Shisha
Bild: dpa/ Matzka

Allein im Bezirk Tempelhof-Schöneberg - 30 Shisha-Bars wegen deutlich erhöhter CO-Werte geschlossen

Von 30 kontrollierten Shisha-Bars hat das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg 2018 alle 30 zumindest vorübergehend geschlossen. Der Grund: deutlich erhöhte CO-Werte. Eine Kontrolle musste sogar wegen Vergiftungserscheinungnen der Einsatzkräfte abgebrochen werden.  

Alle 30 im Jahr 2018 vom Ordnungsamt Tempelhof-Schöneberg und der Polizei kontrollierten Shisha-Bars haben die zulässigen CO-Werte massiv überschritten. Die Bars seien "teilweise im Sofortvollzug versiegelt, teilgeräumt oder vorübergehend geschlossen" worden, so der Bezirk in einer Mitteilung am Freitag.

Erlaubt sind 30 ppm, gemessen wurden fast 800

Laut Arbeitsstättenverordnung darf der Kohlenmonoxid-Wert in Shisha-Gaststätten 30 Parts per million (ppm) nicht übersteigen. Die Feuerwehr trägt bereits ab einem Wert von über 60 ppm Atemschutzgeräte. Bei den Kontrollen seien CO-Werte von 60 ppm bis nahezu 800 ppm gemessen worden.

Ein Einsatz, bei dem sechs Bars kontrolliert werden sollten, sei kürzlich abgebrochen worden, da die Einsatzkräfte über deutliche Vergiftungserscheinungen wie Übelkeit und Kopfschmerzen klagten, so das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg. Im Rahmen der Kontrollen sei mehrfach die Feuerwehr hinzugerufen worden, die Lokalitäten mit derart erhöhten Werten anschließend mit Druckluft lüftete.

Berliner Kampagne warnt vor Gefahr durch Shishas

In der Vergangenheit war es in Deutschland immer wieder zu Vergiftungen in Shisha-Bars gekommen. Anfang 2018 kamen in Bremerhaven 16 Gäste einer Shisha-Bar wegen des Verdachts auf eine Vergiftung in eine Klinik [ndr.de].

Daher macht inzwischen auch das Berliner Landesamt für Gesundheit auf Gefahren beim Wasserpfeife-Rauchen aufmerksam. Mit dem Slogan "Lüften statt Vergiften" warnt das Lageso vor allem vor einer möglichen Kohlenmonoxid-Vergiftung. In Privaträumen und Shisha-Bars ohne ausreichende Lüftung könnten die Wasserpfeifen potentiell lebensgefährlich werden, heißt es.

Sendung: Abendschau, 25.01.2019, 19:30 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

15 Kommentare

  1. 15.

    Ich lach mich schlapp. Wer und warum geht man in solch eine "Bar"?

  2. 14.

    Es will halt nicht jeder Krebs bekommen. Raucher sollen ihren Krebs alleine haben. Nichtraucher wollen das eben nicht.

  3. 13.

    "Eine Kontrolle musste sogar wegen Vergiftungserscheinungnen der Einsatzkräfte abgebrochen werden. "
    Dazu fällt mir nichts mehr ein.
    Wahrscheinlich sitzt die Einsatzkraft mit einer Gasmaske in ihrem Büro, um sich vor dem Feinstaub/CO2 seines Laserdruckers zu schützen. Dann kommt der Körper an der frischen Luft völlig durcheinander.

  4. 12.

    Was lassen sie auch immer mehr solche Bars eröffnen, dem Raucher alles verbieten und dieses wird gestattet.
    Dem Raucher wird das Leben zur Hölle gemacht, nehmen Kolenmonoxyd und Rauchvergiftung in kauf, die Kassen zahlen Krankenhaus und Arztkosten, lassen diese Dinger aber wie Pilze aus dem Boden sprießen

  5. 11.

