägt, betäubt und mit einem gelben Halsband sowie mit einem Chip und einem GPS-Sender versehen. In Schlalach ist er auch auf den Namen "Bert" getauft worden. Wie Jan Engel vom Landeskompetenzzentrum Forst in Eberswalde dem rbb am Mittwoch bestätigte, handelt es sich in Coswig um ein und dasselbe Tier.

Kühe sollen umgesetzt werden

Und auch in Coswig hat der zweijährige Elch die Ruhe weg. Vertreiben lässt er sich jedenfalls nicht. Vielleicht, so vermutet es Agrar-Ingenieur Zapf, weil in der Herde keine Bullen sind und Bert daher auch keine Rangkämpfe befürchten muss. Doch noch in dieser Woche soll Schluss damit sein - die Herde wird umgesetzt, und der Landwirt hofft, dass sich Bert dann wieder vom Acker macht. Schließlich soll er am Ende nicht doch noch zum Problem-Elch werden.

Sendung: Antenne Brandenburg, 14.11.2018, 15.40 Uhr

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