Michael Müller (SPD), Regierender Bürgermeister von Berlin, nimmt am 13.12.2018, an der 35. Plenarsitzung im Berliner Abgeordnetenhaus teil. (Quelle: dpa / Jörg Carstensen)
Bild: dpa / Jörg Carstensen

Müller verteidigt Berlin - "Was Boris Palmer sagt, ist frei von jeder Sachkenntnis"

Der Regierende Bürgermeister von Berlin, Michael Müller (SPD), hat im Streit mit dem Tübinger Oberbürgermeister um die Hauptstadt nachgelegt. "Was Boris Palmer sagt, ist frei von jeder Sachkenntnis", sagte Müller dem "Tagesspiegel" (Sonntag). Palmer (Grüne), Rathauschef der schwäbischen Stadt, hatte vor ein paar Wochen über Berlin gesagt: "Wenn ich dort ankomme, denke ich immer: Vorsicht, Sie verlassen den  funktionierenden Teil Deutschlands." Er beklagte Drogenhandel, Kriminalität und Armut. 

Müller sagte dazu: "Wir sind nicht die Kriminalitäts- und Drogenhauptstadt." Berlin sei eine Stadt, die funktioniere. "In einigen Punkten noch nicht gut genug - aber sie funktioniert." Palmer lasse sich bei seiner Bewertung wohl "von knalligen Überschriften mehr beeindrucken als von der Realität". Die fast vier Millionen Einwohner lebten gut miteinander. Und jedes Jahr kämen 40.000 neue Berliner dazu, "weil sie hier in einer tollen Stadt leben können".

Palmer, dessen Stadt knapp 90.000 Einwohner zählt, ist mit seiner Kritik aber nicht allein. Die "FAZ" befand, in Berlin herrsche "organisierte Unzuständigkeit". "Spiegel Online"-Kolumnist Jan Fleischhauer schrieb gar, Berlin sei das "Venezuela Deutschlands". Ein Korrespondent der "Neuen Zürcher Zeitung" verglich die Stadt kürzlich mit einem Entwicklungsland "in Afrika". 

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62 Kommentare

  1. 62.

    Das Stadmanagement in Berlin ist sicherlich kein Vorbild. Die grundlegenden Bereiche wie Mobilität, Wohnungsmarkt, Kriminalität, Bildung sind in den letzten 30 Jahren unzulänglich angegangen worden und lassen zukunftsweisende Visionen vermissen. Politik und Verwaltung haben zuerst stur gespart, teilweise versagt und dann keinen Mut und Phantasie für eine moderne Stadt bewiesen. Da geht noch was!

  2. 61.

    Was es sein Plan? Warum aber geifern die Anderen, die Getroffenen? Warum die Rolex-Trägerin oder die bedeutungs- und farblose Wirtschaftssenatorin und jetzt dieser Bürgermeister? Seit Tagen, seit Wochen. Selbst Sie bekommen sich nicht mehr ein, so dass Ihre "Stadtbezogenheit" schon albern wirkt. "Getretene Hunde beißen". Seit RRG an der Macht ist, hat sich viel verändert in "unserer" Stadt - leider nicht immer zum Besten. Leider liegt es auch an der Inkompetenz, der Bedeutungslosigkeit einzelner Senatoren. Das sich engstirnige Kleingeister an Palmer Auftritt als "Sheriff" aufgeilen, ist doch nur der Beweis dafür. Mehr scheint an der Arbeit des OBs Palmer nicht auszusetzen sein. Egal, anfangs war das Geschrei noch lustig, jetzt wird es langsam peinlich und langweilig. Mal sehen, wer sich noch in dieser Woche zu Wort meldet, satt seine Arbeit zu machen. Und an "Politkasper" haben wir wohl in Berlin doch auch mehr als genug, oder?

  3. 60.

    Wenn man sich in Berlin durch diese Strafmaßnahmen wieder frei und ohne Angst bewegen könnte, wären dies profane Mittel. Im übrigen ist dort das Wohnungsproblem gelöst. Mit Arbeit und staatlicher Hilfe würde das Wohnungsproblem gelöst.

