Neugeborenes Kind auf einer Geburtsstation (Quelle: imago/Westend61)
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Audio: radioBerlin 88.8 | 4.12.2018 | Kirsten Buchmann | Bild: Imago

Hilfsangebot für überlastete Eltern - Berlin will Babylotsen an allen Geburtskliniken

Nach dem Willen der Berliner Gesundheitsverwaltung sollen künftig auf allen Berliner Geburtsstationen so genannte Babylotsen im Einsatz sein. Das Projekt solle nach einer erfolgreichen Modellphase ausgeweitet werden, teilte die Verwaltung am Dienstag mit. 

An der Charité seit 2012 im Einsatz

Sozialarbeiterinnen sind als Babylotsinnen bereits an sieben Berliner Kliniken im Einsatz, unter anderem an der Charité. Sie sollen vor allem für sehr junge oder besonders belastete junge Eltern da sein. Durch passende Hilfsangebote sollen sie ihnen das Gefühl von Überlastung und Überforderung ersparen, das Aggressivität gegenüber Kindern oder Vernachlässigung befördern kann. Bei Bedarf werden Mutter und Kind nach der Geburt an soziale Träger, Familienzentren oder andere Einrichtungen vermittelt. Außerdem bekommen sie Hilfe beim Ausfüllen von Anträgen.

Laut Charité stoßen vor allem sehr junge oder besonders belastete Eltern schnell an ihre Grenzen. Ein fehlendes gutes familiäres Umfeld, finanzielle Sorgen, Integrationsprobleme, körperliche Erkrankungen oder auch psychische Belastung sind demnach die häufigsten Gründe für eine Überlastung. Seit dem Start des Projekts im April 2012 habe sich gezeigt, dass das Angebot dringend notwendig sei, heißt es von der Charité.

Angebot ist für Eltern kostenfrei

Die Senatsverwaltung stellt für das Projekt jährlich 1,5 Millionen Euro bereit. Den Eltern entstehen keinerlei Kosten. Berlin ist laut Verwaltung das erste Bundesland mit einer flächendeckenden Finanzierung des Babylotsenprogramms aus einer Hand.  

Sendung: Abendschau, 04.12.2018, 19.30 Uhr

Kommentar

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3 Kommentare

  1. 3.

    Ich vermeide es für gewöhnlich auf dumme Kommentare zu antworten, aber ausgerechnet heute so einen unqualifizierten Kommentar wie den von Ganzer zu lesen, erlauben eine Ausnahme.
    Von Leben und Familie haben sie nichts verstanden und ihr Kommentar treibt mir eine Gänsehaut über den Rücken. Trockene Rechtsmaterie steht Ihnen sicher um einiges besser zu Gesicht, aber sparen Sie sich unbedingt hohle Ratschläge.

  2. 2.

    Ihre gemachten schlechten Erfahrungen will sicher niemand in Frage stellen. Nur überreagieren Sie hier doch massiv, indem Sie wohl lieber abtreiben würden, um es so den achso gemeinen Sozialarbeiter*innen mal so richtig zu zeigen. Absolut unverhältnismäßig und menschenverachtend.

    Wenn Sie so sehr auf Selbstbestimmung pochen, hätten Sie Rechtswissenschaft mal ernster genommen: Schauen Sie doch einfach mal ins SGB VIII und BGB, dort werden Sie nicht nur Pflichten von Eltern finden, sondern auch viele ihrer Rechtsansprüche.

    Das Jugendamt seinerseits greift nur so wenig wie möglich, so viel wie nötig ein. Es gibt diverse Modelle zur Betreuung von jungen Müttern. Es geht sicher niemanden etwas an, warum das Jugendamt bei Ihrer Situation aktiv wurde, nur wird es dafür vermutlich, rein rechtlich Anlässe gegeben haben.

    Bei Babylotsen geht es nicht um Zwang. Was hält denn jemanden ab, ein Hilfsprogramm nicht anzunehmen, wenn man so sehr auf Autonomie setzt?

  3. 1.

    Sozialarbeiterhilfe habe ich für meine behinderten Kinder kennen gelernt und sage lieber:"Lieber treibe ich zukünftig ab,als dass ich mir noch mal meine Privatsphäre und eigene Persönlichkeitsrechte durch Schikanen und Unterstellungen mopsen lasse,nur weil ich mich lieber für Rechtswissenschaft und nicht für Sozilapädagogik und Psychologie interessiere."Egal,ob Jugendam oder Babylotsen.Nie wieder,Nein Danke.Lieber sollte die Abtreibung ohne Rechenschaftspflicht in der Konfliktberatung besser ermöglicht werden.

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