Archiv: Polizeifahrzeuge stehen während einer Großrazzia vor dem Berliner Bordell Artemis (Quelle: dpa/Moll).)
dpa/Tomas Moll
Audio: radioeins | 21.11.2018 | Christian Find | Bild: dpa/Tomas Moll

Nach Großrazzia in Berliner Bordell - Gericht weist Anklage gegen Artemis-Betreiber ab

Mehr als zweieinhalb Jahre nach einer großen Razzia im Berliner Bordell Artemis kommen dessen Betreiber bis auf weiteres nicht vor Gericht. Eine Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Berlin hat die Anklage der Staatsanwaltschaft gegen zwei Geschäftsführer und drei Hausdamen nicht zugelassen, sagte eine Gerichtssprecherin am Mittwoch.

Es ging um den Vorwurf der Hinterziehung von Sozialabgaben und Steuern. Die Kammer werte die Tätigkeit von Prostituierten und Masseuren in dem Bordell jedoch als Selbstständigkeit, so die Sprecherin. Die Staatsanwaltschaft kann noch Beschwerde einlegen. Zuvor hatte der "Tagesspiegel" berichtet.

Staatsanwaltschaft vermutete Verbindungen zur organisierten Kriminalität

Das Bordell war am 14. April 2016 von einem Großaufgebot von 900 Polizisten, Zollfahndern und Staatsanwälten durchsucht worden. Danach hatte die Staatsanwaltschaft von direkten Verbindungen zur organisierten Rocker-Kriminalität, Ausbeutung von Prostituierten und Gewaltanwendung gesprochen. Den Betreibern wurde vorgeworfen, 17,5 Millionen Euro Sozialabgaben hinterzogen zu haben. Ein damaliger Oberstaatsanwalt zog einen Vergleich mit dem Gangster Al Capone im Chicago der 1920er-Jahre.

Sendung: rbb24, 21.11.2018, 13 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsereNetiquette zum Kommentieren von Beiträgen sowie unsere Richtlinien zum Datenschutz.

2 Kommentare

  1. 2.

    Selbständige Prostituierte in einem Bordell - Der Witz des Tages! Verträge und AGBs, bitte zeigen.

  2. 1.

    Es ging dort um Zwangsprostitution. dann war zu hören, dass die Zeuginnen keine Aussagen mehr machen wollten, wohl eingeschüchtert. Wurden die von den Ermittlungsbehörden nicht ausreichend geschützt? Nun bleibt noch ein bisschen Steuerhinterziehung übrig, bei dem Erstvorwurf von Zwangsprostitution im großen Stil?

Das könnte Sie auch interessieren