Fahrgäste stehen auf einem Bahnsteig im Bahnhof Ostkreuz und warten auf die einfahrende S-Bahn.
Video: rbb24 | 06.11.2018 | Susanne Papawassiliu | Bild: dpa/Paul Zinken

Stellwerkprobleme am Ostkreuz - S-Bahnverkehr weiter durch Softwarefehler gestört

Am Berliner Ostkreuz wird die Geduld der S-Bahn-Pendler weiter auf eine harte Probe gestellt: Wegen einer nicht funktionierenden Software können zwei Stellwerke nicht koordiniert werden, Züge verspäten sich oder fallen aus.  

Die Stellwerkprobleme am Berliner Bahnhof Ostkreuz sind auch am Mittwoch noch nicht behoben: Die S75 fährt nur im 10-Minuten-Takt zwischen Wartenberg und Lichtenberg, die S5 fährt zwischen Strausberg Nord / Hoppegarten und Ostkreuz. 10-Minuten-Takt gibt es nur zwischen Hoppegarten und Ostkreuz. Am S-Bahnhof Alexanderplatz zum Beispiel drängten sich die Menschen auf den Bahnsteigen. Auch die Ringbahn fuhr am Morgen verzögert und teils mit kürzeren Zügen. Um die von den Bauarbeiten genervten Fahrgäste zu besänftigen, gaben S-Bahn-Mitarbeiter Fünf-Euro-Gutscheine aus.

Wie der Bahn-Sprecher Burkhard Ahlert dem rbb am Dienstag sagte, gibt es eine Panne bei der neuen Software, die zwei Stellwerke koordinieren sollte.

Dadurch fielen seit Dienstagmorgen Züge auf der wichtigen Ost-West-Verbindung aus oder sind verspätet. Tausende Pendler wurden überrascht, stundenlang fuhren keine Bahnen über das Ostkreuz. Durch die zusätzliche Störung sind noch viel mehr Kunden von den Einschränkungen betroffen, als durch die Bauarbeiten am Ostkreuz ohnehin schon. Eigentlich hätten die Verbindungen nach den vollendeten Bauarbeiten am Morgen freigegeben werden sollen.

Riesenbaustelle plus ungeplante Stellwerkstörung

Die Bahn konnte auf Anfrage nicht angeben, wie lange es dauern würde, die Störungen zu beheben. Derzeit finden nach Bahnangaben die letzten großen Arbeiten am Ostkreuz statt, daher gibt es bereits seit Freitag Behinderungen auf mehreren S-Bahn-Linien der Stadt. Rund um das Ostkreuz sind die Ost-West-Verbindungen der S-Bahn unterbrochen.

Seit Dienstagfrüh ist die Linie S3 betroffen, ab Freitag dann zusätzlich die S5, S7 und die S9. Die Unterbrechungen [sbahn.berlin] sollen insgesamt bis zum 12. November dauern.

Die Bahn hat neue Gleise und diverse andere Technik verlegen lassen, diese müssen jetzt auf ihre Sicherheit geprüft und in Betrieb genommen werden. Zwischen Ostbahnhof und Alexanderplatz legen Arbeiter Schotter im Gleisbett nach.

Einschränkungen 6. bis 9. November

Einschränkungen 6. bis 9. November 2018 rund um das Ostkreuz. (Quelle: rbb|24)
| Bild: rbb|24

Die Sperrungen ab Dienstagmorgen (06.11.) begannen um 4 Uhr. Die letzten gehen bis Montag, 12.11., 1.30 Uhr.

Der Zugverkehr der Linien S3, S5, S7, S75 und S9 bleibt zwischen Alexanderplatz <> Lichtenberg/ Karlshorst unterbrochen.

S75: Die Züge fahren von Ostkreuz bis Wartenberg zehn Minuten später. Sie werden von und nach Spandau verlängert.

S3 (06.11., 4 bis 15 Uhr und 07.11., 4 Uhr bis 09.11., 22 Uhr): Zwischen Karlshorst und Ostkreuz gibt es Ersatzverkehr mit Bussen. Zwischen Ostkreuz und Spandau fahren keine Züge.

