Archivbild: Berliner Polizeibeamte stehen bei einem Einsatz in der Rigaer Straße neben einem rauchenden Papiercontainer. (Quelle: imago/Christian Mang)
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GdP fordert härtere Strafen für Angriffe - Fast 2.600 Berliner Polizisten im Dienst verletzt

Bei Einsätzen in Berlin sind im vergangenen Jahr 2.581 Polizisten und 426 Feuerwehrleute verletzt worden. Das geht aus einer Antwort der Senatsinnenverwaltung auf eine parlamentarische Antwort des CDU-Abgeordneten Peter Trapp hervor. Die Behandlung der Betroffenen aus dem Jahr 2017 hat die Behörden demnach insgesamt fast 1,9 Millionen Euro gekostet. Weitere knapp 170.000 Euro hat die Unfallkasse bezahlt.

Zunächst hatte die "Berliner Zeitung" darüber berichtet. "Ich beobachte über die Jahre, dass es immer mehr Verletzte und erschütternde Gewaltvorfälle gibt, während der Respekt gegenüber der Polizei in Teilen der Bevölkerung sinkt", sagt Trapp, Vorsitzender des Innenausschusses, der Zeitung.

GdP-Landeschef fordert härtere Strafen für Angriffe

Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Verletzten Trapp zufolge im Jahr 2017 leicht gestiegen – um 30 bei der Polizei und 46 bei der Feuerwehr. In die Statistik werden neben gezielten Angriffen auf Einsatzkräfte auch Dienstunfälle eingerechnet.

Eine große Zahl der Verletzungen sei "auf die 18 täglichen Attacken gegen unsere Kollegen zurückzuführen", sagte der Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei Berlin, Norbert Cioma, laut einer Mitteilung vom Samstag. Beamte seien Wochen oder gar Monate nicht einsatzfähig. Cioma forderte, Angriffe auf Polizeibeamte schärfer zu ahnden. Paragraph 114 des Strafgesetzbuches ermögliche, für schwere Taten bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe zu verhängen.

Sendung: Abendschau, 03.11.2018, 19:30 Uhr

Kommentar

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12 Kommentare

  1. 12.

    "Solch eine Bevölkerung..." (da meinen Sie ja auch mich mit), " Ferndiagnosen" (Sie unterstellen mir Unwahrheiten), "Irrsinn" (wegen meiner Ansichten)...ich weiß ja nicht was Sie normalerweise für einen Umgangston gewohnt sind und für normal erachten, ich empfinde Ihre Worte als Angriff und aggressiv. Als abschließende Info: wir haben zwei enge Freunde, auch seit Jahrzehnten im Polizeidienst, fleißig, kompetent und trotz ihrer vielschichtigen Belastungen (die andere Berufe übrigens auch haben), fair und tolerant geblieben. Das Thema "Blaumacher" und "Krankfeierei" von Kollegen ist regelmäßig Thema. Sie empfinden das genauso als Sauerei wie wir Nicht-Polizisten. Ich scheine mit meiner Äußerung ja bei Ihnen in ein Wespennest gestochen zu haben ;-) Für ihren Bekannten und alle anderen im Dienst verletzten Polizisten habe ich das vollste Mitgefühl, wie schon mehrfach betont. Vielleicht wäre die Situation auch moderater, wenn es nicht so viele Blaumacher gäbe, die ihre Kollegen bei solchen Einsätzen unterstützen könnten, anstatt ihre Häuschen fertig zu bauen. LG!

  2. 11.

    Aggressiver Nonsens, wo lesen sie Aggressionen? Ich teile lediglich nicht ihre Ansichten und gehe auf ihren Kommentar ein!
    Bei solchen Ansichten wundert mich allerdings der Irrsinn in Berlin nun wirklich nicht mehr.
    Ein Bekannter von mir im übrigen ist Polizeibeamter dort, ihm wurde Anfang 2016 fast das Auge ausgestochen, der "Blaumacher" hat nun unter anderem eine schöne Narbe im Gesicht.
    Bis heute gab es keine Verurteilung des Täters und somit Abschreckung.
    Nun haben sie hier die Möglichkeit ihre unbewiesenen Thesen kundzutun und dabei trotz politischer Rahmenbedingungen in denen Respektlosigkeit und Gewalt gut gedeihen "noch" relativ sicher zu leben, Dank der "Blaumacher"!

  3. 10.

    RRG steht nicht hinter der Feuerwehr bzw der Polizei. Man symphatisiert eher mit der anderen seite, z.B. Rigaer Straße und die Bezirksbürgermeisterin von Kreuzberg/Friedrichshain.

    @Störenfrieda
    Was nützt es unter die Lupe zu nehmen, wenn nichts passiert

  4. 9.

    Du meine Güte, was für ein aggressiver Nonsens. Erstens werfen Sie zwei Themen in einen Topf, zweitens sind das keine "Ferndiagnosen" sondern Tatsachen. Die Damen und Herren Blaumacher feiern ganz offensiv und unverblümt regelmäßig krank und verreisen sogar häufig in der Zeit und das seit vielen Jahren. Drittens scheinen Sie nur einen Teil der Kommentare gelesen zu haben, denn ich habe ganz am Anfang klar differenziert und fair Stellung bezogen. Also immer ruhig Blut und erst alles lesen, bevor man Andere zu Unrecht attackiert.

