Ein Bauarbeiter betrachtet die Baustelle unter dem Spreekanal (Bild: Abendschau)
Bild: Abendschau

Zeitpuffer verbraucht - Bei der U5-Verlängerung darf jetzt nichts mehr schiefgehen

Ende 2020 soll die Verlängerung der Berliner U-Bahnlinie 5 in Betrieb gehen. Aber fertig zu werden, wird knapp, der Zeitpuffer ist verbraucht. Daher könnte es sein, dass die Züge erst einmal nicht im Bahnhof Museumsinsel halten. Sorge bereiten den Bauleuten große Findlinge.

Beim Bau des Bahnhofs Museumsinsel auf der U-Bahnlinie 5 könnte es Verzögerungen geben. Alle Zeitpuffer seien verbraucht, sagte der Geschäfts­führer Technik des "Projekt U5", Jörg Seegers, am Dienstag dem rbb. Er könne nicht versprechen, dass der Bahnhof planmäßig Ende 2020 in Betrieb gehen werde, denn was nun an Unvorhergesehenem passiere, verzögere den Zeitplan.  

In dem Fall würde die Strecke nur mit den Bahnhöfen Unter den Linden und Rotes Rathaus ans Netz gehen. Der Bahnhof Museumsinsel würde ein reiner Durchfahrtsbahnhof, sprich: die Züge rollen dann durch, ohne anzuhalten.  

Mögliche Findlinge im Eispanzer

Den meisten Respekt hätten die Bauleute vor möglichen Findlingen unter dem Spreekanal, so Seegers. Denn der Bahnhof wird im Schutz eines Eispanzers unter dem Spreekanal gebaut. Deshalb gelte bei Findlingen: "Die können wir nicht einfach rausreißen", so Seegers. 

Wenn es eine Verzögerung gebe, sei die jedoch absehbar nicht allzu groß, erklärte Seegers. "Vorausgesetzt der Tunnelvortrieb funktioniert so, wie wir uns das vorgenommen haben, dann reden wir hier nur über ein paar Monate."

BVG-Chefin Sigrid Nikutta sagte: "Wichtig ist, dass die U-Bahn Ende 2020 fahren wird - und das wird sie." Es werde gerade der Auftrag für den Ausbau für den Bahnhof Museumsinsel vergeben. "Da sind wir in den Endzügen", so Nikutta.

Visualisierung des Bahnsteigs der U5 auf dem U-Bahnhof Museumsinsel (Copyright: Bünck + Fehse, Berlin)
So soll der U-Bahnhof Museumsinsel einmal aussehen - wenn er fertig ist

Die neue Strecke der U-Bahnlinie 5 soll ein Lückenschluss werden. Sie führt vom U-Bahnhof Alexanderplatz zum U-Bahnhof Brandenburger Tor, womit dann auch die bisherige U55 zwischen Brandenburger Tor und Hauptbahnhof in der Linie aufgeht. Drei neue U-Bahnhöfe entstehen entlang der Neubaustrecke: Rotes Rathaus, Museumsinsel, Unter den Linden.

Sendung: Abendschau, 04.12.2018, 19:30 Uhr

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Antwort auf [Hellmuth; Thomas] vom 14.03.2019 um 14:01
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6 Kommentare

  1. 6.

    Die Eröffnung ende 2020 der U5 entlastet ja die S Bahn, die Fahrgäste jetzt am S Alexanderplatz zur U5 umsteigen nach Hönow fahren, steigen denn am Hauptbahnhof zur U5 um, um hier einen Sitzplatz zu erhalten. Umgekehrt fahren die Fahrgäste mit der U 5 zu Hauptbahnhof und steigen hier zu S Bahn um, damit wird die S Bahnsteig mehr Fahrgäste haben.
    Der Übergang im Tunnelbereich Alexanderplatz zur U Bahn wird leerer.

  2. 5.

    @4: Ich bin eigentlich zuversichtlich, dass der amtierende Senat sich zumindest deutlich mehr an den Beduerfnissen der Durchschnittsbevoelkerung orientiert als manch vorangegangene Landesregierungen. Und dass es heute realistische und praktikable Verkehrskonzepte gibt. Ich gehe z.B. davon aus, dass RRG ein so teures U-Bahn-Projekt wie die Verlaengerung der U5 nicht anstossen wuerde: Auch diese Linie ist ja eine (Ur-)Altlast aus jenen Zeiten, in denen entleerte Kassen nicht vor urbaner Grossmannssucht schuetzten. Palnungsbeginn war im alten Jahrtausend. Baubeginn war 2010. Die (nach meinem laienhaften Eindruck) grosszuegig urspruenglich angesetzten 9 bis 10 Jahre Bauzeit fuer die 2 Kilometer reichen natuerlich wieder nicht aus; ein Jahr kommt mindestens noch drauf. Das allerdings kann man m.E. nun weder der BVG noch R2G ankreiden.

  3. 4.

    Man gewinnt mehr und mehr den Eindruck, Senat und BVG würden sich statt auf Investoren mehr und mehr auf Touristen konzentrieren. Zumindest scheint die repräsentative Stadtmitte bei den Verkehrsplanungen sehr im Fokus zu stehen.
    Überprüft denn auch mal irgendwer, welche Bus- und U-Bahnlinien zu den Stoßzeiten brechend voll sind und ggfs. entlastet werden sollten (zumindest die Busfahrer diesbezüglich zu befragen, erschiene mir vernünftig)?
    Ist es nicht untertrieben, wenn diverse Busse an Wochenenden nur einmal pro Stunde fahren?
    Und weshalb gibt es zum Thema "Ausbau des ÖPNV" nicht einfach mal eine Bürgerbefragung?

  4. 3.

    Zitat:
    "Wichtig ist, dass die U-Bahn Ende 2020 fahren wird - und das wird sie."
    Wichtig ist, das der BER Ende 2020 fertig ist---und das wird er--sage ich mal
    wegen der Findlinge keine Sorgen machen--der nächste wird schon im Vortrieb liegen

  5. 2.

    Schön wenn Sie zufrieden mit ihrer ÖPV Anbindung sind. Ich freue mich auf die Möglichkeit ohne umsteigen mit der U5 bis zum Hauptbahnhof zu fahren. Des Weiteren wird es die Strecke der Stadtbahn entlasten.

  6. 1.

    Ich als ueberzeugter Oeffi-Nutzer haett die U5-Verlaengerung bei der Bauentscheidung nicht gebraucht, brauche sie heute nicht und werd sie auch 2020 und 2050 nicht brauchen. Und offenbar braucht sie nicht mal die Berliner Bauwirtschaft, sonst wuerde sich das nicht genau so hinziehen wie fast alle oeffentlichen Vorhaben.
    Also: Gebt's einfach auf. Man muss in Wuerde scheitern koennen, und nicht in die naechste Endlos-Baustelle stuerzen. Denn danach hoert es sich ganz verdaechtig an.
    Saniert und baut statt dessen Schulen und Wohnungen und legt uns n paar neue Trams hin. Aber lasst diese laecherliche Kanzlerbahn ganz einfach final stillgelegt - und den Findlingen ihren Frieden.

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