Berlin den 09.11.2018 Prozess gegen Arafat Abou Chaker wegen Körperverletzung und Bedrohung eines Hausmeisters (Quelle: Imago/ Wagner)
Video: rbb|24 | Abendschau | 31.01.2019 | David Krause | Bild: Imago/ Wagner

Fehlende Haftgründe - Haftbefehl gegen Arafat Abou-Chaker aufgehoben

Gut zwei Wochen nach seiner Verhaftung ist der Berliner Clanchef Arafat Abou-Chaker wieder auf freiem Fuß. Der Haftbefehl gegen den 42-Jährigen wurde am Donnerstag aufgehoben, wie die Staatsanwaltschaft bestätigte.  

Der Haftbefehl gegen den Berliner Clan-Chef Arafat Abou-Chaker ist aufgehoben worden. Das bestätigte die Staatsanwaltschaft am Donnerstag. Zuerst hatte die "B. Z." berichtet. Der Ermittlungsrichter habe fehlende Haftgründe gesehen, hieß es. Die Staatsanwaltschaft prüfe, Beschwerde einzulegen.

Der Haftbefehl war mit dringendem Tatverdacht sowie mit Flucht- und Verdunkelungsgefahr begründet worden. Wird ein Haftbefehl aufgehoben, gibt es im Regelfall keinen dringenden Tatverdacht mehr. Dennoch kann weiter ermittelt werden. 

Abou-Chaker war am 15. Januar nach dem Ende eines Prozesses gegen ihn im Amtsgericht Tiergarten verhaftet worden. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, Verbrechen gegen die Familie seines ehemaligen Geschäftspartners Bushido geplant zu haben. Mehrere Medien berichteten, dass die Frau oder die Kinder des Musikers entführt werden sollten.

Wegen Körperverletzung erstmals verurteilt

Unmittelbar vor der Verhaftung war Abou-Chaker wegen Körperverletzung und Bedrohung zu einer Bewährungsstrafe von zehn Monaten verurteilt worden. Es war seine erste Verurteilung, die aber noch nicht rechtskräftig ist. In dem Prozess vor dem Amtsgericht ging es um eine Streitigkeit im Treppenhaus einer Physiotherapiepraxis. Abou-Chaker soll dort seinem Opfer mit den Fingern in die Augen gestochen und ihm einen Nasenbeinbruch zugefügt haben.

Acht Tage nach Arafat Abou-Chaker wurde auch ein Bruder des Clanchefs in Dänemark verhaftet.

Sendung: Abendschau, 31.01.2017, 19.30 Uhr

Kommentar

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34 Kommentare

  1. 33.

    Im letzten Jahr konnte ein Polizistenmörder aus dem Familienclan R. nicht abgeschoben werden weil das Ausländeramt "vergessen" hatte ihm vor der Haftentlassung den Ausweisungsbescheid zuzustellen. Bei der GEZ Geühr oder Bußgeldern für Autofahrer vergisst man nichts.

  2. 32.

    @Marla Singer: Die Haltung mancher Autoren hier scheint nahe am „Kurzen Prozess machen“ zu sein - außer natürlich, wenn sie selbst im Mittelpunkt von Verdacht oder Vorverurteilung stünden.

    Angesichts etlicher bärbeißiger Kommentare hier hatte ich die Ironie Ihres Kommentars nicht erkannt :))



  3. 31.

    Ihre Frage war hoffentlich ironisch !? Mein Kommentar mit 'lebenslänglich' nämlich schon ;-) Weil ich das undifferenzierte Gemeckere über Berlin lansam nervig finde.

  4. 30.

    Zur Klärung, wann U-Haft dran‘ ist: „Die Untersuchungshaft dient grundsätzlich nur der Sicherung des Strafverfahrens. Es soll einer möglichen negativen Beeinflussung des Verfahrens durch den Beschuldigten begegnet werden. Das Gesetz nennt potentielle Gefahren in § 112 Abs. 2 StPO in Form von drei Haftgründen: Flucht oder Verborgenhalten (Nr. 1), Fluchtgefahr (Nr. 2) und Verdunkelungsgefahr (Nr. 3). Darüber hinaus bestimmt § 112a StPO die Wiederholungsgefahr als vierten Haftgrund. “ Quelle: Wikipedia

  5. 28.

    Aber nur in Berlin. Nur hier. Weil Berlin sich seine eigenen Gesetze macht. In jeder anderen Stadt hätte er sofort lebenslänglich bekommen. Skandal!

  6. 27.