S3 (06.11., 15 Uhr bis 07.11., 1:30 Uhr): Zwischen Erkner und Ostkreuz gibt es einen Schienenersatzverkehr mit Bussen.

Einschränkungen 9. bis 12. November

Einschränkungen 9. bis 12. November 2018 rund um das Ostkreuz. (Quelle: rbb|24)
| Bild: rbb|24

S3: Zwischen Karlshorst und Ostbahnhof gibt es Ersatzverkehr mit Bussen.  

S5: Zwischen Lichtenberg und Ostkreuz fährt ein Ersatzverkehr mit Bussen. Zwischen Ostbahnhof und Westkreuz fahren keine Züge.

S7: Zwischen Lichtenberg und Ostkreuz gibt es Ersatzverkehr mit Bussen. Zwischen Ahrensfelde und Lichtenberg fahren die Züge nur im 20-Minutentakt. Zwischen Wartenberg und Lichtenberg fahren die Züge ebenfalls im 20-Minuten-Takt.

S75: Zwischen Wartenberg und Lichtenberg fahren die Züge im 20-Minuten-Takt.

S9: Zwischen Treptower Park und Ostbahnhof fahren keine Züge.

Bis Jahresende soll alles fertig sein

Ostbahnhof und Warschauer Straße sind während der Bauarbeiten komplett vom S-Bahnverkehr abgekoppelt. Der RE1 hält währenddessen nur am Ostkreuz, nicht wie sonst auch am Ostbahnhof.

Bis zum Jahresende sollen nach zwölf Jahren die Arbeiten zumindest "eisenbahntechnisch fertig" sein, wie die Bauherrin Deutsche Bahn mitteilte. Auf der unteren Ebene steht - Stand jetzt - ab dem 10. Dezember ein neuer Regionalbahnsteig zur Verfügung. Dort kann dann auch die Regionalbahn aus dem polnischen Küstrin (Kostrzyn) halten. "Alle Linien, die bisher in Lichtenberg enden, sollen ab dann weiter bis zum Ostkreuz fahren", hieß es von der Bahn.

Am Ostkreuz steigen täglich 123.000 Menschen ein, aus oder um. Rund 550.000 Züge halten dort pro Jahr. Es ist der größte Nahverkehrsknotenpunkt Berlins. 

Sendung: Inforadio, 05.11.2018, 7:30 Uhr

Kommentar

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29 Kommentare

  1. 29.

    Ja, alle Entscheider(*innen) sollte zur alltäglichen werktäglichen Nutzung des ÖPNV für alle Geschäfte zwangsverpflichtet werden! Weg mit den Dienstwagen! Dann hätten wir in wenigen Jahren wahrscheinlich einen bedarfsgerecht ausgebauten hochfrequenten, schnellen, SAUBEREN, bequemen ÖPNV.

  2. 28.

    Stimmt andere sind schuld wie immer !! Wer Autos aus der Stadt verbannen will muss alles dafür tun das ZUERST die notwendige Infrastruktur geschaffen wird um die Mobilität in der Stadt zu gewährleisten. Ich als viel Nutzer der Öffis kann nur sagen das die Öffis jetzt schon zu Stoßzeiten am ende der Kapazitäten sind. Teilweise gleichen Fahrten mit den Öffis Viehtransporten. Die Nummer jetzt am Ostkreuz reiht sich nur in die summe der Probleme ein. Wenn die Politik nichts machen kann wofür sind die denn da?
    Wobei ich überrascht bin. Zu Mehdorn haben wir die selbe Meinung;)

  3. 27.

    Ick sag nur Siemens !!! :-)

  4. 26.

    Die wesentliche Ursache für die Grundprobleme bei der DB und ihrer Tochter, die S-Bahn-Berlin GmbH wurden hier genannt und das sehe ich genau so: Die Kommerzialisierung seitens Hartmut Mehdorns unter Ägide des selbst erklärten "Automanns" Gerhard Schröder. Auch wenn der Börsengang abgesagt worden ist, so geschah dies doch nicht grundsätzlich, sondern "nur" als Reaktion auf das aktuelle Börsengeschehen.

