Urlaubsantrag von Bernd Zimmermann (Quelle: imago/imagebroker)
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Europäischer Gerichtshof fällt Urteil - Richter stärken Recht auf Urlaub

Wer keinen Urlaub beantragt, verliert deshalb nicht automatisch den Anspruch auf seinen bezahlten Jahresurlaub - das hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) entschieden. Damit stärkt das Gericht die Rechte der Arbeitnehmer. Der Urlaubsanspruch oder eine entsprechende Ausgleichszahlung dürfe nach EU-Recht erst dann verfallen, wenn der Arbeitgeber nachweisen kann, dass der Arbeitnehmer aus freien Stücken auf seinen Urlaub verzichtet hat.  

Arbeitnehmer könne vom Chef abgeschreckt werden

Der Arbeitnehmer sei im Verhältnis zu seinem Chef die schwächere Partei. Deshalb könne er abgeschreckt werden, auf sein Urlaubrecht zu bestehen, betonte der EuGH. Nach deutschem Recht erlischt der Anspruch auf bezahlten Jahresurlaub eigentlich in der Regel am Ende des Arbeitsjahres, falls der Arbeitnehmer zuvor keinen Urlaubsantrag gestellt hat.

Zwei Jahre keinen Urlaub

Hintergrund für das Urteil sind zwei Fälle aus Deutschland: Ein ehemaliger Rechtsreferendar des Landes Berlin hatte in den letzten fünf Monaten seines Referendariats keinen Urlaub beantragt. Dafür fordert er vor dem Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg finanziellen Ausgleich. Das Argument seines Arbeitgebers: Der Referendar sei nicht daran gehindert gewesen, den Urlaub zu nehmen.

Im zweiten Fall hatte ein ehemaliger Angestellter der Max-Planck-Gesellschaft zwei Jahre keinen Urlaub genommen und fordert jetzt eine Auszahlung der Tage.

Sendung: Inforadio, 06.11.2018, 12:00 Uhr

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