    Ich hatte gewettet, dass er nur 5 Tage drinn bleibt, und jetzt hat es überraschender Weise ein bisschen länger gedauert. Die Annahme, dass auch das 34 Verfahren gegen ihn ergebnislos bleiben wird (nur eins hatte mal "Erfolg", aber Bewährungsurteil zählt doch für diesen Menschen eh nichts), erhalte ich weiterhin aufrecht.
    Es wird eher ein Urteil in Dänemark gegen seinen dort lebenden Verwandten geben.

  7. 26.

    Wer hat denn da geschlampt ? Die Ermittler ? Keine ausreichende Beweislage ? Oder der Richter, der den "Überraschungs"-Haftbefehl erlassen hat ?
    Ein weiteres Kapitel in der endlos peinlichen Geschichte der Berliner Justiz ...

  8. 25.

    Mal abwarten was die weiteren Ermittlungen ergeben.

  9. 23.

    Der "Gute" freut sich sicherlich, wenn nun häufiger der Name "Al Capone" in der Berichterstattung bzw. als Kommentar zu dieser fällt.

  10. 22.

    Ja super.

  11. 21.

    Ich warte auf den nächsten Bericht im RBB über Haftentschädigung an Herrn Abou Chaka.
    Der Antrag ist spätestes morgen in Arbeit und Anf. nächste Woche im Briefkasten bei der Justiz, bei zu langer Bearbeitung gibt es Verzugszinsen, 5 % pro anno.
    Da reden immer alle von Köln im Karneval, in Berlin sind die Narren ganzjährig unterwegs ;-)

  12. 20.

    Als Berliner kann ich Ihnen nur zustimmen. In Berlin ist es nicht ungewöhnlich, dass man als Zeuge selbst noch auf den Fluren des Gerichtsgebäudes bedroht wird. Die Polizei ist machtlos, da der Gesetzgeber der Entwicklung um 30 Jahre hinterherhinkt. Meiner Ansicht nach gewollt, da eine Reformierung des Begriffs "Organisierte Kriminalität", so einige Geschäftsmodelle in Bedrängnis brächte, die traditionell, insbesondere unter Politikern, sehr beliebt sind.

  13. 19.

    Ja, ohne Knast wird es dann aber nix mit der Street Credibility.

    Keine Haftgründe. Nee, ist ja ein rechtschaffener Mann, der gute Arafat. Voll integriert und wohlhabend. Eine Erfolgsgeschichte der Einwanderung.

    Nur kommen mir Zweifel, ob Arafat und sein Bruder Yasser nicht eher Palästinenser statt Libanesen sind. Yasser Arafat - merkste?

    Egal, geduldet ist geduldet!

    Hauptsache alles so schön bunt hier in Berlin-Beirut.

  14. 18.

    Ich lebe nicht in Berlin und die Aufhebung des Haftbefehls in der hier berichteten Sache überrascht mich auch nicht... Ungeachtet von hier aus nicht zu erkennender, faktischer Beurteilungsgrundlagen des Gerichts bleibt für einen Ottonormalo mal wieder die mulmige Frage, welche Hintergründe in dem in der Schwerkriminalität angesiedelten Fall wohl eine Rolle gespielt haben könnten, den Beschuldigten mit unverständlicher Milde zu behandeln. Insbesondere vor dem Hintergrund anderer, lapidarer Gerichtsfälle, bei denen U-Haft durchwegs als Standardmaßnahme gilt.

  15. 17.

    Die Aufhebung / Außervollzugssetzung eines Haftbefehls bedeutet erstmal nur, daß die Justiz davon ausgeht, daß der Beschuldigte sich weiteren Eermittlungen und möglicher Strafverfolgung nicht spontan entziehen wird... Daß im hier vorliegenden Fall dabei bei Normalbürgern einige Bauschschmerzen - oder Kopfschmerzen - entstehen, ist naheliegend. Aber nicht so sehr wegen des anhängigen Tatvorwurfs (Bedrohung, Entführung), sondern vielmehr wegen allgemein längst bekannter Clan-Kriminalitätsstrukturen... gegen die - wieder mal - kein Juristenkraut gewachsen scheint. Nun denn ... auch historische "Größen" wie Al Capone wurden letztlich "nur" wegen Steuerhinterziehung aus dem Verkehr gezogen...

  16. 15.

    Wenn jemand aus der Untersuchungshaft entlassen wird, bedeutet es ja nicht, dass er unschuldig ist oder frei gesprochen wird. Es liegen lediglich keine Gründe für eine vorläufige Festnahme vor. Das Strafverfahren läuft ja trotzdem weiter.

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