Bundespraesident Frank-Walter Steinmeier (li.) entzuendete am Abend gemeinsam mit Rabbiner Yehuda Teichtal (re.) das erste Licht am Chanukka-Leuchter vor dem Brandenburger Tor. (Quelle: imago/Rolf Zöllner)
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Audio: Inforadio | 02.11.2018 | Religion und Gesellschaft | Bild: imago/Rolf Zöllner

Chanukka-Leuchter am Brandenburger Tor - Das jüdische Lichterfest beginnt

Nicht nur die Adventszeit, auch das jüdische Chanukka-Fest hat am Sonntag begonnen. Und während in vielen christlichen Haushalten die erste Adventskerze leuchtet, ist am Abend vor dem Brandenburger Tor in Berlin der große achtarmige Leuchter entzündet worden.  Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Rabbiner Yehuda Teichtal zündeten gemeinsam das erste Licht an.

"80 Jahre nach der Pogromnacht ist es ein Geschenk, dass wir einander die Hände reichen können über den Abgrund unserer Geschichte hinweg", sagte Steinmeier. Er sei dankbar, "dass wir in diesem Land wieder gemeinsam Chanukka feiern". Chanukka sei ein fröhliches, heiteres, ein familiäres Fest. In diesem Jahr beginne die Adventszeit fast gleichzeitig, und auch die Christen zündeten in dieser Zeit Lichter an und feierten im Kreis der Familie. "Die Lichter stehen in unseren beiden Religionen für Freude und Zuversicht", so Steinmeier.

Acht Tage Lichterfest

Auch in Potsdam steht vor dem Rathaus ein Chanukka-Leuchter. Oberbürgermeister Mike Schubert und Rabbiner Nachum Presmann zündeten am Sonntagabend das erste Licht an. "Potsdam ist ein Hort der Toleranz, Vielfalt und der Religionsfreiheit, daher freut es mich sehr, dieses traditionelle Erleuchten des ersten Lichts am Chanukka-Leuchter hier vor dem Rathaus begehen zu können", sagte Schubert.

Chanukka ist ein Fest, auf das sich vor allem auch die Kinder freuen. Denn traditionell gibt es Latkes, also süße oder herzhafte Kartoffelpuffer, und Sufganiyot, die an gefüllte Pfannkuchen erinnern. Außerdem bekommen die Kinder zu Chanukka oft kleine Geschenke oder auch Geld, von dem dann ein Teil für wohltätige Zwecke gespendet wird.

Mit dem Fest gedenken Juden der Neuweihe des Tempels in Jerusalem im Jahre 165 vor der christlichen Zeitrechnung. Im befreiten Tempel fand man damals der Legende nach nur noch eine winzige Menge geweihten Öls für das Tempellicht. Doch durch ein Wunder soll dieses Öl ausgereicht haben, das Licht acht Tage lang brennen zu lassen. Das diesjährige jüdische Lichterfest endet am 10. Dezember.

Sendung: Abendschau, 02.10.2018, 19:30 Uhr

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