    Solange die Bahn kommerzialisiert ist, wird sie einem Gemeinwohlauftrag nicht gerecht. Das betrifft m. E. vor allem in der nachträglichen Defektbehebung anstelle einer vorsorglichen Instandhaltung.

    Das Zweite ist eine geradezu grassierende Technikgläubigkeit, eine Heilsversprechung durch Technik, wo sie doch in Wirklichkeit nur der verlängerte Arm des Menschen sein soll(te). Irgendwann werden wir mit dem Stemmeisen den gefüllten Kühlschrank aufbrechen müssen, weil das Computersystem uns den Zugang zum Kühlschrank aufgrund eines "Softwarefehlers" zeitübergreifend verwehrt.

  5. 25.

    Die Quintessenz ist, dass an vielen Stellen Leute in hohen Positionen sitzen, die sich ihre Taschen füllen und nicht nachhaltig für die Allgemeinheit arbeiten. Ob Unternehmen oder Politik.

  6. 24.

    lol!!!fang mal bei Momper&Diepgen an,bis 1998 Ikarusse als SEV einzusetzen,war auch nicht bequem...über das Stück Kulturgut auf Schiene am Müggelsee vorbei schweig ick lieber...hier geht's um Dauerfehlplanung&-Koordination bei der Deutschen Bahn!!!!!

  7. 22.

    Ja, bei der S-Bahn läuft vieles suboptimal, auch wegen der Kostenoptimierungen und Transfers an den Mutterkonzern unter Mehdorn. Die BVG stand aber nie unter dessen Spardiktat: Hier und heute baden wir rot-rot, rot-schwarz und - aktuell - rot-rot-grün aus. Daher ist die Polemik nicht nur nicht falsch, sondern teils ganz richtig...

    ABER: Wenn die DB die S-Bahn im zweiten und/oder dritten Ausschreibungsverfahren verliert und ihre Triebfahrzeugführer behält, um sie im Konzern (DB Regio und so fort..) einzusetzen, kommt das nächste ganz dicke Problem auf Berlin zu. Dann gibt es viele schöne S-Bahnen ohne DB-Keks und ohne Lokführer, denn diese sind heute und bestimmt auch in einigen Jahren eines: Mangelware.

  8. 21.

    Pendlerglück Berlin, Berlin, Dienstag, 06.11.2018 | 09:33 Uhr:
    "Seit Rot-rot-grün in Berlin regiert läuft es doch so richtig gut im Nahverkehr ..."

    Was für ein dummer Kommentar!!!
    "Pendlerglück Berlin" stellt hier seine politische Ahnungslosigkeit offen zur Schau.

    Was haben die Verkehrsprobleme mit Rot-Rot-Grün zu tun???
    Die Verkehrsprobleme sind älter als Rot-Rot-Grün.
    Die wirtschaftsliberale Bundespolitik mit ihrem Privatisierungswahn hatte uns mit der geplanten Privatisierung der Deutschen Bahn - die dann zum Glück ausblieb - das S-Bahn-Chaos durch Kaputtsparen gebracht und nicht Rot-Rot-Grün!

  9. 18.

    Was für ein Gejammer!
    Ein Softwareproblem!
    Bei einem der größten Umsteigebahnhöfe Europas wird eine neue Rechneranlage kontikuriert.
    Da denke doch mal einer an die Minuten, Stunden, die er vor seinem neuen Rechner, dem Handy verbrachte, um diesen in Schwung zu bringen.
    Ich kann ja dem rotrotgrünen Senat auch nichts abgewinnen, aber den jetzt damit in Verbindung zu bringen, dass die neu installierten Rechner abgestürzt sind, überschätzt die Leistung dieses Senats.

  10. 17.

