Collage: Zwei Frauen betrachten argwöhnisch einen DDR-Staubsauger; ein freilaufender Hirsch auf der Straße in Spandau. (Quelle: imago/rbb)
Bild: imago/rbb

Kuriose Polizeimeldungen 2018 - Von Alarm schlagenden Staubsaugern und verirrten Tieren

Vor dem Putzen sollte man manche Haushaltsgeräte nach einem Zünder absuchen, mit geklauten Handys sollte man keine Selfies machen - und angeln zu können, schadet auch nicht: Das alles lehren Polizeimeldungen aus dem Jahr 2018. Eine Auswahl kurioser Fälle.

Polizisten haben viel zu tun: Sie müssen Hirschen aus Spandau nachspüren, Staubsauger untersuchen und natürlich auf ihr Auto achten. rbb|24 hat sich dieses breite Aufgabenfeld zum Ende des Jahres 2018 einmal genauer angeschaut - und die kuriosesten Polizeimeldungen zusammengestellt.

Die ausführlichen Beiträge finden Sie jeweils beim Klick auf den Link - oder weiter unten beim Klick auf den Teaser.

Zwölf Schafe im Volkspark Friedrichshain

Schafe auf einer privaten Grillanlage im Volkspark Friedrichshain in Berlin (Quelle: Berliner Polizei)
Bild: Berliner Polizei

Dass in Berlin in Parks und auf Wiesen gegrillt wird, ist nicht neu. Wahrscheinlich wird von Seiten des Ordnungsamtes bei der einen oder anderen wilden Feier auch mal ein Auge zugedrückt. Doch diese Grillparty war den Behörden dann doch etwas zu krass: Im Mai wurde die Polizei in den Volkspark Friedrichshain gerufen, weil dort gleich zwölf ganze Schafe über dem Feuer hingen. 150 Beamte beendeten die Feier mit 150 Menschen - auch, weil die Spieße mit Autobatterien betrieben wurden. Die glühenden Kohlen lagen außerdem ungeschützt auf dem trockenen Rasen, so dass Brandgefahr bestand. Die Begründung der Feiernden für die ausschweifende Veranstaltung: Es handele sich um den Feiertag zu Ehren Georg des Drachentöters, eines Heiligen aus dem 3. Jahrhundert.

Betrunkene bei Supermarkt-Ausbruch ertappt

Hier ist das richtige Lesen der Überschrift wichtig: Supermarkt-AUSBRUCH. Nicht Einbruch. In Rathenow lösten nämlich zwei Betrunkene Anfang Dezember die Alarmanlage aus, weil sie sich in einem Laden abfüllten, dann dort einschliefen und anschließend versuchten, ins Freie zu kommen.

Bescheidener Räuber überfällt Getränkeladen

Kein Aus- oder Einbruch, sondern ein Überfall auf einen Getränkeladen rief die Brandenburger Polizei Anfang November in Werder (Potsdam-Mittelmark) auf den Plan. Der Räuber bedrohte einen Angestellten und forderte Geld. Doch dann zeigte sich der Täter unerwartet bescheiden: "Als der Mitarbeiter das Geld aus der Kasse entnahm und dem Täter geben wollte, äußerte dieser, dass er so viel Geld gar nicht benötige, woraufhin der Mitarbeiter einen Teil des Geldes wieder in die Kasse zurücklegte", berichtet die Polizei.

Ein Streifenwagen ist plötzlich "weg"

Symbolbild - Ein Spielzeug-Polizeiauto steht auf einem Brett (Bild: dpa/Christian Charisius)
Bild: dpa/Christian Charisius

Kennen viele: Man stellt das Auto irgendwo ab und findet es dann nicht wieder. Da Polizisten, wenn auch in Uniform, auch nur Menschen sind, kommt das natürlich auch bei der Polizei mal vor. 

Im September war ein "in Verlust geratener Funkstreifenwagen" der Berliner Polizei nur vermeintlich abhandengekommen. Das als fehlend gemeldete Polizeiauto sei nämlich - so die Polizei via Twitter - "nie wirklich verschwunden" gewesen. Die Kollegen hätten den Wagen bei der Abholung aus der Werkstatt schlicht nicht ausgetragen. Das "verschwundene" Auto hatte für Unruhe gesorgt, weil der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan auf Staaatsbesuch in Berlin war.

Erst klauen und dann ein Täterfoto liefern

Einbrechen ist hinterhältig, wer dann auch noch etwas mitgehen lässt, ist ein schwerer Fall. Ein Mann hatte im Januar 2018 genau das gemacht, und zwar beides: Einbruch in eine Wohnung und Diebstahl. Zu seiner Beute gehörte ein Handy, das er allerdings später nutzte, um ordentlich Selfies zu machen. Ein schwerer Fehler.

