Eine Frau führt sich mit einem Fächer kühle Luft zu (Quelle: dpa/Hendrik Schmidt)
Audio: RadioBERLIN | 29.12.2018 | Michael Ernst | Bild: dpa

Wetterbilanz für Berlin und Brandenburg 2018 - Zu warm, zu trocken und super sonnig

Dass im zurückliegenden Jahr diverse Wetterrekorde gebrochen wurden, erscheint auf den ersten Blick wenig überraschend. Bemerkenswert ist jedoch, wie deutlich sich einzelne Werte vom langfristigen Mittel abheben. Das Zeitalter des Klimawandels hat längst begonnen.

Im zu Ende gehenden Jahr war es in Berlin und Brandenburg so warm, trocken und sonnenscheinreich wie nie zuvor. Das geht aus einer vorläufigen Bilanz des Deutschen Wetterdienstes (DWD) vom Freitag hervor.

In Brandenburg lag die Temperatur im Jahresdurchschnitt bei elf Grad Celsius - und somit zwei Grad über dem langjährigen Mittel. Noch extremer sind diese Zahlen für Berlin: Mit 11,4 Grad Celsius lag die Temperatur 2,3 Grad über dem langjährigen Mittel.

In Brandenburg wurden im ganzen Jahr 2.200 Sonnenstunden gezählt, etwa 600 mehr als üblich. Auch in Berlin wurde ein neuer Rekord gemessen: 2.165 Stunden lang hat über der Hauptstadt die Sonne geschienen, 530 Stunden mehr als im Durchschnitt.

Ein selten trockenes Jahr

Zudem zählen Berlin und Brandenburg zu den Bundesländern mit den geringsten Niederschlagsmengen. In Brandenburg fielen im ganzen Jahr durchschnittlich 390 Liter pro Quadratmeter; normal sind circa 560 Liter. Etwas mehr Nass hat der DWD in Berlin gemessen: 400 Liter pro Quadratmeter sind allerdings auch in der Hauptstadt etwa 170 Liter weniger als normal.

Damit reihen sich Berlin und Brandenburg in den deutschlandweiten Wettertrend ein. Laut DWD zählt 2018 zu den wärmsten und sonnigsten Jahren seit Beginn der regelmäßigen Aufzeichnungen. Es gehört zudem zu den niederschlagsärmsten Jahren seit 1881. "Das Jahr 2018 stand ganz im Zeichen des Klimawandels", erklärte DWD-Pressesprecher Andreas Friedrich.

Nabu fordert Bodenversiegelung in Städten zurückzufahren

Der Präsident des Naturschutzbund Deutschlands (Nabu), Olaf Tschimpke, hat angesichts der Wetterbilanz gefordert, Maßnahmen zu ergreifen, die dem Klimawandel entgegenwirken. In der rbb-Abendschau sagte er: "Müssen wir denn alles versiegeln? Müssen wir überall Teer darauf packen? Haben wir nicht genügend Möglichkeiten, z.B. Grünanlagen zu haben?" Gerade beim Bau sehe er erhebliches Potential für Verbesserungen. "Warum begrünen wir nicht die Fassaden? All das dämpft ja, insbesondere die Wärme."

Extreme Wetterereignisse wie Hitzeperioden oder Starkregen würden zukünftig häufiger auftreten, sagte Tschimpke. Man müsse sich deshalb mit dem Klimawandel und seinen Folgen auseinandersetzen.

Sendung: Abendschau, 28.12.2018, 19.30 Uhr

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3 Kommentare

  1. 3.

    Ednew, richtig müßte es lauten: ich bin über 50 und der Klimawandel wird mir noch ganz schön zusetzen. Sommer in der Stadt oder auf dem Land mit über 30 Grad im Schatten. Da kommt richtig Freude auf.

  2. 2.

    Ich bin Ü50 und finde, dass der Klimawandel die Erde seit Millionen von Jahren begleitet und erst das möglich gemacht hat, worauf wir heute stehen. Ohne Klimawandel bräuchten wir uns heute keine Gedanken über ihn machen, weil wir wahrscheinlich gar nicht existieren würden.

  3. 1.

    Wer den Klimawandel immer noch leugnet und ignoriert ist entweder über 50 oder beschränkt. Das muss man so sagen. Das geht vor allem an die Flugzeugflieger, Autofahrer und Kohlebefürworter.

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