Polizisten bei einer Razzia am 22.11.2018 in Kleinmachnow (Quelle: Morris Pudwell)
Video: rbb24 | 22.11.2018 | Bild: Morris Pudwell

Ehemals gemeinsames Anwesen von Bushido und Abou-Chaker - Polizei geht in Kleinmachnow gegen Clankriminalität vor

Großeinsatz in Kleinmachnow südlich von Berlin: Mehrere Polizisten durchsuchen das ehemals gemeinsame Anwesen des Rappers Bushido und des Clan-Chefs Arafat Abou-Chaker. Aus Ermittlerkreisen heißt es, es gehe um mögliche Pläne einer Entführung.

Auf dem ehemals gemeinsamen Anwesen des Berliner Rappers Bushido und dem Clan-Chef Arafat Abou-Chaker in Kleinmachnow (Potsdam-Mittelmark) hat die Polizei am Donnerstag mit einem Großaufgebot einen Durchsuchungsbeschluss durchgesetzt. Beteiligt an dem Einsatz war auch ein Spezialeinsatzkommando (SEK).

Es gehe um einen möglichen Verstoß gegen das Waffengesetz und den Verdacht der Verabredung zu einem Verbrechen, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft. Der Verdacht richte sich gegen mehrere Menschen.

Auf dem rund 16.000 Quadratmeter großen Grundstück stehen Häuser des Rappers Bushido und seines ehemaligen Vertrauten Arafat Abou-Chaker. Im Fokus der Ermittler steht offenbar nicht Bushido, sondern Abou-Chaker: Wie die Zeitung "Welt" berichtet, habe Bushidos Frau ausgesagt, dass Abou-Chaker im Besitz scharfer Waffen sei.

Verdacht der Verabredung zu einem Verbrechen

Ob bei der Durchsuchung am Donnerstagvormittag Waffen gefunden wurden, blieb zunächst offen. Zu den genaueren Umständen wollte die Berliner Polizei am Donnerstag keine Angaben machen.

Aus Ermittlerkreisen hieß es laut Deutscher Presse-Agentur, der Hintergrund des Einsatzes sei ein Streit zwischen zwei Männern und weiteren Familienangehörigen, von denen einige Beziehungen zur organisierten Kriminalität haben sollen. Offenbar ging es um Anschuldigungen von der einen Seite wegen möglicher Pläne zu einer Entführung.

Zerwürfnis zwischen Bushido und Abou-Chaker

Abou-Chaker ist Chef eines libanesischstämmigen Berliner Clans, unter dessen Schutz Bushido jahrelang stand. Bushido hatte sich im Frühjahr dieses Jahres jedoch bei Facebook öffentlich von Abou-Chaker losgesagt. Die Hintergründe der Trennung sind unklar.

Im April hatte es bereits einen Einbruchsversuch in ein Gebäude auf dem Anwesen des Rappers gegeben, dabei hatte sich ein Mann schwer verletzt.

Im Interview mit dem rbb-Magazin "Abendshow" sagte Bushido Ende September, seine Verbindung zum Abou-Chaker-Clan habe sich auf die Person Arafat Abou Chaker beschränkt. Er mache sich aber Sorgen, weil Abou-Chaker ein "schwieriger, dominanter Typ" sei, der Schwierigkeiten habe, sich an Regeln zu halten. Bushido hatte dem Berliner Clan-Kriminellen eine Generalvollmacht über seine Geschäfte erteilt. Es heißt, der Clan-Chef habe 50 Prozent aller Einkünfte Bushidos erhalten.

Abou-Chaker kündigt auf Instagram Erklärung an

Arafat Abou-Chaker schrieb angesichts der Razzia am Donnerstagnachmittag auf seinem Instagram-Profil, dass Bushidos und seine "Geschäfte rechtlich von Anwälten und Richtern aufgeteilt" würden. Er wolle sich zudem zeitnah in einem Interview zu den Vorfällen äußern.

Sendung: Brandenburg aktuell, 22.11.2018, 19:30 Uhr

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13 Kommentare

  1. 13.

    Als deutscher Bürger ist man erschüttert und empört, welche Zustände die Regierungen der Vergangenheit und der Gegenwart durch Fehlentscheidungen in diesem Land erschufen.
    Noch blamabler ist jedoch, dass diese Zustände lange toleriert wurden und Parteien, die für Ordnung in diesem Land stehen, drangsaliert werden. Sie sind schließlich Ausdruck des Volkswillens.

    Ein Aussenstehender, der sich erst jetzt mit Deutschland beschäftigt, könnte auf die Idee kommen, es handelt sich momentan um eine Art verantwortungslose Diktatur in diesem Land!!!!!!

  2. 12.

