Der am 18.01.2019 bei Rädigke im Kreis Potsdam-Mittelmark erschossene Wolf. (Quelle: Jawina)
Video: Brandenburg aktuell, 21.01.2019, 13 Uhr | Bild: Jawina

Drückjagd in Brandenburg - Jäger soll Wolf absichtlich erschossen haben

Ein Jäger soll bei einer Jagd in Brandenburg absichtlich einen Wolf erschossen haben. Das Tier habe die Jagdhunde attackiert und sich auch von einem Warnschuss nicht vertreiben lassen. Die Polizei ermittelt.

In Brandenburg ist möglicherweise zum ersten Mal ein Wolf absichtlich von einem Jäger erschossen worden. Bei Rädigke im Kreis Potsdam-Mittelmark soll ein niederländischer Jagdgast am vergangenen Freitag bei einer sogenannten Drückjagd auf das Tier geschossen haben.

Dass ein toter Wolf in diesem Zusammenhang geborgen worden ist, bestätigte Hans Joachim Wersin-Sielaff vom Brandenburger Umweltministerium am Montag. Zuerst hatte die Online-Plattform "Jagd, Wild, Natur" (Jawina) über die Tötung des Wolfes berichtet.

Kadaver des Tieres wird nun untersucht

Das Tier soll demnach bei einer sogenannten Drückjagd mehrere Jagdhunde attackiert haben und habe sich trotz eines Warnschusses nicht vertreiben lassen. Um zu verhindern, dass die Hunde getötet werden, habe der Jäger den tödlichen Schuss abgeben.

Das Tier sei vom Rissgutachter zur näheren Untersuchung ins Institut für Zoologie und Wildtierforschung nach Berlin gebracht worden, sagte Thomas Frey vom Landesamt für Umwelt am Montag rbb|24. Die Jäger hätten den getöteten Wolf selbst zur Anzeige gebracht, die Polizei führe nun das Ermittlungsverfahren, so Frey weiter.

Erst im Herbst 2017 war eine Wölfin bei einer Gesellschaftsjagd in der Nähe von Potsdam von einem dänischen Jäger erschossen worden. Das Ermittlungsverfahren war im Sommer 2018 gegen die Zahlung einer Geldbuße eingestellt worden. Der Mann habe einen hohen vierstelligen Betrag gezahlt.

Im Mai 2018 hatte der Bauernbund gefordert, dass es rechtlich möglich sein sollte, Wölfe zu erschießen, wenn diese andere, besonders wertvolle Tiere angreifen. Eine solche Situation könne vor Gericht als Notwehr interpretiert werden, so werde es in einem Rechtsgutachten dargestellt.

Wölfe dürfen nur nach Einzelfallprüfung getötet werden

Wölfe sind in Deutschland streng geschützte Tiere, sie zu jagen ist verboten. Nach der Wolfsverordnung dürfen nur besonders aggressive Tiere nach einer Einzelfallprüfung getötet werden.

Die erste dokumentierte Geburt eines wilden Wolfes in Deutschland gab es im Jahr 2000 in der sächsischen Lausitz. Das erste Paar hat sich 2007 im Zschornoer Wald (Kreis Spree-Neiße) im äußersten Südosten Brandenburgs dauerhaft angesiedelt. Mittlerweile leben bis zu 3.200 Wölfe in Brandenburg, die meisten von ihnen in der Lausitz.

Seit sich die Tiere wieder angesiedelt haben, sorgen sie für kontroverse Diskussionen. Tierschützer betonen, dass der Wolf ein geschütztes Tier ist. Bauern fürchten dagegen um ihre Weidetiere.

Kommentar

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85 Kommentare

  1. 85.

    sorry, ihre arrogant einseite sichtweise zeigt dass sie offensichtlich kein interesse am individuum haben, noch weniger an der evolution und absolut gar keine ahnung von einem wolf haben... unter 0!

  2. 83.

    War klar, dass rbb keine Kritik verträgt, die die eigene Recherche in Frage stellt ... :-)))))))

  3. 82.

    bin Ihrer Meinung, insbesondere der letzte Punkt stimmt. Allerdings ist die Bauernlobby stark. Und die Jägerlobby auch. Mal sehen, was in dem aktuellen Fall ermittelt wird.

  4. 81.

    Das sind die Fakten zur aktuellen Anzahl an Rudeln in Deutschland.
    https://www.dbb-wolf.de/Wolfsvorkommen/territorien/status-und-reproduktion
    Brandenburg: 2018/19: Territorien in Brandenburg: 17 . 17 Rudel, 0 Paare, 0 Einzeltiere.
    Deutschland insgesamt: 2018/19: 62 Wolfsterritorien. Bestätigt sind 57 Rudel, 2 Paare und 3 Einzeltiere.
    Quelle: Abfrage der DBBW-Datenbank am 23.01.2019 um 09:01:22, Monitoringjahr 2018/2019

  5. 80.

