Collage: Brandenburger Feuerwehrleute nach Löscharbeiten bei Treuenbrietzen; Zieldurchlauf von Eliud Kipchoge beim Berlin-Marathon 2018; Mike Schwitzke mit einer entschärften Weltkriegsbombe. (Quelle: dpa)
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Meistgeklickt - Was rbb|24-Leser 2018 am meisten interessierte

Eine entschärfte Weltkriegsbombe, eine ins Straucheln geratene AfD-Politikerin und die Waldbrand-Katastrophe bei Treuenbrietzen - diese und noch einige andere Themen erregten im vergangenen Jahr besonders großes Interesse auf rbb|24. Hier unsere Top Ten.

Auch in diesem Jahr hat rbb|24 wieder viele hundert aktuelle Berichte und hintergründige Geschichten aus der Region präsentiert: Von fragwürdigen Bio-Eiern und betrügerischen Medikamentenhändlern über stinkende Diesel und geplatze Prozesse bis hin zu entlassenen Gedenkstätten-Direktoren.

Doch zehn Geschichten haben mehr Aufmerksamkeit bekommen als alle anderen. Die meisten spielen in Berlin, die erfolgreichste in Brandenburg - und gleich zweimal geht es um die ehemalige Mauer zwischen Ost und West. Hier nun unsere "Top Ten" in umgekehrter Reihenfolge.

Platz 10: Weltkriegsbombe

Dass in Potsdam oder Oranienburg Bomben gefunden und entschärft werden, ist fast schon Alltag. Es kommt inzwischen so oft vor, dass Sprengmeister, wie zum Beispiel Mike Schwitzke, beinahe Kultstatus haben. Dass mitten in der Berliner Innenstadt eine Weltkriegsbombe entdeckt wird, ist dagegen eher die Ausnahme. Am 20. April aber passierte es.

Eine Fliegerbombe legte den Verkehr rund um den Hauptbahnhof über Stunden komplett lahm. Gegen 13.20 Uhr sprengte dann ein fünfköpfiges Team des Landeskriminalamtes den Zünder der 500-Kilo-Bombe.

Anschließend wurde die Bombe zum Sprengplatz in Grunewald abtransportiert, wo sie keinen Schaden mehr anrichten konnte.

Platz 9: Marathon

Zwei Dinge bringen die Berliner auf die Straße: Demo-Aufrufe und Laufsport. So standen im September wieder Zehntausende an der Marathonstrecke, um 44.389 Läuferinnen und Läufern dabei zuzusehen, wie sie sich quälen.

Einer machte es besser als alle anderen: Eliud Kipchoge. Der Kenianer lief Weltrekord und gewann den Berlin-Marathon damit bereits zum dritten Mal. Für die 42,195 Kilometer brauchte Kipchoge 2 Stunden, 1 Minute und 39 Sekunden.

Im Ziel wirkte der Kenianer trotz läuferischer Schwerstarbeit erstaunlich locker: "Die Zuschauer waren perfekt, meine Tempomacher waren perfekt. Ich habe das Rennen sehr genossen", sagte er dem rbb. 2019 will er wiederkommen - so wie viele andere Läufer auch.

Platz 8: Obdachlose

Obdachlose standen 2018 besonders im Fokus - und die Gründe dafür waren zumeist traurig. Senat und BVG stritten wegen der Einrichtung von Kältebahnhöfen, die Zeitschrift "Straßenfeger" musste eingestellt werden, und die Lage der Wohnungslosen verschlechterte sich trotz ausgeweiteter Kältehilfe und mehr Unterbringungsmöglichkeiten.

Besonders besorgniserregend war die Zunahme von Gewalt - zwischen Obdachlosen und gegen Obdachlose. Am meisten haben sich unsere Leser für den Fall von zwei Männern in Schöneweide interessiert, die im Juli mit einer brennbaren Flüssigkeit übergossen und angezündet wurden. In der Sache wurde inzwischen Anklage erhoben.

Platz 7: Kettenbrief

"Hallo, ich bin Momo und bin vor drei Jahren verstorben." Mit diesem Satz begann ein Kettenbrief, der 2018 über Monate hinweg an tausende Nutzer des Nachrichtendienstes "Whatsapp" verschickt wurde - darunter auch viele Kinder und Jugendliche. Zusammen mit einem verstörenden Profilbild sollte die Nachricht Angst einjagen. Wer sie in Umlauf gebracht hat, ist unklar.

Ein Sprecher der Brandenburger Polizei sagte damals: "Eltern sollten mit ihren Kindern darüber sprechen, und ihnen sagen, dass sie die Nummern des Momo-Profils nicht ansprechen, sondern die Kontakte sofort löschen sollen."

Platz 6: Silvester-Tote

Seit Jahren warnen Experten von Polizei und Feuerwehr zu Silvester vor importierten Billig-Böllern. Inzwischen sollte jeder wissen, dass "China-Kracher" oder "Polen-Böller" zum Discountpreis keine gute Idee sind. Umso größer war das Entsetzen, als zum Jahreswechsel 2017/18 zwei Männer aus Brandenburg Opfer ihrer Spreng-Vorrichtungen wurden. Sie hatten sich als Hobby-Feuerwerker versucht - und starben an schweren Verletzungen.