    Nachdenker, Sie müssen " Äpfel nicht mit Birnen " vergleichen. Werden Sie Ihrem " Nicknamen " mal gerecht und denken nach.

  11. 16.

    ...preise die Unwissenden!!!Denkmal über die Zeit von Herrn Mehdorn, als Bahnchef nach...ne Stunde bei -20C° umsonst Beusselstr. zu stehen war wirklich erprickelnd!!!der Zug war zu kurz &gerammelt voll.also loofen bis Gesundbrunnen.Pendler hatja nüscht besseres zutun...Ahrensfelde kam in 3Stunden nix...

  12. 15.

    Toiletten??? Warum soll es auf Bahnhöfen Toiletten geben? Die Bahnen sollen die Menschen von A nach B bringen! Nicht mehr und nicht weniger! An vielen Bahnhöfen gibt es in der Nähe die behindertengerechten Wall-toiletten. In den meisten Supermärkten gibt es auch keine Kundentoiletten. Dann dürften nach Ihrer Meinungen alte Menschen auch nicht mehr einkaufen gehen.

  13. 14.

    Was hat das denn mit rot-rot-grün zu tun? Die Krise im ÖPNV dauert schon sehr viel länger! Die S - Bahn Krise begann 2009 verantwortlich: der Bund! Verkehrsminister von der CSU! Das könnte man wissen!!!!

  14. 13.

    Satire vom Feinstem. Gut, für junge Menschen, die noch gut zu Fuß sind und die Prostata, den häufigen Harndrang noch in Schacht hält.
    Was machen ältere Menschen, die nicht mehr Fahrrad fahren können und schlecht zu Fuß sind. Öffentliche Toiletten fehlen fast überall auf den Bahnhöfen, lange Wartezeiten auf Bahnhöfen, beim Harndrang sind nicht so ratsam.
    Sollen ältere Menschen zu Hause bleiben, bloß weil die Politik hier total versagt und das schon über Jahre ?

  15. 12.

    Seit Rot-rot-grün in Berlin regiert läuft es doch so richtig gut im Nahverkehr: Wenn mal eine S-Bahn ausfällt, dann einfach etwas zusammenrücken in der nächsten - das gibt doch dann ein schönes, sozialistisch anmutendes Gemeinschaftsgefühl. Nicht so zaghaft, liebe Wähler und Pendler! Und bei der BVG läuft es doch auch bestens: Denn auch hier gilt - zusammenrücken und nicht meckern! Und ob da mal ein Takt oder gleich alle Verstärkerfahrten wie auf der M6 und M8 in den Ferien ausfallen: Macht nichts - dann hat die BVG Strom gespart, der eventuell aus Kohle produziert wird und böse Emissionen hervorgebracht hätte. Deshalb: Rad fahren & laufen und: nicht meckern! ;)

  16. 11.

    Ja, da gebe ich Ihnen total recht. Besonders, was die neuen Züge von Stadler betrifft. Die bestehen nur aus Türen (die längst nicht alle funktionieren), haben daher kaum Sitzplätze und sind mega eng. Aufgrund der Enge ist auch der Stehplatz sehr begrenzt.

  17. 10.

    Alles wie gehabt bei der Berliner S-Bahn und der BVG. Ich weiß nicht, was für unfähige " Manager " wir dort sitzen haben. Was machen die dort den ganzen Tag ? Ich bin viel mit den öffentlichen unterwegs, weil ich seinerzeit das Auto abgeschafft habe, wegen der Umwelt u.a.
    Was ich aber die letzten Jahre erlebt habe bei den Öffentlichen, bei allem Verständnis für Baumaßnahmen, ist kaum erträglich.
    Wer hat die neuen engen U-Bahnwaggons ( Stadler Züge ) bestellt ? Unmöglich ! Diese Damen und Herren, müssten sofort entlassen werden, weil sie anscheinend keine Ahnung haben, was der Fahrgast wünscht.
    Nein, Berlin kann es anscheinend nicht, weil zu viele unfähige " Manager " in Verantwortliche Positionen sind.

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