Betrunkener debattiert mit Strohpuppe

Symbolbild Strohpuppe (Foto: imago/Steinach)
Bild: imago stock&people

Das kleine Örtchen Goyatz hatte laut Wikipedia im Jahr 2011 exakt 691 Einwohner. Gehen wir mal davon aus, dass in den vergangenen Jahren nicht Tausende dazukommen sind, dann ahnt man: Viele Menschen trifft man in der kleinen Gemeinde am Schwielochsee wohl nicht an.

Und so begab es sich in diesem sehr heißen Sommer, dass ein vielleicht einsamer Mensch mit einer am Dorfplatz stehenden Strohpuppe diskutierte. Er fuhr mit dem Auto davon (wir wissen aber nicht, ob er ob der geistigen Überlegenheit der Puppe flüchtete). Die Polizei wurde auf den Fall aufmerksam gemacht und stoppte den Mann später mit 1,14 Promille.

Polizei angelt Drogen

Rund 1,2 Kilogramm Drogen stellten Berliner Polizisten heute aus einer Neuköllner Dachrinne sicher (Quelle: Polizei Berlin)
Bild: Polizei Berlin

Eigentlich wollten die Berliner Polizisten im August nur einen Führerschein einziehen, doch dann angelten sie einen dickeren Fisch: Als die Beamten bei einem 26-Jährigen in Neukölln klingelten, um die Fahrerlaubnis einzukassieren, flog plötzlich ein Päckchen aus dem Fenster der Dachgeschosswohnung. Es landete in der Dachrinne. Und wie Kommissar Zufall es so wollte, gab es in der Wohnung eine Angel. Und mit der holte sich die Polizei die 1,2 Kilogramm Marihuana. 

DDR-Staubsauger ruft Bombenexperten auf den Plan

Aufnahme aus dem Jahr 1974: Frau beim Staubsaugen (Quelle: akg-images/Straube)
Bild: akg-images/Straube

Am 5. Februar 2018 wurde der "Zirkeltag" gefeiert. Denn an diesem Tag ist die Mauer genauso lange weg, wie sie vorher da war: 28 Jahre, 2 Monate und 26 Tage. Seitdem ist die Mauer länger weg, als sie vorher da war - aber trotzdem kennen sich Ostler und Westler offenbar immer noch nicht richtig genau. Vielleicht kennen wir aber einfach auch nicht alle historischen Gegenstände unserer Vorfahren.

In Schönwalde-Glien (Havelland) buddelte ein Anwohner im Boden und entdeckte einen Gegenstand, den er für eine Bombe hielt. Herbeigerufene Polizisten schauten sich die Sache an - und hielten die Sache weiter für gefährlich. "Da ein Bombenfund noch immer nicht auszuschließen war, wurden entsprechende Fachkräfte der Polizei hinzugezogen", hieß es. Erst Experten stellten schließlich fest: Es war ein alter DDR-Staubsauger.

Tiere, Tiere, Tiere

Ein Hirsch auf einer viel befahrenen Straße in Berlin-Spandau (Quelle: Ronald Pelzer)
Bild: Ronald Pelzer

Besonders rührend, kurios und traurig sind - jedes Jahr - die Polizeimeldungen, in denen Tiere vorkommen. Da ist das Jahr 2018 natürlich keine Ausnahme.

1.) Im Oktober flüchtete ein Hirsch aus einem Wildgehege in Spandau und wanderte ins Havelland. Mal lief er auf dem Gehweg, später am Straßenrand auf der Bundesstraße 5. Auf der B5 nahe Dallgow-Döberitz (Landkreis Havelland) wurde das Tier schließlich an der Abfahrt Sperlingshof betäubt und dann zehn Minuten später von der Abfahrt Dallgow aus unverletzt zurück nach Berlin gebracht. 

2.) Im September spazierte ein Elch durch Templin. Er überraschte Schulkinder in der Mittagspause, wanderte durch Gärten und dann über Felder, um in anderen Gärten Äpfel zu mampfen. Er wurde mit einem Betäubungsgewehr ruhiggestellt und abtransportiert.

3.) Eine traurige Geschichte ereignete sich im November in Spandau: Dort hatte ein 80-Jähriger auf einem Supermarkt-Parkplatz ein Wildschwein erschlagen, um es zu essen. Die Polizei fand ein enthauptetes Wildschwein, gehäutet und teilweise ausgenommen. In einer Kiste lagen bereits einige Fleischstücke und Eingeweide, daneben fanden die Beamten Schlachtwerkzeuge, darunter ein Beil. Die Erklärung des Mannes: Er habe das "zutrauliche Tier" erschlagen, weil er sich das Fleisch sonst nicht leisten könne. Gegen ihn wurden Ermittlungen wegen Jagdwilderei aufgenommen.