Silvesterbedingt gab es in Brandenburg in der Nacht zum 1. Januar 560 Polizei- und 300 Feuerwehr-Einsätze. In Potsdam brannte ein Balkon, in Wittenberge (Prignitz) kamen beim Brand eines Einfamilienhauses fünf Personen mit Rauchvergiftung ins Krankenhaus.

Platz 5: Hitler-Weinflaschen

Jessica Bießmann sagte, sie habe die Flaschen nicht gesehen. Aufmerksame Internetnutzer aber schon: Sie entdeckte auf einem zehn Jahre alten Foto Bießmanns Weinflaschen, die mit dem Porträt Adolf Hitlers verziert waren.

Die heute 37-jährige AfD-Politikerin bedauerte die Aufnahmen zwar - zu dem Chemnitzer Bekannten, in dessen Wohnung die Fotos entstanden, habe sie keinen Kontakt mehr. Dennoch beendete der kleine Skandal ihre Mitgliedschaft in der Berliner AfD-Fraktion. Sie gehörte dort dem rechten Flügel der Partei an und soll sich inzwischen AfD-intern Richtung Brandenburg und Thüringen orientiert haben - wo die Hardliner der Partei überwiegen.

Platz 4: Mauer-Tote

Wie viele Menschen starben an der deutsch-deutschen Grenze? Lange galt die Zahl 327 als korrekt. Doch Recherchen des rbb zeigten im November: Es könnten deutlich weniger Todesfälle sein, mindestens 50 sogar - unter anderem, weil bei der bisher gebräuchlichen Zählung Täter offenbar zu Opfern gemacht wurden.

So wurden auch Volkspolizisten, die Opfer eines Amoklaufes wurden, als Opfer aufgeführt, obwohl es keinen direkten Zusammenhang mit der Grenze gibt. Viele Opfer entpuppen sich sogar als gescheiterte Vollstrecker des Grenzregimes. Zeitzeugen bestätigen dies dem rbb. Die Bundesregierung kündigte nach der Veröffentlichung an, die Zahlen zu prüfen. Kurz darauf zog die Bundeszentrale für politische Bildung die kritisierte Statistik vorerst zurück.

Platz 3: KitKatClub

Im KitKatClub in Berlin-Mitte kam es Ende September offenbar zur Übertragung einer lebensbedrohlichen Hirnhautentzündung. Das Bezirksamt forderte daraufhin alle Besucher, die zur fraglichen Zeit im Club waren, auf, sofort einen Arzt oder eine Rettungsstelle aufzusuchen, denn: Man muss niemanden küssen, der eine akute Meningitis hat, um sich anzustecken. "Reden reicht schon", sagte Tomas Jelinek, Medizinischer Direktor des Berliner Centrums für Reise- und Tropenmedizin. Die Erkrankung kann sogar tödlich enden.

Deswegen war das Interesse groß, als im Oktober bekannt wurde, dass es im KitKatClub möglicherweise zu einer Übertragung der Meningokokken-Meningitis gekommen ist. Dass das KitKat ein Fetisch- bzw. Sexclub ist, habe damit übrigens rein gar nichts zu tun, sagte Jelinek.

Platz 2: Mauer-Funde

Eine neue Mauer wurde in Berlin nicht gebaut - denn das Kunstprojekt "DAU" wurde nach etlichen Irrungen und Verwirrungen schließlich abgesagt. Dafür wurde die frühere Mauer wiederentdeckt - und zwar gleich mehrfach: Im Februar in Schönholz nahe der S-Bahnhaltestelle, und im August in der Ida-von-Arnim-Straße unweit der neuen BND-Zentrale. Woraufhin sich ein aufmerksamer Leser und Mauer-Experte bei rbb|24 meldete - mit dem Hinweis, dass zumindest das zweite Mauerstück schon lange bekannt war.

Fazit: Falls Sie zufällig von Überbleibseln der Berliner Mauer wissen, die sonst keiner kennt, melden Sie sich gerne bei uns! Nächstes Jahr wäre ein passender Zeitpunkt: Dann feiert Berlin den 30. Jahrestag des Mauerfalles.

Platz 1: Waldbrand Treuenbrietzen

2018 war eines der schlimmsten Waldbrand-Jahre aller Zeiten für Brandenburg. Zwar hatte es in der Vergangenheit schon Jahre mit deutlich mehr Feuern gegeben, aber so zerstörerisch wie in diesem Jahr haben die Flammen noch nie gewütet - zumal bei extrem hohen Temperaturen und wochenlanger Trockenheit.

Am schlimmsten traf es die Gegend rund um Treuenbrietzen, Klausdorf und Jüterbog. Hier hielten gleich mehrere Waldbrände die Einsatzkräfte im Sommer in Atem. rbb|24 berichtete ausführlich.

Unser Liveticker zum Mega-Waldbrand bei Treuenbrietzen war die meistgeklickte Geschichte in diesem Jahr.

Die Highlights 2018/19

Ein als Raumfahrer verkleideter Mensch mit Wunderkerze (Quelle: imago/Vasily Pindyurin)
imago/Vasily Pindyurin

Rückblicke | Ausblicke - Das war 2018 - und so könnte 2019 werden

Was waren die kulturellen Highlights des Jahres - und wofür sollte man im Jahr 2019 Tickets kaufen? Was waren die Top-Nachrichten? Und wie stehen die Fußballvereine der Region? Hier finden Sie unsere Beiträge mit Blick zurück auf 2018 - und in die Zukunft.

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