Flatter-ulme
imago/blickwinkel
Audio: Antenne Brandenburg | 09.11.2018 | Statement Uwe Schade | Bild: imago/blickwinkel

Exemplar im Berliner Zoo gepflanzt - Die Flatter-Ulme ist Baum des Jahres 2019

Die Flatter-Ulme ist der Baum des Jahres 2019. Das teilte die Silvius-Wodarz-Stiftung am Freitag in Berlin mit, die die Auszeichnung seit 1988 organisiert. Über die Vergabe entscheidet ein Kuratorium aus Vertretern von Umweltorganisationen.

Die Flatter-Ulme (Ulmus laevis) ist in Deutschland selten. Wie die bekannteren Berg- und Feld-Ulmen bevorzugt sie feuchten Untergrund, etwa in Flussauen und Feuchtwäldern. Als einzige
heimische Baumart kann sie Wurzeln wie ein Urwaldriese in tropischen Regenwäldern ausbilden.

Die Flatter-Ulme hat ihren Namen von ihren buschigen Blütenständen, die bei Wind quasi "tanzen". Sie kann bis zu 35 Meter hoch werden. Das Holz ist schön gemasert, lässt sich aber schwer bearbeiten.

In Deutschland kommt die Flatter-Ulme zum Beispiel im Oberrheingraben, entlang der Donau, in der Rhein-Main-Ebene, im Spreewald und an der Mittleren Elbe vor. Weil es kaum noch Flatter-Ulmen gibt, steht der Baum jedoch in vielen Bundesländern auf der Roten Liste der gefährdeten Arten.

Pilzkrankheit setzt Ulmen in Europa zu

Die Flatter-Ulme ist nach Angaben der Stiftung weitgehend immun gegen die sogenannte Ulmen-Krankheit, die in den vergangenen Jahrzehnten nahezu den gesamten Bestand an Ulmen in Europa vernichtete. Die beiden anderen Arten, die Berg- und die Feld-Ulme, kommen kaum noch vor.

Die Pilzkrankheit wurde vor mehr als hundert Jahren durch Holztransporte aus Ostasien eingeschleppt, übertragen wird sie durch bestimmte Käfer. In Deutschland tauchte sie 1925 auf.

Mitte der 60er wurde nach Angaben von Experten noch eine deutlich aggressivere Variante der Krankheit mit Holzladungen aus Kanada in Europa eingeführt. Eine weitere hochansteckende Version verbreitete sich von Russland aus. Inzwischen gibt es allerdings Züchtungen, denen der Pilz nichts mehr anhaben kann.

58.000 Flatter-Ulmen in Brandenburg

Nach Angaben der Stiftung wurde der Baum des Jahres am Freitag im Berliner Zoo im Beisein von Bundesagrarministerin Julia Klöckner (CDU) vorgestellt. Dabei wurde auch eine Flatter-Ulme gepflanzt, wie der Zoo erklärte.

In Brandenburg gibt es etwa 58.000 Exemplare der Flatter-Ulme, wie der Sprecher des Brandenburger Agrarministeriums, Jens-Uwe Schade, sagte. Das habe eine Zählung ergeben.

Baum des Jahres

2017 - Fichte (Picea abies)
2016 - Winter-Linde (Tilia cordata)
2015 - Feld-Ahorn (Acer campestre)
2014 - Trauben-Eiche (Quércus petráea (Matt.) Liebl.)
2013 - Wild-Apfel (Málus sylvéstris (L.) Mill.)

weitere Bäume des Jahres

Sendung: Antenne Brandenburg, 09.11.2018, 17:00 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsereNetiquette zum Kommentieren von Beiträgen sowie unsere Richtlinien zum Datenschutz.

Das könnte Sie auch interessieren