Archivbild: Ein Polizist bewacht eine Absperrung in Brandenburg am 01.12.2017 (Quelle: dpa/Sebastian Gabsch/Geisler-Fotopre)
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Anschlag in Frankreich - Polizei in Berlin und Brandenburg reagiert auf Straßburg

Nach dem Anschlag in Straßburg sind die Sicherheitsbehörden auch in der Region sensibilisiert. Brandenburg setzt zusätzliche Streifen auf seinen Märkten ein. Berlins Senat teilt mit: "Wir schützen sichtbar und mit verdeckten Mitteln."

Die Sicherheitsbehörden in Berlin und Brandenburg haben nach dem Anschlag auf den Straßburger Weihnachtsmarkt ihre Sicherheitsvorkehrungen angepasst.

"Wir sind ohnehin schon mit vielen Bereitschaftspolizisten auf den Weihnachtsmärkten unterwegs", sagte der Sprecher des Polizeipräsidiums Brandenburg, Torsten Herbst am Mittwoch. Jetzt werde man die Polizeipräsenz noch einmal deutlich erhöhen.

Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) versicherte, dass die Polizei der Stadt auf Anschlagsszenarien wie in Straßburg vorbereitet sei. Was dort geschehen sei, zeige, "dass die Terrorgefahr unverändert hoch ist", sagte Geisel am Mittwoch. Das gelte auch für Berlin.

Bei dem Anschlag am Straßburger Weihnachtsmarkt wurden am Dienstagabend nach den jüngsten Angaben der regionalen Verwaltung drei Menschen getötet und etliche verletzt. Für die Attacke soll ein 29-Jähriger verantwortlich sein, nach dem seither gefahndet wird.

Berlin will Sicherheitskonzept gegebenenfalls anpassen

"Die Polizei ist entsprechend vorbereitet und schützt sichtbar und mit verdeckten Mitteln die Weihnachtsmärkte in unserer Stadt", so Geisel weiter. Sie sei auf unterschiedliche Anschlagsszenarien eingestellt - nicht nur auf Angriffe mit Lastern wie beim Attentat auf den Berliner Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche am 19. Dezember 2016.

Und ein Polizeisprecher ergänzte, dass nach Straßburg die Sicherheitsmaßnahmen nun nicht automatisch weiter hochgefahren würden, da die Berliner Polizei bereits einen sehr umfassenden Grundschutz sicherstelle. Das Sicherheitskonzept der Märkte werde im engen Austausch mit anderen Sicherheitsbehörden in Deutschland regelmäßig überprüft. Dort, wo es unter Berücksichtigung der aktuellen Erkenntnisse aus Straßburg gegebenenfalls erforderlich ist, werde es Anpassungen geben.

Mehr Personal auch in den Direktionen

In den Direktionen Brandenburgs wird nach einer Besprechung der Brandenburger Sicherheitsbehörden am Mittwochmorgen mehr Personal eingesetzt. "Unsere Beamten sind sensibilisiert und informiert", sagte Herbst.

In diesem Jahr wurden viele Märkte mit schweren und zusätzlichen Sperren  abgeriegelt. So gibt es auf dem Alexanderplatz, dem Gendarmenmarkt und vor dem Schloss Charlottenburg erhöhte Sicherheitsvorkehrungen.

"Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen muss uns aber allen klar sein: Es gibt keinen hundertprozentigen Schutz in offenen Gesellschaften wie unserer", betonte Geisel. "Diejenigen, die das behaupten, geben ein Sicherheitsversprechen ab, das sie nicht einlösen können. Wir dürfen uns nicht einschüchtern lassen und unseren Lebensstil ändern. Wenn wir das tun, haben die Terroristen ihr Ziel erreicht."

Sendung: Inforadio, 12.12.2018, 12.40 Uhr

Kommentar

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22 Kommentare

  1. 22.

    Erzählen Sie das den Familien die Opfer von Terroranschlägen wurden. Ich denke aber, dazu fehlt Ijnen der Mut und die richtige Argumentation. Sie kommen aus einen irgendeinen Dorf aus der BRD und geniessen die bunte Vielfalt in Neukölln. Für diesen "Luxus" sind Sie natürlich auch bereit ein paar Menschen über die Klinge springen zu lassen. Sollte dem nicht so sein, lassen Sie es mich bitte wissen.

  2. 21.

    Genau. Vehemente Leugnung ist eine der bewährtesten Methoden zur Gefahrenabwehr. Und die Partei hat immer Recht.

  3. 20.

    Der Kontinent wird nicht islamisiert, dass Christentum wird nicht unterdrückt, und Panik und Paranoia sind auch nicht zielführend.

  4. 19.

    Keine Mavht den Sicherheitsfanatikern ! Freiheit statt Überwachungs/Sicherheitsstaat.

  5. 18.

    Hallo Kai, wenn Sie beklagen, dass „jenseits des Tellerrandes“, wo genau lassen Sie offen, die dortige Praxis von Religionsfreiheit nicht Ihren Wünschen entspricht: Liegt das in Ihrer Macht, das zu ändern? Sie können hier in Ihrer Umgebung etwas ändern, sich dafür verwenden, dass Freiheit für andere möglich wird. Was ist das, was Sie hier für das Verständnis und ggf. Gedeihen Andersdenkender tun? Konkret.

  6. 17.

