11.01.2019, Brandenburg, Potsdam: Nach einer Bombendrohung stehen Polizeifahrzeuge am Justizzentrum Potsdam. (Quelle: dpa/Stähle)
Video: rbb|24 | 11.01.2019 | Bild: dpa/Stähle

Nach Bombendrohung - Polizei gibt Entwarnung am Justizzentrum Potsdam

Das Justizzentrum in Potsdam ist nach Bombendrohung und Evakuierung wieder freigegeben. Die Polizei hat im Gebäude nichts Verdächtiges gefunden. Ähnliche Drohungen gab es auch in anderen Städten - mehrere möglicherweise mit rechtsextremem Hintergrund.

Die Polizei hat das Justizzentrum in Potsdam nach einer Bombendrohung am Freitagnachmittag wieder frei gegeben. "Alles abgeschlossen, nichts gefunden", sagte ein Polizeisprecher. Bei den Durchsuchungen sei nichts Verdächtiges gefunden worden. Die Absperrungen wurden wieder aufgehoben und die Mitarbeiter konnten ins Gebäude zurück. Der Einsatz hatte etwa vier Stunden gedauert.

Gegen das Justizzentrum war nach Polizeiangaben am Donnerstagabend eine Bombendrohung eingegangen. Am Freitagmorgen teilte die Behörde mit, die Nachricht habe "die Explosion eines Sprengsatzes am heutigen Tag" angekündigt. 

Das Gebäude, in dem unter anderem das Landgericht untergebracht ist, war geräumt worden, sagte eine Polizeisprecherin rbb|24. Rund 200 Menschen wurden in Sicherheit gebracht. Spezialisten des Landeskriminalamts, Entschärfer und fünf Sprengstoffspürhunde suchten die Räume nach verdächtigen Gegenständen ab. Der Gehweg in der Jägerallee wurde gesperrt, die Fahrbahn blieb frei.

Polizeieinsatz nach einer Bombendrohung gegen das Justizzentrum Potsdam. (Quelle: rbb/Wochnik)
Polizeieinsatz wegen der Bombendrohung am Potsdamer Justizzentrum | Bild: rbb/Wochnik

Mit "nationalsozialistische Offensive" gezeichnet

Die Drohung sei per E-Mail an die offizielle Adresse des Justizzentrums gegangen, so die Polizei. Sie sei "gleichlautend" ebenfalls am Donnerstagabend in Justizzentren anderer Städte eingegangen - betroffen waren Kiel, Magdeburg, Erfurt, Saarbrücken, Wiesbaden und Hamburg. Gefunden wurde in allen Städten nichts.

In mindestens vier Fällen gibt es möglicherweise Hinweise auf einen rechtsextremistischen Hintergrund: Für Kiel, Hamburg, Saarbrücken und Erfurt bestätigte die Polizei, dass die Drohungen mit "nationalsozialistische Offensive" unterschrieben waren. Eine Einschätzung, wie real ein rechtsextremistischer Hintergrund sein könnte, ist laut Kieler Polizei bisher nicht möglich. Eine Sprecherin des thüringischen Landeskriminalamts sagte, es sei noch unklar, ob die Tat einen politischen Hintergrund habe. "Wir ermitteln in alle Richtungen."

Der Absender "nationalsozialistische Offensive" ist den Behörden in Bund und Ländern nach Angaben des Bundesinnenministeriums allerdings schon öfter untergekommen. "Es handelt sich um eine oder mehrere Personen, die als Vielschreiber wiederholt Drohungen gegenüber verschiedenen Institutionen geäußert hat beziehungsweise haben", sagte ein Sprecher des Ministeriums der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Weitere Bombendrohungen in Schleswig-Holstein

In Schleswig-Holstein hatten bereits in den vergangenen Wochen Bombendrohungen an mehreren Landgerichten die Einsatzkräfte beschäftigt. Bei keinem der Vorfälle waren allerdings verdächtige Gegenstände gefunden worden.

In Leipzig hatten Unbekannte in der Silvesternacht ein Gebäude des Bundesgerichtshofs (BGH) beschädigt. Nach Angaben des sächsischen Landeskriminalamtes vom vergangenen Montag deutet die Vorgehensweise der Täter auf eine geplante, organisierte Aktion hin.

Bundesjustizministerin verurteilt Drohungen

Bundesjustizministerin Katarina Barley verurteilte die Bombendrohungen als Angriff auf die Justiz und das demokratische Gemeinwesen. "Wer Gerichte bedroht, greift die unabhängige Justiz und unser demokratisches Gemeinwesen an. Diese Straftaten müssen mit allem Nachdruck aufgeklärt und die Täter zur Verantwortung gezogen werden", sagte die SPD-Politikerin am Freitag.

Sendung: Antenne Brandenburg, 11.01.2019, 11:00 Uhr

Kommentar

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3 Kommentare

  1. 2.

    Hauptsache, der Boulevard berichtet und hilft so, Angst und Schrecken zu verbreiten...

  2. 1.

    Vielleicht hat wieder ein Schüler Langeweile?

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