4.) Traurig und grausam ging das Jahr auch schon los: Im Neuköllner Streichelzoo in der Hasenheide hatten Unbekannte zwei Schafe gestohlen und eines davon getötet. "Am Fuße der Rixdorfer Höhe fanden wir die Überreste unserer schwangeren 'Rose'", hieß es damals auf der Internetseite des Streichelzoos. Die Fleischteile wurden "sauber getrennt", erläuterte Polizeisprecher Petersen rbb|24. Vermutlich sei das Schaf professionell geschlachtet worden. 

Im Februar dann die nächste grausame Tat: Zwei Männer wurden festgenommen, weil sie - wieder in der Hasenheide - eine Angoraziege getötet hatten. Auch "Lilly" war trächtig. Die beiden Täter wurden später zu einer Freiheitsstrafe von neun bzw. zehn Monaten verurteilt.

5.) Es gab aber auch viele Happy-End-Storys: Heldenhaft konnte die Berliner Polizei etwa eine Schildkröte und ihre Besitzerin zusammenführen, die sich am Hauptbahnhof aus den Augen verloren hatten.

Wer vermisst seine Sadomaso-Ausrüstung?

Nach diversen Kellereinbrüchen im Bereich A 41/A 34 (Schöneberg/Mitte) aufgefundene Gegenstände, die bisher keinem Tatort oder Geschädigten zugeordnet werden konnten. (Quelle: Polizei Berlin)
Bild: Polizei Berlin

Wir wissen nicht, ob sich die Besitzer bereits gemeldet haben, deswegen hier nochmal der Service der Polizei: Wer Nippelklemmen, aufpumpbare Dildos, Ketten und Masken vermisst, der möge sich bitte melden. Diese Gegenstände wurden gestohlen.

Sex-Spielzeug sorgt für Sperrung am Flughafen Schönefeld

Und da wir schon beim Thema Sex-Spielzeug sind: Selbiges hatte im August für Verzögerungen am Flughafen Schönefeld gesorgt, weil ein verdächtiger Gegenstand gefunden wurde - beim Röntgen des Gepäcks.

"Möchten Sie die Sitze zurück?"

Beamte der Bundespolizei überprüfen einen Pkw-Fahrer an einer Autobahnabfahrt nahe Frankfurt (Oder) (Brandenburg). (Quelle: dpa/Patrick Pleul)
Bild: dpa/Patrick Pleul

Im Juli bekommt rbb-Reporter Daniel Jorewitz einen Anruf von der Kripo mit der Frage, ob er seine Autositze zurückhaben möchte. Sein Auto war zwei Jahre zuvor gestohlen worden. Jorewitz sagte "Danke!" und lehnte ab. "Mir wäre das komplette Auto lieber gewesen", meint er. "Aber das ist ja offenbar in hundert Teile zerlegt und verkauft worden."

24 Stunden: Zusammen mit Twitter und der Polizei

Zu was für kuriosen Einsätze die Berliner Polizei ausrückte, zeigte auch ein Twitter-Marathon im Sommer. Die Behörde tickert 24 Stunden lang, was in der Hauptstadt so los ist. Hier einige ausgewählte Tweets:

Ausgewählte Polizeimeldungen bei rbb|24

Die Highlights 18/19

Ein als Raumfahrer verkleideter Mensch mit Wunderkerze (Quelle: imago/Vasily Pindyurin)
imago/Vasily Pindyurin

Rückblicke | Ausblicke - Das war 2018 - und so könnte 2019 werden

Was waren die kulturellen Highlights des Jahres - und wofür sollte man im Jahr 2019 Tickets kaufen? Was waren die Top-Nachrichten? Und wie stehen die Fußballvereine der Region? Hier finden Sie unsere Beiträge mit Blick zurück auf 2018 - und in die Zukunft.

Sendung:

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsereNetiquette zum Kommentieren von Beiträgen sowie unsere Richtlinien zum Datenschutz.

Das könnte Sie auch interessieren

Straßenansicht Manfred-von-Richthofen-Straße
radioeins/Mücke

Unterwegs in der Manfred-von-Richthofen-Straße - Im Sturzflug durch die Geschichte

Herrschaftliche Gründerzeit-Paläste neben kleinen Reihenhäusern: Die Manfred-von-Richthofen-Straße in Berlin-Tempelhof wirkt recht uneinheitlich. Um die Ecke ist das hippe Kreuzberg, aber das interessiert hier längst nicht alle. Von Annekatrin Mücke

radioeins sendet ab 13 Uhr live aus der Manfred-von-Richthofen-Straße