    # Wie soll bitte jemand den Wolf ausrotten? Der kommt im Tierreich so zahlreich vor, dass er nirgendwo das Kriterium einer bedrohten Art erfüllt.
    # "solche Hetze"? Sie hetzen doch dreist gegen Landwirte, Jäger und Realisten.
    # Alle anderen Länder? Die begrenzen Wölfe auf winzige Populationen ohne diese "Hetze" und deswegen haben sie dort auch nichts über die vielen Entnahmen gehört. Sie behaupten statt zu wissen...
    # Seit wann ist ein Wolf scheu und meidet Menschen? Wären sie real, dürfte man erwarten, sie schauen YouTube.
    Er meidet dominantere" Raubtiere, aber nicht Leute, die er nicht fürchten muss.
    # Andere Staaten? Die haben eine deutliche Trennung zwischen Naturraum und Siedlungsraum und die schießen! s.o.
    # Zitat "erfundene Geschichten"? Welche? Mord an Wölfen predigen doch Leute wie sie hier.
    # Die Jäger abschaffen? Lesen sie mal die Erkenntnisse der Univ Caen, Frankreich unter Prof Moriceau.
    Ihr Zitat "wirklich sehr unverschämt" auf wen passt es nun?

  6. 79.

    Jäger können jeden Hund abknallen. Er muss halt nur angeben der Hund wollte Wild aufsuchen. Nicht das der Jäger den Wolf für einen Hund gehalten hat. Die ganze Story hört sich wirklich nicht glaubhaft an. Kein verletzter Hund wird gezeigt. Der Wolf hat auch keine Spuren welche die Story bezeugen würden. Und dann noch das dolle Glück das ein Zeuge parat steht. Was ist aber wenn die Hunde den Wolf angegriffen haben?

    Der Bauernverband tut sich auch keinen Gefallen mit seiner Hatz auf den Wolf. Das Image der Bauern wird dadurch negativ geprägt.

  7. 78.

    O-Ton: "Wenn's hinter mir im Gebüsch raschelt knall' ich das ganze Magazin rein, dann schaue ich nach was es war."
    Jäger mit Jagderlaubnis. Meiner Meinung nach wäre hier eher ein "Jagdschein" angebracht.

  8. 77.

    Es ist wirklich sehr unverschämt was sich die Jäger und Bauern so leisten. Es ist eine Lobby von Jägern und Bauern, die hier den Wolf am liebsten wieder mal ausrotten wollen. Ist es nicht ehe so gewesen das der Jäger seine Hunde auf den Wolf gehetzt hat?

    In Bosnien haben wir viele Wölfe und solche Geschichten wie hier habe ich dort nie gehört. Erstens der Wolf an sich ist sehr scheue und meidet den Menschen, zweitens bis jetzt wurden keine Beweise geliefert, nur erfundene Geschichten der Bauern und Jäger. Andere Staaten sind auch von Wölfen besiedelt und niemand macht ein Aufschrei und eine Hetze wie hierzulande.
    Die Jagd ist heutzutage völlig überflüssig und sollte abgeschafft werden.

  9. 76.

    Das ist ja eine zwiespältige Ansicht in Sachen Hund. Wenn der Jagd Hund angeblich von einem anderen Tier während der Jagd bedroht oder angegangen wird, kann man so einfach das andere Tier erschießen? Wenn ich schon diese gebetsmühlenartigen Wiederholungen von Jägern höre/lese, dass ihre Jagd Hunde ein Familien Mitglied, ein treuer Freund und so ans Herz gewachsen sind, dann dreht sich mir der Magen um. Hier geht es doch ganz klar um den Geld Wert des (ausgebildeten) Hundes, was man im Video auch klar zu verstehen gibt, denn welcher moralisch/ethisch denkende Mensch würde seinen besten Freund, ein so ans Herz gewachsenes Familien Mitglied in einen Fuchsbau schicken, wohl wissend, dass dieses Familien Mitglied stark verletzt den Kampf mit dem Fuchs übersteht? Es soll ja vorkommen,dass man seinen treuen Freund auf eine Bache im Gatter hetzt, obwohl das Familien Mitglied für diese Art Begegnung noch gar nicht fertig aus gebildet und reif ist. Übrigens ist der Wolf der Urvater aller Hunde!

  10. 75.