    Toller Kommentar. Wenn eingebürgert sind es Deutsche. Also was soll dann das Gerede über Asyl und Abschiebungen. Sie haben offenbar nicht gelesen, worauf ich geantwortet habe. Die OK hat nichts mit Nationalitäten zu tun. Mafiöse Strukturen sind international. Das sind einfach Kriminelle.

  3. 11.

    Jetzt hat sich das auch noch bestätigt. Ist ja interessant, was die Bushidofamilie so alles weiß und erst anzeigt, wenn man nicht mehr eng befreundet ist. Aber ich wette, dass der Clanchef/Munitionsbesitzer immer noch nicht in den Knast kommt.

  4. 10.

    Bei schwerkriminellen Clans können Sie überhaupt nichts mit "Ausländerhass" verdrehen oder bagatellisieren. Schwerkriminelle haben nirgends "Asylrecht", weder bei uns noch in anderen Ländern. Dt. war aber so dumm, die zum großen Teil extra noch einzubürgern.

  5. 9.

    Sie schmeißen alles in einen Topf, rühren herum und dann kommt nur Ausländerhass heraus. Furchtbar. Versuchen Sie es doch mal sachlich. Die OK ist zu bekämpfen und die Polizei kommt voran. Das hat nichts mit der GroKo und dem "eigenen Volk" zu tun, wobei Sie mir ruhig mal erklären könnten, was Sie im Zusammenhang zum Bericht damit meinen.

  6. 8.

    ich kann dem Beitrag von "Gast" nur zustimmen. Die vielen Worte (zb. Clan=kriminell?; Waffen=verboten?, schwieriger, dominanter Typ= etwa ein Gefährder ?)werden heutzutage einfach so hingenommen und keiner reagiert darauf. Die Presse bereitet es auf für den "Otto" Normalverbraucher, man regt sich darüber auf und gut. Wie kann es denn überhaupt dazu kommen das solche Subjekte überhaupt in diesem Land unbeschwert Fuß fassen können? Ach stimmt ja, Gefährder oder ähnlich Kriminelle werden ja auf Steuerkosten überwacht und können nicht rückgeführt da keine Papiere mehr da sind oder das Land sie nicht zurücknehmen will. Und dann sind die Politiker alle verwundert welche Wahlergebnisse hier im Land auf einmal da sind. Mal abgesehen davon haben die Bürger ja auch diese GroKo nicht gewählt aber gemacht wurde es dennoch. Wir verschieben lieber Milliarden in irgendwelche Länder um Deutschland gut da stehen zu lassen. Und das eigene Volk, vor allem Schüler und Rentner, bleiben auf der Strecke.

  7. 7.

    Stimme Ihnen voll und ganz zu. Eine kl. Bushido Talkrunde in der „Abendshow“ und schon ist dieser Typ weiter im Gespräch. Hauptsache die Senderquote stimmt. Peinlich.

  8. 6.

    Das sind kleine Fische im Vergleich zu den Milliarden, die dem deutschen Staat aufgrund von Steuerbetrug verloren gegangen sind. Aufgrund von sog. Cum-Ex-Geschäften (derzeit geschätzt mindestens 50 MRD EURO Schaden) und aufgrund gefälschter sogenannter ADR-Papieren (Schaden derzeit noch nicht einmal abschätzbar) hat der deutsche Staat und auch anderen europäische Staaten Milliarden von Euros verloren.

    Der Schaden bei diesen großangelegten Steuer-Betrug-Maschen ist also unglaublich höher als was diese Clans je an Schaden verursachen könnten.

    Trotzdem muss der illegale Drogenhandel und die Begleitkriminalität natürlich verfolgt werden. Aber rein rechnerisch verliert der Staat mehr Geld wenn er es unterlässt Steuerprüfer einzustellen und Staatsanwaltschaften auf das sog. White-Collar-Crime zu spezialisieren.

    Ihre Wut sollte sich nach dem angerichteten Schaden in Geld richten.

  9. 5.

    Abendshow????

  10. 4.

    Ich frag mich eher, ist Person a oder b von gesellschaftlicher Relevanz, dass sie im Kontext der Meldung herausgestellt werden müssen?
    Polizei gegen Clankriminalität und fertig.
    Als Boulevard-Thema wohl eher unten durch.

  11. 3.

    Es ist wirklich eine Zumutung der Bürger , wenn man solche kriminellen Leute als Nachbarn hat. Wann kommen diese endlich hinter Schloss und Gitter ?

  12. 2.

    Ich frage mich ernsthaft was in diesem Staat möglich ist einfach ungeheuerlich ich habe für dieses System 47 Jahre Steuern gezahlt und meine Rente wird auch noch versteuert und diese Typen machen sich ein schönes Leben auf meine Kosten weiter so mal sehen wo die Reise hingeht

  13. 1.

    Alles konfiszieren und Entschädigungslos sozialen Projekten schenken.

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