Pelzmützen zum Verkauf. (Quelle: dpa/Strigl)
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Audio: rbb-Fernsehen | super.markt | 10.12.2018 | 20:15 Uhr | Bild: dpa/Strigl

Stichproben auf Berliner Weihnachstmärkten - Echtpelzmützen werden Kunden als Kunstpelz verkauft

Echter Pelz ist out, viele Verbraucher greifen heute ganz bewusst zum Kunstpelz. Doch weil der immer teurer wird, schummeln Verkäufer ihren Kunden echten Pelz unter - zum Beispiel auf Berliner Weihnachtsmärkten.

Auf Berliner Weihnachtsmärkten wird Kunden echter Tierpelz als Kunstpelz verkauft. Das haben Stichproben des rbb-Verbrauchermagazins SUPER.MARKT ergeben.

Verkäufer schummeln bei den Angaben über die Pelzart. Allein auf dem Weihnachtsmarkt in Spandau wurden den Testkäufern mehrfach Echtpelzmützen verkauft, obwohl sie nach Kunstpelz fragten. Die Produkte werden immer besser und sehen den echten Pelzen zum Verwechseln ähnlich. Doch hinter dem Kunstpelz steckt dann doch der in Asien unter fragwürdigen Bedingungen gezüchtete Marderhund.

Kritik von Tierschützern

Tierschützer kritisieren diese massive Verbrauchertäuschung. "Echter Pelz wird ganz bewusst mit Kunstpelz zusammen verkauft. Das ist ein ganz großes Problem, dass der Verbraucher das nicht unterscheiden kann und belogen wird", sagt der Tierschützer Stefan Klippstein. Er kämpfe seit zehn Jahren gegen die Tricks der Pelzhändler und wisse, dass es finanziell lukrativer ist, billigen Echt-Pelz aus Polen oder Asien zu verkaufen als den aufwendig hergestellten Kunstpelz, der dem echten Pelz mittlerweile täuschend ähnlich sieht.

EU schreibt Kennzeichnung vor

Laut EU-Recht muss die Herkunft des Echtpelzes eindeutig gekennzeichnet werden. Die Verkäufer behaupteten bei den Testkäufen jedoch, ihre Ware in großen Mengen im Großhandel gerkauft zu haben und geben die Verantwortung so an den nächsten Händler weiter.

Eine Möglichkeit, Echt- von Kunstpelz zu unterscheiden, ist in den Pelz zu pusten. Dabei werden Hautreste sichtbar, die sich häufig noch im Pelz befinden. Dabei sieht man auch, dass Echtpelz sich relativ schnell wieder aufrichtet - Kunstpelz bleibt dagegen liegen. Ein Feuerzeugtest mit Haarproben hilft ebenfalls zur Unterscheidung. Echte Haare riechen nach Horn, Kunsthaare nach Plastik.

Sendung: Super.Markt, 10.12.2018, 20:15 Uhr

Kommentar

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3 Kommentare

  1. 3.

    Der Test steht im Artikel.... Nicht bis zum Ende gelesen? Und Kapuzenjacken gibt es eher nicht auf WMärkten.

    Faszinierend bzw. schlimm finde ich, dass das künstliche Zeug teurer in der Produktion ist. Da muss doch was zu machen sein.

  2. 2.

    Wir leben in orwellschen Zeiten : "Schwarz ist weiß, Krieg ist Frieden und echt ist falsch" . Wie erbärmlich.

  3. 1.

    Wenn ich schon solch eine Mütze kaufen will und bewusst auf echten Pelz verzichten möchte, dann nehme ich mir eine, tu so als will sie anprobieren, ziehe mir ein paar Haare davon aus( kann man im übrigen unauffällig bewerkstelligen), sage höflich ich überlegs mir noch und gehe ein paar Schritte weiter und teste die Haare mit einem Feuerzeug. Schon habe ich ein Ergebnis. Kunststoff brennt anders als Echthaar. Aber es ist wie mit den Kaputzenjacken, der Kundschaft ist dieser feine Unterschied doch schnurpiepe egal. Hauptsache ist doch nur der trendige Look um anzukommen.

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