    Das ist ja eine zwiespältige Ansicht in Sachen Hund. Wenn der Jagd Hund angeblich von einem anderen Tier während der Jagd bedroht oder angegangen wird, kann man so einfach das andere Tier erschießen? Wenn ich schon diese gebetsmühlenartigen Wiederholungen von Jägern höre/lese, dass ihre Jagd Hunde ein Familien Mitglied, ein treuer Freund und so ans Herz gewachsen sind, dann dreht sich mir der Magen um. Hier geht es doch ganz klar um den Geld Wert des (ausgebildeten) Hundes, was man im Video auch klar zu verstehen gibt, denn welcher moralisch/ethisch denkende Mensch würde seinen besten Freund, ein so ans Herz gewachsenes Familien Mitglied in einen Fuchsbau schicken, wohl wissend, dass dieses Familien Mitglied stark verletzt den Kampf mit dem Fuchs übersteht? Es soll ja vorkommen,dass man seinen treuen Freund auf eine Bache im Gatter hetzt, obwohl das Familien Mitglied für diese Art Begegnung noch gar nicht fertig aus gebildet und reif ist. Übrigens ist der Wolf der Urvater aller Hunde!

  11. 74.

    Luchs, katzenartiges Raubtier. Lux, Maßeinheit für Licht.
    Wenn es sie interessiert, wie der Vorgang "Hölländischer Gastjäger verteidigt fremde Jagdhunde gegen einen Wolf", abgelaufen ist. Das können sie ganz genau auf JAWINA nachlesen.

  12. 73.

    Leider falsch, die deutschen und polnischen Wölfe gehören zur baltisch-osteuropäischen Wolfspopulation. Was von Forschern wissenschaftlich (DNS) nachgewiesen wurde.
    z.B. Wanderwölfe von Deutschland bis Weissrussland.
    Alles andere, wie eigenständige Population oder günstiger Erhaltungszustand, sind Nebelkerzen, um sich vor Entscheidungen und einem funktionierendem Wolfsmanagement zu drücken. Das allerdings schadet den Wölfen, denn die Akzeptanz der Wölfe in der betroffenen Bevölkerung schwindet, und schwindet, und schwindet ...

  13. 72.

    Das hier erinnert mich an Afrika, wo solvente Jäger für ein Aufgeld geschützte Tiere jagen und töten darf. Hier waren es Dänen und Holländer. Die Frage aber hat schon Helene (1) aufgeworfen: darf ein ausländischer Jäger mit hier überhaupt jagen. Gibt es einen internationalen Jagd- bez. Waffenschein? Und, natürlich gibt es auch zu diesem Thema einen dieser Rabble-rouser (3+4), die hier ihre "Ahnung" an den Mann/Frau bringen. Auch waren Augenzeugen (5) dabei und klären uns auf. Danke. Natürlich soll alles stromförmig, ohne Probleme zu machen, funktionieren. Wölfe stehen dem im Weg. Angst, Desinformation, die Klaviatur der Unwissenden. Oder haben Sie Angst, nicht mehr genug Fleisch auf den Tisch zu bekommen? Nebenbei: Elche, Luxe, Wildkatzen oder andere von Euch geglaubt ausgerottet zu sein, sind wieder da. Auch Intelligenz blitzt durch (9).

  14. 71.

    In den Meldungen stand nichts davon, dass die Hunde den Wolf in die Enge getrieben hätten. Vielmehr soll er seinerseits die Hunde attackiert haben.

  15. 69.

    "Unkenntnis ... relevante Literatur" Sorry, aber wer die Wölfe in Westpolen und Deutschland als "Central European wolf population" bezeichnet, den kann man nicht Ernst nehmen. Das ist politische Propaganda und als solche längst wissenschaftlich widerlegt - siehe mein Kommentar von heute 8:52 Uhr.

  16. 68.

    Sorry, ungenau formuliert. Das "mehrere" dürfen Sie streichen. Es sind aber nach Schätzungen bis zu 1,5 Millionen. Beträge hinterm Komma ändern prinzipiell NICHTS an meiner Aussage über das Bestandsverhältnis Wildscheine zu 900 Wölfen.

    #Erbsenzähler

  17. 67.

    Ob § 44 Abs. 1 Nr. 2 hier anwendbar ist, scheint zweifelhaft, denn durch die Drückjagd dürfte sich der Erhaltungszustand der lokalen Wolfspopulation nicht verschlechtern. So empfindlich sind Wölfe nicht.

  18. 66.

    Ich denke, Sie haben wenig Kontakt zur Jägerschaft, wenn Sie diese als schiesswütig bezeichnen. Vielleicht sollten Sie sich einmal sachkundig machen. Wenden Sie sich doch z.B. an den Deutschen Jagdverband, dort werden Anfragen zum Jagdwesen gerne beantwortet.

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