  4. 58.

    Singapur? Aha. Wollen Sie hier Prügelstafen? Und die Todesstrafe? Bitte mal nachdenken, bevor man Vergleiche anstellt. Diese Zucht und Ordnung in Singapur ist nicht mit unserer Auffassung vereinbar.

  5. 57.

    mit Ihrer Replik haben Sie schon recht, allerdings gibt es wesentlich größere Stadte als Berlin und dort hat man es auch geschaftt, die größten Mißstände einzudämmen ( NY ) , insofern hinkt der Vergleich mit Tübingen . Einer großen Stadt steht auch ein großer Verwaltungsapparat zu Verfügung . Sie sollten sich bzw. Berlin nicht perrsönlich angegriffen fühlen, sondern lediglich realisieren , dass es durchaus kritikwürdige Zustände gibt.. Informieren Sie sich mal über Singapur, dann wissen Sie was ich meine. https://www.tagesschau.de/ausland/singapur-autofrei-101.html
    darüber kann man nun trefflich streiten, aber der Erfolg ist nicht wegzuwitzeln.
    schönen Abend

  6. 56.

    Mit oder ohne Brille kann man sehen und fühlen,dass Berlin teilweise sehr herrunter gekommen ist . Das kann man drehen und wenden wie man will.
    Und so ganz unschuldig ist der reg.Burgermeister und sein Senat nicht daran.

  7. 55.

    Wiedereinmal voll auf den Punkt gebracht. Ihre Erwähnung an die großartigen Verfilmung „ Berlin-Alexanderplatz“ von RWF ist zweifellos hier besonders angebracht für all die Miesmacher unserer vielseitigen Hauptstadt. Ich sah diese Serie sogar ein zweites Mal zusammen mit meinen Freunden in San Francisco. Natürlich auf deutsch mit Untertitel.

  8. 54.

    Richtig. Aber um Berlin-Alexanderplatz im Zusammenhang mit dieser Diskussion sehen zu können, bräuchte es ein gewisses Maß an Offenheit und der Fähigkeit zur Reflektion. Leute die behaupten, in anderen Millionenstädten gäbe es "solche" Probleme nicht, die nur Schwarzmalerei betreiben und in keinster Weise bereit sind, über ihren Tellerrand hinaus zu schauen-die werden damit wenig anfangen können. Danke für den Buchtipp, ich werde mich informieren ;-) Und nun muss ich mich in den schrecklichen Moloch Berlins begeben, habe etwas in Nord-Neukölln zu erledigen. Ich hoffe, ich komme heil nach Hause :-D

  9. 52.

    Sie sehen, genau wie Palmer, die Probleme Berlins durch die kleinbürgerliche Brille. Und genau wie er haben sie keine Sachkenntnis, geschweige denn Vorschläge zur Lösung des Problems.

    "...früher in der Bronx. Dort ist aber nicht so versifft wie bei uns und Drogen wurden mir da auch nicht gleich am Bahnsteig angeboten."

    Die Bronx war in 70/80 ern kein Vergleich zu Berlin. Auch heute nicht. Der größte zusammenhängende rechtsfreie Raum in Berlin befindet sich im Internet. Etwas vergleichbares wie in NY oder LA finden sie nicht in Berlin.

    Was das BER Desaster damit zu tun haben soll bleibt ihr Geheimnis.

    "Früher standen auch keine acht Polizeiwagen am Kotti." Da macht man was (in meinen Augen Placebo) und dann ist es ihnen auch nicht recht, ja was denn nu?

    Das was ihnen und den Palmers überall fehlt ist nicht nur die Sachkenntnis, sondern die Erkenntnis dass sich die Probleme Berlin nicht mit einem Dekret vom Tisch wischen lassen. Da braucht es Geld und Zeit.

  10. 51.

    Sie haben recht! Diese "Müller", Palmer oder sonstigen kleingeistigen Provinzler und Spießer aus ihrer vermeintlich heilen Welt können oder wollen Berlin nicht begreifen.