    Nur 30 wurden geschlossen? Können alle schließen! Braucht kein Mensch diese Läden!
    Was ist nur aus Tempelhof geworden...... :(

  6. 10.

    Gut, dass nichts Schlimmeres passiert ist. Das fiese ist, dass selbst ein Verbringen an die frische Luft dann nicht mehr unbedingt hilft. Das muss immer ärztlich untersucht werden. Davon ab, ein CO-Warner kostet etwa 30 EUR, zumindest das sollte längst Pflicht sein. Wir regulieren alles in diesem Land, aber in diesen Bars darf Russisch Roulette gespielt werden.

  7. 9.

    Stimmt, ich glaube es war auch eine Kohlenmonoxidvergiftung.
    Sie hatte es tatsächlich nicht bemerkt. Zum Glück war es nicht zu spät, es hätte auch ganz anders ausgehen können... Daher: Diese Bars sollten verboten werden.

  8. 8.

    Stimme mit Ihnen überein. Nur kleiner Hinweis: es war wohl eher eine Kolenmonoxidvergiftung, enorm gefährlich, da diese auch Stunden später noch Symptome ausbilden kann, da die roten Blutkörperchen den Sauerstoff nicht mehr aufnehmen und transportieren können. Das gefährliche dabei ist, dass man die Gefahr selbst nicht bemerken kann, man riecht nichts und nimmt die Symptome selbst nicht mehr wahr. Diese Bars gehören generell verboten.

  9. 7.

    Über meinen Alkoholkonsum und das (Shisha-)Rauchen kann ich ja wenigstens noch selber bestimmen, aber in diesen Bars ist ja offensichtlich so dermaßen schlechte Luft...das kann ich leider nicht selber steuern! Und wenn ich da sitze und ich bekomme schon vom harmlosen herumsitzen eine Rauchvergiftung (oder vom Kontrollieren dieser Einrichtungen, siehe oben!), dann gehören diese Bars für mich geschlossen!

    Danke für die Genesungswünsche. Es geht ihr mittlerweile wieder gut.

  10. 4.

    Was ist das überhaupt für ein komischer Trend? Diese Bars gehören geschlossen und verboten. Verharmlosen das Rauchen und animieren Jugendliche nur dazu, zu rauchen und Gift einzuatmen. Die Schwester meiner Freundin hat sich letztes Jahr bereits in einer solchen Bar eine Rauchvergiftung zugezogen und landete im Krankenhaus, nachdem sie kurzzeitig bewusstlos war.

  11. 3.

    Gut, dass das Lageso und der Bezirk die Raucher vor sich selbst schützt. Besser, wenn das alle Bezirke machen. Noch besser, wenn auch die Nichtraucher geschützt werden. Manche U-Bahnhöfe werden zu Raucherbahnhöfen, wie z.B. am Kotbusser Tor, am Herrmannplatz, ..... Wann schreiten Lageso und Bezirke dort endlich ein? Die BVG kann offenbar den Nichtraucherschutz selbst nicht durchsetzen.

  12. 2.

    In Berlin werden Gasherde seit mehren Jahrzehnten mit Erdgas (vereinzelt vielleicht auch Propangas)und nicht mehr mit Stadtgas betrieben. Erdgas und Propangas enthalten im Gegensatz zum klassischen Stadtgas kein Kohlenmonoxid.
    Bei der Verbrennung von Gas entsteht hauptsächlich Kohlendioxid und Wasser. Wenn ein Gasherd einigermaßen richtig eingestellt ist, ist der Kohlenmonoxidanteil am Abgas extrem gering.
    Für den Fall, dass sie eine Gasleitung haben, die ins letzte Jahrtausend führt und von dort Stadtgas beziehen, sind Gasherde mit einer Thermosicherung ausgestattet, die verhindert, dass Gas ausströmt, wenn keine Flamme brennt. ;-)

  13. 1.

    Und wo sind die Warschilder an den Gasherden?

Das könnte Sie auch interessieren