Die Weltzeituhr am Alexanderplatz wurde vor 50 Jahren vom Berliner Industriedesigner Erich John entworfen und gebaut. Seit 2015 steht sie unter Denkmalschutz, nun macht John seine Vermarktungsrechte geltend. (Bild: Imago/Manngold)
Video: Zibb | 13.11.2018 | Felix Krüger | Bild: imago stock&people/Manngold

Designer überträgt Start-up Werberechte - Berliner DDR-Weltzeituhr wird vermarktet

Seit 1969 dreht die Urania-Weltzeituhr ihre Runden am Alexanderplatz und ist seitdem berühmter Treffpunkt. Ihrem Designer Erich John gehören die Vermarktungsrechte. Doch erst jetzt macht er sie geltend - vom Shirt bis zum Anhänger wird sie nun verkauft.

Sie ist ein Kunstwerk mit Gebrauchswerk, beliebter Treffpunkt und markantes Fotoobjekt - nun wird die Weltzeituhr nach fast 50 Jahren erstmals vermarktet. Ihr Erfinder Erich John hat die Werberechte an ein Berliner Start-up abgegeben. "Die Urheberrechte sind 80 Jahre bei mir oder meiner Familie", sagt John. 

Der emeritierte Professor für Industriedesign entwarf die Uhr anlässlich des 20. Jahrestages der DDR und erhielt damals 3.000 Mark (rund sechs durchschnittliche Monatsgehälter eines DDR-Bürgers) für die Konstruktion. Sie bildete damals einen Teil des neu gestalteten Alexanderplatzes, zu dem auch der Berliner Fernsehturm gehörte. Während die Besitzrechte der Uhr dem Land gehören, liegen die Vermarktungsrechte bisher bei John.

Strampler, Tassen, Taschen, Schlüsselanhänger: Mit der Abgabe der Vermarktungsrechte hat Designer John den Start eines Souvenir-Verkaufs der Weltzeituhr eingeleitet. (Bild: rbb/Keuter)
Bild: rbb/Keuter

Taschen, Tassen, Schlüsselanhänger

In der DDR gab es noch Briefmarken und Gedenkmünzen mit dem Motiv der Urania-Weltzeituhr. Nach der Wende brach die Vermarktung ab. Am Mittwoch wird der Designer die exklusiven Vermarktungsrechte an Carsten Kollmeier übertragen, der das private Dalí-Museum am Potsdamer Platz leitet. Mit seinem Merchandise-Konzept konnte Kollmeier den Designer John überzeugen. Eine Miniatur-Ausgabe der Weltzeituhr aus Edelstahl soll 1.285 Euro kosten. 

Insgesamt 30 Artikel umfasst die Kollektion bisher, die in Berlin und anderen Bundesländern meist handgefertigt wurden, darunter Taschen, Tassen, Kleidung und Schlüsselanhänger. Zehn Prozent der Erlöse sollen laut Kollmeier in den Erhalt der Weltzeituhr gehen, die seit 2015 unter Denkmalschutz steht. 

Strampler, Tassen, Taschen, Schlüsselanhänger: Mit der Abgabe der Vermarktungsrechte hat Designer John den Start eines Souvenir-Verkaufs der Weltzeituhr eingeleitet. (Bild: rbb/Keuter)
Bild: rbb/Keuter

Zusammenarbeit mit Glashütte geplant

Für welche Summe Produktdesigner John seine Uhr verkauft hat, bleibt unklar. Doch das Timing für den Verkaufsstart der Souvenir-Reihe ist durchgetaktet: In einem Jahr feiert die Weltzeituhr ihren 50. Geburtstag. Sollte die Kollektion Erfolg haben, plant Kollmeier weitere Souvenirs. Denkbar wäre eine Version der Edelstahl-Miniatur mit funktionierender Rotation, die sich wie das Original um die eigene Achse dreht. Dafür sei man bereits mit Glashütte im Gespräch. Mit einem eingebauten Uhrwerk könnte der Preis für einen Chronographen schnell im fünfstelligen Bereich liegen. 

Sendung: radioBerlin 88,8, 14.11.2018, 16 Uhr

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1 Kommentar

  1. 1.

    Wenn schon, denn schon. Finde ich vollkommen in Ordnung. Was das Ampelmännchen kann.................

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