Die Mühlendammbrücke in Berlin © imago/Schöning
Die Mühlendammbrücke in Berlin | Bild: imago/Schöning

Abriss und Neubau der Spreeüberqueerung - Mühlendammbrücke soll ab 2022 ersetzt werden

Der Spannbeton der 60er Jahre bröckelt mächtig, mehrere Brücken in Berlin müssen im kommenden Jahrzehnt ersetzt werden. Für eine der Hauptverbindungen über die Spree, die Mühlendammbrücke, steht jetzt der Fahrplan fest.

Die Arbeiten für Abriss und Neubau der Mühlendammbrücke in Berlin-Mitte sollen im Jahr 2022 beginnen. Die Kosten für die neue Verbindung schätzt die Senatsverwaltung für Verkehr auf 44 Millionen Euro, sagte ein Sprecher auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Wegen der Lage am historischen Zentrum Berlins sei ein Wettbewerb für Gestaltung und Realisierung geplant, heißt es. Er werde derzeit zusammen mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und der Baukammer Berlin vorbereitet. Der Wettbewerb werde voraussichtlich Anfang 2019 in Gang gesetzt. "Zu den Bauzeiten lässt sich erst nach Abschluss des Realisierungswettbewerbes etwas sagen", fügte der Sprecher hinzu.

Senatsverwaltung: Schnelles Handeln nicht erforderlich

Nach Angaben der Senatsverwaltung soll der Straßenverkehr während der Bauzeit aufrechterhalten werden. Die Mühlendammbrücke gehört zu den wichtigsten Verbindungen über die Spree: Im vergangenen Jahr wurde sie am Tag im Schnitt von 72.000 Fahrzeugen überquert.  

Die Mühlendammbrücke weist ebenso wie die Elsenbrücke wenige Kilometer flussaufwärts irreparable Schäden auf. Beide Bauten sind aus Spannbeton, ähnlich konstruiert und wurden 1968 im Osten der geteilten Stadt eröffnet. Anders als die Elsenbrücke ist die Mühlendammbrücke nach Angaben der Verkehrsverwaltung aber noch stabil – schnelles Handeln sei nicht erforderlich.

Eine Karte der vom Abriss betroffenen Mühlendammbrücke (Bild: rbb24)

Neubau der Rudolf-Wissell-Brücke verzögert sich

Die Elsenbrücke dagegen muss ab 2020 abgerissen und neu errichtet werden: Eine Analyse ergab, dass die Stahlstäbe im Beton verrostet sein könnten. Bis zur Fertigstellung plant die Senatsverwaltung acht Jahre ein. Auf der Ostseite soll 2021/22 eine Behelfsbrücke errichtet werden, die 2025/26 wieder abgebaut werden soll.

Für ein anderes Brückenprojekt verzögert sich der Baubeginn offenbar: Der Neubau der Rudolf-Wissell-Brücke als Teil der Stadtautobahn A100 wird nach Angaben der Verwaltung "nicht vor 2023" beginnen - bisher hieß es "nicht vor 2022". Das Planfeststellungsverfahren werde Ende 2020, Anfang 2021 eingeleitet, teilte der Sprecher mit. Die Rudolf-Wissell-Brücke wurde von 1958 bis 1961 errichtet. Mit 930 Metern ist sie die längste Brücke der Hauptstadt und gilt als der am drittstärksten befahrene Autobahnabschnitt Deutschlands.

Sendung: Inforadio, 25.11.2018, 12:00 Uhr

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Antwort auf [Leuchtturm] vom 26.11.2018 um 15:49
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8 Kommentare

  1. 8.

    Eine der ersten "Amtshandlungen" des jetzigen Senats bestand ja m. W. darin, alle Investitionsmaßnahmen, die Straßenbahnplanungen berühren, unter Berücksichtigung jetziger und späterer Straßenbahnplanungen zu bauen. Das ist sozusagen der "Vorlauf", damit die linke Hand wirklich weiß, was die rechte tut, damit sich nicht aufgrund von Unabgestimmtheiten hinterher alle verdutzt die Augen reiben.

    Ich gehe also davon aus: Neubau der Mühlendammbrücke selbstverständlich mit Straßenbahn und so ist es bei rbb24 in der Vergangenheit ja auch schon betont worden.

  2. 7.

    Die Straßenbahn behindert den Verkehr?! Wer für zwei Sekunden einen Blick auf die Straße wirft, sieht, dass die automobilen Dinosaurier den Verkehr behindern, die Luft verpesten, und die Landschaft verschandeln - und niemand sonst. Wer da etwas anders sieht, sollte schnell zum Arzt gehen, bei solch schweren Wahrnehmungsstörungen würde ich eine ernsthafte Erkrankung befürchten.

  3. 6.

    Genau auf den Punkt gebracht.
    Immer noch gibt es Zeitgenossen, die zwischen dem "eigentlichen Verkehr", sprich: für sie der Autoverkehr und den anderen Verkehrsarten unterscheiden, was in ihren Augen eigentlich kein Verkehr ist.

    Eine Lösung der Verkehrsprobleme in ihrer Gesamtheit ist so nicht zu erreichen. Nur eine Fortsetzung des Staus einer einzigen Verkehrsart zu Lasten aller anderen Verkehrsarten.

    An diesem Punkt hören die Diskussion immer auf, denn solange eine ausschnitthafte Wahrnehmung der Wirklichkeit bis ins Letzte und Allerletzte hochgehalten wird, kommt sie mit einer Gesamtschau aller Verkehrsarten nicht in Berührung.

    Die Straßenbahn entlastet die Leipziger Straße. - Als in Kassel die ersten Niederflurstraßenbahnen fuhren, warben sie mit dem Spruch: "Ich bin mehr als 100 Autos." Mehr als 30 Meter Länge wurde nicht in Beschlag genommen + Abstand nach vorn und hinten. Bei 100 Autos + Abstand nach vorn und hinten sieht das schon anders aus.

  4. 5.

    @Detlef: Die Strassenbahn behindert nicht "den Verkehr", sie ist Teil des Verkehrs. Genauso wie Fußgänger, Radfahrer und auch Autos. Letztere machen aber nur rund ein Drittel des Verkehrs in Berlin aus, in manchen Stadtteilen sogar noch deutlich weniger.

  5. 4.

    Ich hoffe alles ohne Strassenbahn. Die Strassenbahn behindert nur den Verkehr und deshalb geht eigentlich nur der ÖPNV im Untergrund. Was die Brücken betrifft da hat die Politik geschlafen, vielleicht ist das auch von Rot-Grün so gewollt, damit der Autoverkehr unterbunden den wird.

  6. 3.

    Na hoffentlich ohne Straßenbahn!
    Und wenn doch, dann sollte sie wenigstens in dem engen Abschnitt der Leipziger Straße zwischen Charlottenstraße und Potsdamer Platz unterirdisch verlaufen. Dort könnte man den bereits vorhandenen Bahnhof der geplanten U3 nutzen.

  7. 2.

    @rbb: Interessant wäre, den Senat/die Verkehrsverwaltung zu Fragen, inwiefern das in Einklang zu den eigentlich forcierten Straßenbahnplanungen Alex -> Potsdamer Platz (-> Steglitz) zu bringen ist?

  8. 1.

    Mit oder ohne Straßenbahn?

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