Demo E-mobilität (Quelle: Matthias Bartsch/rbb)
Video: Abendschau | 13.12.2018 | Bild: Matthias Bartsch/rbb

Streit um Elektrokleinstfahrzeuge - Fans und Gegner von E-Rollern demonstrieren in Berlin

Nach Plänen des Bundesverkehrsministeriums (BMVDI) sollen ab dem kommenden Jahr auch Tretroller und Skateboards mit Elektromotoren im Straßenverkehr erlaubt sein. Bei den Befürwortern dieser "Elektrokleinstfahrzeuge" (EKF) kommt die geplante Verordnung gut an. Mehr als 100 von ihnen demonstrieren am Donnerstag in Berlin-Mitte. Laut Polizei setzten sich die Teilnehmer um kurz nach 12 Uhr am BMVDI in der Invalidenstraße in Bewegung.

Bisher nur elektrische Rollstühle auf Gehwegen erlaubt

Angemeldet wurde die Veranstaltung unter dem Titel "Für eine Berücksichtigung aller Elektrokleinstfahrzeuge in der geplanten Verordnung des BMVDI". Dazu zählen zum Beispiel Tretroller oder Skateboards mit Elektromotor. Bisher sind die "Light Electric Vehicles" auf
öffentlichen Straßen und Wegen verboten - lediglich Tretroller und Skateboards ohne Motor, Rollschuhe und Kinderfahrräder sind auf Gehwegen erlaubt, eine Ausnahme gibt es nur für elektrische Rollstühle.

Kleine E-Fahrzeuge dürfen max. 20 km/h schnell sein

Das Bundesverkehrsministerium will kleine Tretroller mit E-Motor nun im kommenden Jahr erstmals auf Radwegen und Straßen erlauben. Dazu wurde die neue Kategorie "Elektrokleinstfahrzeuge" geschaffen. Dazu zählen E-Fahrzeuge mit Lenk- oder Haltestange, etwa Elektro-Stehroller, die zwischen zwölf und 20 Stundenkilometern schnell sind, maximal vier Räder haben und höchstens 50 Kilo wiegen dürfen. Doch zum ersten Mal soll es Kommunen ermöglicht werden, auch Gehwege für die "EKF" freizugeben - mit einem neuen Verkehrsschild "Frei für Elektrokleinstfahrzeuge".

Gegenprotest mit Schwimm-Nudeln und Blindenstöcken

Doch die Pläne des Verkehrsministerium stoßen auch auf Widerstand. So kamen am Donnerstag in Berlin-Mitte auch rund 20 E-Roller-Gegner des Fußgänger-Lobbyverbandes "Fuss" und etwa ein Dutzend Sehbehinderte des Blindenvereins zusammen. Mit Schwimmnudeln und Blindenstöcken blockierten sie vom Gehweg aus den Protestzug symbolisch, wie Roland Stimpel vom Verein Fuss sagte. Fußgänger dürften nicht von Spielzeugen für Hipster und gehfaule Touristen gefährdet werden, hieß es. Auch der Radfahrer-Verband ADFC hat vor chaotischen Zuständen auf den Radwegen gewarnt.

Daher warnen Fußgänger- und Radfahrer-Initiativen vor drohenden Unfällen. Der Verein Fuss hatte die E-Skateboards zuletzt als "Elektro-Raser" und "Knochenbrecher" bezeichnet. Fußgänger würden ernsthaften Gefahren ausgesetzt.

Sendung: Abendschau, 13.12.2018, 19.30 Uhr

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7 Kommentare

  1. 7.

    Bevor man neue "Fahrzeuge" auf den Verkehr los lässt, sollte die STVO so geschrieben werden, das alle Politiker verstehen, das z.B. alle Zweiräder, hierzu zählen auch Fahrräder, Zwei Kennzeichen haben, eine funktionierende Lichteinrichtung haben, die Helmpflicht, Ausschluss der Benutzung von Geh/Fusswege .....
    Wenn das erfolgreich ist und auch kontrolliert wird, kann man über mehr nachdenken!

  2. 6.

    Dagegen! Fast schon eine instinktive Haltung - das emobilität der Weg zu sauberen autofreien Stadten ist... Nicjt aus Zwang oder wegen Grenzwertenmurks, sondern weil es toll ist mobil zu sein ohne Lärm, Dreck Parkplatsnot und hohe Kosten - einfach losrollen... Aber es fehlt an Fantasie und Spontanität... Gefährlich ist es auf Radweg mit Bürgersteig eh schon denn es gibt Menschen die sind katastrophal, aber sollen die das Maaß der Dinge sein, ich glaube nicht. Und Hippsterspielzeug etc pp. = Quatsch. Ich bin nach MRSA Arztpfusch und Koma very disabled, mit 40, seit ich den Roler habe, erlebe ich auch mal was im SOMMER. POOOPOSITIV

  3. 5.

    Wir leben in Berlin und ich sehe den täglichen Wahnsinn an Rücksichtslosigkeit und das Ignoriern jeglicher Regeln.

    So wie Sie rücksichtsvoll fahren /rollern etc. wollen, gibt es auch "gute" Radfahrer und "gute" Autofahrer, aber leider zu wenig, als dass die Rowdys eine verschwindende Minderheit wären.

    Die Erfahrung zeigt, nur was kontrolliert wird, kann funktionieren.
    Insofern bin ich auch dagegen, solche Geräte im Straßenbild zuzulassen.
    Und 20 km/h auf dem Gehweg - aua, das trifft garantiert einige Unschuldige hart.

  4. 4.

    Die werden so oder so auf Gehwegen fahren, weil die wie die Radfahrer Angst vor den Autos haben. Die Radfahrer fahren auch auf den Gehwegen, weil die auch Angst haben vor den Autos. Nur die Fussgänger sind die gelackmeierten und sollen dann den Radfahrern (auf dem Gehweg!!!) platz machen. Und werden dann angemacht wenn sie keinen Platz machen. Irrsinn.

  5. 3.

    Hallo Marianne(?), bitte schere nicht alle Verkehrsteilnehmer über einen Kamm, JA es gibt rücksichtslose. Darunter Radfahrer, Autofahrer und auch Personen auf anderen Gefährten.

    Wir (E-Skater) sind gerade FÜR eine ordentliche Regulierung mit klaren Regeln und Gesetzen. Wir möchten genauso sicher (und ein wenig umweltbewusst) von A nach B kommen (bsp. Bahn -> Arbeitsstelle ("Last Mile"). Wir wollen NICHT wie wild gewordene auf der Straße unser Unwesen treiben.

    Bitte das im Hinterkopf behalten.

    Und je weniger Autos auf den Straßen desto sicherer wird es für alle und weniger Abgase schaden auch keinem.

  6. 2.

    Warum so pessimistisch? Gibt es Fakten dafür oder sind es nur Ängste? Eine Regelung schafft ein Miteinander und kein Gegeneinander.
    Manche Autofahrer halten sich auch nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzung. Trotzdem funktioniert es.

  7. 1.

    Und noch mehr Rücksichtslosigkeit im Straßenverkehr im Anmarsch. Aber diesmal mit behördlicher Genehmigung.

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