    Es ist schon so, dass sich durch die weltweiten Anschläge alles verändert hat. Das beschäftigt und ängstigt die Menschen, das ist doch verständlich. Ständig hört man dazu noch von Ermittlungspannen, die z.t. sogar zu diesen Situationen führten, manche hätte man wohl sogar verhindern können. Verschwörungstheorien und Panikmache sind trotzdem nicht der beste Weg, diese fehlgeleiteten und fanatischen Menschen sollten wir nicht zu dicht an uns heran lassen. Die Freude am Leben dürfen Sie uns nicht nehmen. Trotzdem fehlt es mir an Verständnis für die Leute, die nunmal Angst haben und sich bedroht fühlen. Da fehlt es seitens der Politik an Bürgernähe. Und dann wird sich gewundert, wenn diese Menschen auf die „Rattenfänger-Parteien“ herein fallen, die Schutz und hartes Durchgreifen versprechen. Hört doch endlich einmal den Menschen zu und nehmt ihre Sorgen und Ängste wahr und ernst.

  7. 16.

    Was wollen Sie uns eigentlich damit sagen? Sicherheitsvorkehrungen an den Weihnachtsmärkten sind leider vonnöten und wie Sie feststellen können beileibe nicht unangebracht. Hier uns nun die dafür nötigen Kosten auszubreiten, finde ich sogar geschmacklos.

  8. 15.

    Ja, Menschen sind, wie sie sind und im Leben passiert viel. In jeder Region gibt es einzelne Menschen mit ellenlangem Vorstrafenregister und Menschen, die anderen gern vorschreiben, wie sie zu sein haben und Menschen, die ortsfest sind , aber genau wissen, wie sich Leute woanders verhalten sollen. Und alles dazwischen und ganz anders gibt es auch. Jeder versucht sein Bestes - und andere tun das mit ihrer Beurteilung. Na und? Kehre jeder vor seiner eigenen Tür, dann wird „meine Welt“ so sauber wie ich es vermag. Der Rest steht nicht in meiner Macht. Und wenn ich mich errege, dann liegt auch das in mir und nicht ein einziges Mal am anderen. Das kann man endlos fortsetzen, ja. Und es bringt nichts, sich aufzuregen, ja.

  9. 13.

    Vor allem hört man nie etwas davon, das die andere Seite Ihre Feste sichern muss! Höchst einseitig die Gefahrenlage... Aber ich verstehe wie immer Einzelfall wo nichts mit nichts zu tun hat... Weiter schlafen

  10. 12.

    Ich schließe mich Ihnen an. Bei uns wurden sogar bei einer Veranstaltung die Briefkästen verschlossen, wie es beim Weihnachtsmarkt aussieht wird sich noch zeigen.

    Und dann noch die Kosten die für die Sicherung von Veranstaltungen entstehen, zum Beispiel : Nur für den Breitscheider Platz in Berlin kosten die Sperrelemente und ihr Auf- und Abbau mehr als 2,5 Millionen Euro. Quelle: Welt


  11. 11.

    Sie haben vollkommen recht mit Ihren Ausführungen. Sehe ich genauso. Bedenklich finde ich es aber, dass es jetzt wie in Straßburg geschehen wieder ein Weihnachtsmarkt ist.

  12. 10.

    Man müsste einfach viel härter gegen solche Kriminellen vorgehen ! Er saß auch noch mehrfach im Gefängnis und jetzt hat er auch noch Menschen umgebracht ! Ich hoffe man findet ihn recht bald !

  13. 9.

    Er hatte es mit 29 Jahren EU-weit auf ganze 27 Delikte gebracht und lief frei herum. Fehlende Kontrolle gab es vorher schon bei anderen Attentätern, einer hatte in der EU x verschiedene Identitäten, 12 oder 28 oder so.

  14. 8.

    Es hat in Dt. mehrere (auch nur versuchte) Anschläge auf Weihnachtsmärkte gegeben, in einem Fall vermeidbare zweistellige Todeszahl durhc einen bekannten Gefährder, wofür bis heute niemand die Verantwortung übernommen hat. Deswegen werden die Weihnachtsmärkte ja verbarrikadiert. Bei uns steht auf einem Mini-Weihnachtsmarkt für Kinder am Eingang jetzt schon 3 x Security. "Lustig" ist das nicht.

  15. 7.

    ...lesen hilft....auch und vor allem über unseren Tellerrand hinaus .

  16. 6.

    Wo hat sich denn rbb|24 "lustig gemacht"? Es war eine ganz normale, sachliche Frage. Beantworten Sie sie doch lieber (es geht hier übrigens um Weihnachtsmärkte, auch wenn Sie behaupten, es ginge ja jetzt nicht um Weihnachtsmärkte): Wo werden Sie denn in der Ausübung Ihrer christlichen Religion in Deutschland konkret eingeschränkt? Und jetzt bitte kein "was man so hört" über vier Ecken von Cottbus aus. Sondern konkret wie Sie diese Einschränkung erleben. Ich bin gespannt.

  17. 5.

    @rbb24 tun sie doch nicht so und machen sie sich nicht lustig. Der Vorredner meinte das mit Sicherheit nicht im Bezug auf Weihnachtsmärkte sondern allgemein. Befassen sie sich doch mal mit Religionsfreiheit auch und vor allem über unseren Tellerrand hinaus. Schauen Sie doch mal in die muslimische Welt und wie es Christen oder Juden dort so geht.

  18. 4.

    Die "Unterdrückung des christlichen Glaubens"? Wo und in welcher Form begegnet die Ihnen denn auf Weihnachtsmärkten?

  19. 3.

    Wir haben uns schon einschüchtern lassen. Selbst in Wien werden Weihnachtsmärkte geschützt, allerlings etwas taktvoller mit versenkbaren Stahlpollern.Die früher friedliche Weihnachtszeit ist Geschichte, weil viele der Verantwortlichen sich in ihrer Untätigkeit , auf die Religionsfreiheit anderer Kulturen berufen, aber die Unterdrückung des christlichen Glaubens ignorieren. Danke.

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