Feuerwehrleute warten im Amtsgericht Brandenburg/Havel auf den Prozessbeginn um dem Tod ihrer Kamerade bei einem Unfall auf der A2 (Quelle: dpa/Settnik).)
Video: rbb|24 | 05.12.2018 | 16 Uhr | Bild: dpa/Bernd Settnik

Prozess auf kommende Woche vertagt - Feuerwehrleute schildern vor Gericht tragischen Unfall auf A2

Im September 2017 raste er mit seinem Lastwagen auf der A2 in eine Unfallstelle, zwei Feuerwehrleute starben. Vor Gericht hat der angeklagte Lkw-Fahrer die alleinige Schuld an dem Unfall eingeräumt. Die Richterin vertagte den Prozess um rund eine Woche.

Der Prozess um den tragischen Unfalltod zweier Feuerwehrleute auf der Autobahn 2 soll kommende Woche Donnerstag (13.12.) fortgesetzt werden. Das hat die Vorsitzende Richterin am Amtsgericht Brandenburg an der Havel am Mittwoch auf Wunsch der Anwälte entschieden.

Zuvor hatte der angeklagte Lastwagenfahrer seine Schuld an dem Unfall eingeräumt. "Ich bin allein für den Tod von zwei Feuerwehrleuten und die Verletzung eines weiteren Feuerwehrmannes verantwortlich", hieß es in einer Erklärung, die der Verteidiger des 57-Jährigen am Mittwoch verlesen hat.

Allerdings könne er sich an die Ereignisse kurz vor dem Unfall nicht erinnern. Daher könne er nicht ausschließen, dass er am Steuer kurzzeitig eingeschlafen war, erklärte er. Die vorgeschriebenen Ruhepausen auf seiner Fahrt in Richtung Berlin habe er aber eingehalten, betonte der Fahrer. Auch habe er keine Anzeichen von Müdigkeit bemerkt.

Zeuge: "Da wurde mir klar, der kann nicht mehr bremsen"

Der Mann muss sich seit Dienstag wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht verantworten. Laut Anklage soll der Berliner am 5. September mit seinem Sattelzug auf der Autobahn A2 mit überhöhter Geschwindigkeit in eine Unfallstelle gerast sein. Dabei rammte er einen Polizeiwagen und zwei Feuerwehrfahrzeuge. Ein Feuerwehrwagen kippte um und begrub zwei 23 und 38 Jahre alte Feuerwehrmänner unter sich. Ein weiterer, ebenfalls 23 Jahre alter Feuerwehrmann wurde schwer verletzt. Aus Sicht der Staatsanwaltschaft war der Lastwagenfahrer übermüdet.

An dem Einsatz Beteiligte schilderten am Mittwoch im Prozess die Sekunden vor dem tödlichen Zusammenstoß. Der Crash passierte, als Rettungskräfte gerade ihren Einsatz an einer Unfallstelle beenden wollten. Er habe den Sattelzug bemerkt, der sich mit normaler Geschwindigkeit auf der rechten Spur der taghell ausgeleuchteten Unfallstelle näherte, berichtete ein Feuerwehrmann. "Als er ganz nahe war, wurde mir klar, der kann nicht mehr bremsen". Dann habe er gerufen:  "'Achtung! Weg, alle weg' - und dann sind wir in Deckung gegangen."

Der bei dem Unglück verletzte Feuerwehrmann war in letzter Sekunde von dem später getöteten 38-Jährigen gerettet. Der 23-jährige Feuerwehrmann beschrieb vor Gericht die Situation: "Wir hörten von vorne den Ruf 'Achtung! Weg, weg' - und da hat mich der Wehrführer von dem Fahrzeug weggestoßen", berichtete der Feuerwehrmann dem Gericht. Dann sei der Wagen umgekippt und habe den Wehrführer und einen gleichaltrigen Kameraden erschlagen. Der überlebende 23-Jährige erlitt eine Schulterverletzung.

Staatsanwaltschaft prüft weiteres Verfahren

Darüber hinaus will die Staatsanwaltschaft nun prüfen, ob der 57-Jährige sich erneut strafbar gemacht hat. Der 57-Jährige sei nach dem ersten Prozesstag am Dienstag mit einem Wagen davon gefahren, erklärte die Anwältin einer Nebenklägerin am Mittwoch vor dem Amtsgericht Brandenburg/Havel. Dafür gebe es Zeugen und eine Videoaufnahme. Da dem Angeklagten der Führerschein entzogen worden war, droht ihm ein weiteres Verfahren.

Sendung: Antenne Brandenburg, 5.12.2018, 11 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsereNetiquette zum Kommentieren von Beiträgen sowie unsere Richtlinien zum Datenschutz.

Das könnte Sie auch interessieren