    Berlin war schon immer so und Berlin wird immer so bleiben. Ein Schmelztiegel. Ein Moloch.

    Als behutsame Therapie empfehle ich solchen Menschen "Ein Mann will nach oben" oder "Berlin - Alexanderplatz", gerne auch die Fernsehfolgen. ;-)

    Lamprecht und die Sukowa sind begnadete Schauspieler. Und RWF? - priceless.

    Ich empfehle die Bücher.

  11. 50.

    Also ich zumindest reise viel und kann diese hier typische Ansammlung von Dysfunktionalität, Versiffung plus Kriminalität woanders nicht regelmäßig in Großstädten entdecken. Wo bleiben denn sonst noch Flughäfen über zwei Dekaden im Bau stecken? Berlin stand 2010 bzgl. Versiffung und Kriminalität noch viel besser da als heute, Taschendiebstahl hat sich z. B. einfach mal verfünffacht, bis man beschloss, den polizeilich nicht mehr zu bearbeiten, was "gesunkene" Zahlen bewirkt haben soll. Früher standen auch keine acht Polizeiwagen am Kotti.

  12. 49.

    Palmer beklagte Drogenhandel, Kriminalität und Armut. - Das haben wir alles vor der Haustür, plus neuerdings Versiffung und Ratten durch Fütterung durch Tourimüll. Wohnt Müller eigentlich in Berlin? (Rhet. Frage.)
    Man kommt sich hier machmal vor wie früher in der Bronx. Dort ist aber nicht so versifft wie bei uns und Drogen wurden mir da auch nicht gleich am Bahnsteig angeboten.
    Wer ist denn wohl dafür zuständig, dass hier ganz normale Wohnviertel innerhalb von ein paar Jahren in NGA (bei uns 2016 offiziell verkündet, seit Jahren Kriminalitässchwerpunkt) und Versiffung kippen?

  13. 48.

    Die Diskussion hat sich vom eigentlichen Thema des Artikels wieder einmal weit entfernt. Wir bitten alle Userinnen und User, sich an die Netiquette zu halten und beim Thema des Artikels zu bleiben. Davon abweichende Kommentare werden nicht mehr freigeschaltet.

  14. 47.

    Was genau haben sie an "Nehmen sie doch einfach mal ihre blau bis dunkelbraun gefärbte Sonnenbrille ab und sehen sie einfach mal ohne ihre Filter." nicht verstanden?

    Sie haben meinen Kommentar nicht verstanden. Das tut mir Leid für Sie. Bitte lesen Sie ihn noch mal Wort für Wort. Vielleicht klappt es ja dann. Ihnen dabei Glück zu wünschen ist leider vergebens.

    Was wollen sie eigentlich mit ihrer dummdreisten Art erreichen? Versuchen sie es doch mal bei PI-News oder RT, da dürften sich schon ein paar Claqueure für die Auswüchse ihrer Gesinnung finden lassen.

  15. 46.

    Falsch. Ich bezeichne nicht "alles" als Morast sondern den Morast. "Ist nicht alles schön" Ach ja? Hab ich was anderes behauptet?

    Aber Vorschlag zur Güte: Wir können statt des Begriffes Morast auch den Begriff Gosse verwenden. Paßt schließlich genau so gut.

  16. 45.

    Wenn Herr Palmer Beruflich nach Berlin MUSS, dann GEHT ihn das was an. Da können Sie lamentieren wie Sie wollen.

    "jedem das Seine" KZ-Befürworter? NS-affin? Freudscher Versprecher?

  17. 44.

    Einfach die Kehrwoche einführen und alles wird gut.... Herr Müller, bitte nicht über jedes Stöckchen springen. Lassen Sie Herr Palmer reden. Bei Tübingen brauchen die meisten ja schon Hilfe, es auf der Landkarte zu finden.

  18. 43.

    Sehr wahr Ihre Worte, danke. Im übrigen hatten wir schon „Miesepeter und Schlechtredner „ im alten Westberlin, nun sind es leider nur noch mehr geworden. Woher kommen die bloß? Dreimal dürfen wir raten.

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