Menschen feiern in Berlin im Club (Quelle: dpa/Sophia Kembowski)
Bild: dpa/Sophia Kembowski

Veranstalter von "Berliner Schulparty" in der Kritik - Schüler-Fotos landen auf fragwürdiger Dating-Plattform

Abfeiern für Teenies im geschützten Raum - mit diesem Konzept wirbt der Veranstalter von  "Berliner Schulpartys". Um die Fotos von den Veranstaltungen anzuschauen, müssen sich Jugendliche allerdings auf Findering registrieren, einer fragwürdigen Dating-Plattform.

Seit Jahren bietet der Verein "Party-Club-Berlin Freizeitkulturgestaltung" Feiern für Jugendliche ab 14 Jahren an. Sie finden laut Veranstalter im geschützten Raum statt, ausgebildete Betreuer und Pädagogen kümmern sich um die Jugendlichen, so das Konzept. Alkohol wird entweder gar nicht ausgeschenkt, oder zumindest kein harter. Vom Senat wurde der Verein sogar "zum anerkannten Träger der Jugendhilfe" ernannt. Recherchen der rbb-Abendschau haben nun allerdings ergeben, dass Fotos, die auf den sogenannten Berliner Schulpartys gemacht wurden, von den Teilnehmern nur angeschaut werden konnten, wenn sie sich vorher auf der fragwürdigen Dating-Plattform Findering registriert hatten.

Eine Dating-Plattform (Quelle: rbb)
"Alles was das Männerherz begehrt" - solche Angebote bekommen die Nutzer der Plattform Findering | Bild: rbb

"Alles was das Männerherz begehrt..."

Ein entsprechender Hinweis kam von Christian Jagusch, dessen 14-jährige Tochter, wie viele andere Schülerinnen und Schüler in Berlin, eine sogenannte Schulparty besuchen wollte. Als er sich im Internet informieren und auf der Homepage des Veranstalters Fotos früherer Partys anschauen wollte, landete er über einen Link auf der Seite von Findering. Das Portal schreibt in seinen Jugendschutzbestimmungen, dass es "strengstens untersagt" sei, Abbildungen oder Beschreibungen "sexuell orientierter und erotischer Natur" zu veröffentlichen. Für Jagusch mutet es dennoch an wie "Tinder für Kinder", wie er sagt.

Außerdem wirbt das Portal mit Sätzen wie "Alles was das Männerherz begehrt…" oder dem Hinweis "Viele unserer Ladies stellen Bilder und Videos zum Verkauf zur Verfügung".

Für den besorgten Vater passt das nicht mit den Grundsätzen zusammen, die der Veranstalter der Berliner Schulpartys auf seiner Website unter dem Stichwort "Elterninfo" zusammenfasst. Dort heißt es unter anderem, die Veranstaltungen seien "komplett auf den Bedarf der Jugendlichen" ausgerichtet. Der Sicherheitsstandard sei "extrem hoch", der Zutritt werde streng kontrolliert.

Veranstalter distanziert sich

Dass die Fotos dieser Partys dann auf einer zumindest fragwürdigen Plattform landen, davon zeigte sich der Veranstalter auf Anfrage der rbb-Abendschau überrascht. Verantwortlich seien die Web-Designer, sagte der Vorsitzende des Vereins, René Göpfert. "Dort ist eine Verlinkung aufgetaucht, die nicht drin war, als wir die Zusammenarbeit begonnen haben." Und: "Wir wollen mit dieser Geschichte so nichts zu tun haben und wir als Verein distanzieren uns komplett von solchen Dingen."

Der Link auf die Plattform Findering ist inzwischen von der Homepage der "Berliner Schulpartys" verschwunden. Genauso sämtliche Fotos von früheren Partys. Das Jugendamt teilte auf rbb-Anfrage mit, es werden den Hinweisen nachgehen und sie überprüfen.

Kinder vor Missbrauch am eigenen Bild schützen

Andreas Niggestich von "Digital - voll normal?!" des Caritasverbandes Berlin rät den Eltern auch vor dem Hintergrund dieses Falls, genau zu beobachten, was sich Jugendliche im Netz anschauen und wo sie sich anmelden. Nur so könnten Kinder vor Missbrauch am eigenen Bild geschützt werden. Zudem müsse ihnen klargemacht werden, wo ihre Bilder im schlimmsten Fall landen können, sagte er in der rbb-Abendschau.

Sendung: Abendschau, 28.01.2019, 19:30 Uhr

Kommentar

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3 Kommentare

  1. 3.

    René Göpfert "Dort ist eine Verlinkung aufgetaucht" ... "aufgetaucht" SELTEN so gelacht. Das Unschuldslamm vom Lande.

  2. 2.

    Dieser umtriebige "Herr" René Göpfert glaube ich persönlich kein Wort. Es ist nicht das erste Mal wo dieser Mensch mit merkwürdigen Umgang und seine "Geschäftsideen" in die Schlagzeilen geraten.

    "Money makes the World go around..."

    http://www.taz.de/!664222/

    http://www.berlinerratschlagfuerdemokratie.de/wp-content/uploads/2014/10/PIBerlinerchulparty.pdf

  3. 1.

    Weder der TV Beitrag noch der Text beschreiben auf eine nachvollziehbare Art das Problem. Da ist zum einen die Rede von Verlinkung, dann automatisch übernommenen Fotos auf eine Dating Plattform, dann wieder von einer Anmeldung bei der Schulparty über die Dating Plattform - was denn nun?

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