  5. 8.

    Fehlendes Verantwortungsbewusstsein von Polizeibeamten - was schreiben sie da für einen Unsinn!
    Ihre Ferndiagnose "Blaumacherei" bei verletzten Polizeibeamten (in Berlin täglich 18 Übergriffe) und ihre Diffamierung ist schon unglaublich, sie unterstellen ja nicht nur den Opfern der weiter zunehmenden Gewalt und des fehlenden Respektes kriminelle Energie, sondern Medizinern tausendfache Fehldiagnosen!
    Bei so einer Bevölkerung wundert mich in Berlin nun gar nichts mehr.

  6. 7.

    Was hat denn bitte der Senat mit dem fehlenden Verantwortungsbewußtsein von Polizeibeamten zu tun? Diese Leute wären dann auf einmal pflichtbewußt und fleißig, wenn's die CDU oder AfD wäre? Das ist ja albern, was Sie da schreiben. @Paul: Das mit dem Melden der Drückeberger wurde von anderer Seite versucht. Eine Krähe hackt der Anderen aber kein Auge aus. Da war man nicht sonderlich interessiert dran. Bei der Feuerwehr läuft das anders. Wer dort besonders häufig fehlt, wird dann irgendwann ganz genau unter die Lupe genommen.

  7. 6.

    Härtere Strafen für Angriffe auf Polizisten? Sehr gerne. Dann sollen aber auch die Strafandrohungen für Straftaten im Amt im gleichen Maße erhöht werden. Dann lieber doch nicht? Und wenn der Respekt gegenüber der Polizei nicht sinken soll, dann sollte man vielleicht keine Sauf- und Sexparties bei Großereignissen wie G20 veranstalten oder diese Polizisten/Polizistinnen aus dem Amt entfernen. Wenn man Respekt haben will, muss man sich auch entsprechend des Amtes verhalten. Dazu gehört aber auch erforderlichenfalls sich Respekt zu verschaffen.

  8. 5.

    Was will man von einem RRG Senat auch erwarten. Eine Gurkentruppe die nicht hinter der Polizei steht. Grüne verteidigen heute noch Gewalt gegen die Polizei. Die Polizei muß den Kopf für die absolute Unfähigkeit des Versagersenates hinhalten.

  9. 4.

    Härtere Strafen reichen leider nicht aus. Zudem die Richter schon den jetzigen Strafrahmen nur selten ausnutzen.
    Hinzu kommt das Problem mit der überlasteten Justiz und den überfüllten Haftanstalten.
    Veletzungen eher vermeiden, indem man der Polizei in bestimmten Situationen mehr Gewaltbefugnisse zugesteht.
    Wenn Beamte bedroht und bedrängt werden, sollten diese eher mit Schlagstöcken und Tasern reagieren dürfen.
    Werden sie plötzlich von einer größeren Gruppe bedroht oder mit Steinen beworfen, sollten sie ihre Schußwaffen einsetzen dürfen. Bodycams für jeden Beamten, Anschaffung von Waffen mit weniger tödlichen Munition, Straftäter nicht gleich am selben Tag nach Hause schicken, Reform des Jugendstrafrechts (Mindestalter, Strafen). Und wer jetzt sagt, meine Meinung ist zu gewaltätig, dem sage ich: Keiner muss einen Beamten angreifen.

  10. 3.

    Kaum gibt es mal was kritisches zu lesen über die Zustände in diesem Land kommen schon gleich die Relativierer!
    Warum melden sie nicht einfach ihre " Blaumacher" bei diversen polizeikritischen Stellen (wäre ein gefundenes Fressen) oder gleich bei den Strafverfolgungsbehörden?

  11. 2.

    Liebe RBB-Redaktion, enthält die im Titel genannte Zahl - 2.600 verletzte Polizeibeamte - nur Verletzungen, die den Polizisten durch Angreifer (im herkömmlichen Sinne) zugefügt worden sind? Oder sind darunter mal wieder auch all jene Polizisten subsumiert, die behandelt werden mussten, nachdem sie versehentlich das eigene Pfefferspray eingeatmet oder sich die Hand beim "robusten Vorgehen" gegen Demonstranten verstaucht haben?

  12. 1.

    Jeder Beamte, ob von Feuerwehr oder Polizei, der im Dienst beleidigt, attackiert oder verletzt wird, ist einer zuviel. Sie haben mein Mitgefühl und die Täter müssen deutlich sanktioniert werden. Ich hoffe aber, dass da keine "Blaumacher" mit eingerechnet werden. Davon habe ich ein paar im Bekannten- und leider auch zwei im entfernten Familienkreis. Die verbeamteten Karteileichen müssten viel schärfer kontrolliert werden. Bei vollen Bezügen nur ein paar Monate im Jahr arbeiten zu gehen scheint Gang und Gäbe zu sein und nachgehakt wird da sehr selten.

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