Manipulationen an Geldautomaten (Quelle: Imago/ Tack)
Video: rbb24 | 12.01.2019 | Täter-Opfer-Polizei | Bild: rbb24

"Skimming" greift Kundendaten ab - In Berlin nimmt Manipulation von Geldautomaten weiter zu

Moderne Kartensysteme machen es Kriminellen immer schwieriger, an Geldautomaten die Daten von Bankkunden auszuspähen. Dennoch hat in Berlin die Zahl der sogenannten Skimming-Fälle zugenommen. Das könnte an den vielen Touristen in der Stadt liegen.

In Berlin hat der Datenklau an Geldautomaten - entgegen dem Bundestrend - zugenommen. Im vergangenen Jahr wurden in der Hauptstadt 343 sogenannte Skimming-Fälle registriert, wie das Unternehmen "Euro Kartensysteme" am Samstag mitteilte. Das waren 56 mehr als im Jahr davor.

Dabei werden die Geldautomaten so manipuliert, dass die Täter an die Kartendaten und Geheimnummern (PIN) der Bankkunden herankommen.

Experten vermuten, dass es die Betrüger vor allem auf Karten von Touristen mit leicht kopierbaren Magnetstreifen abgesehen haben. So seien etwa Bezahlkarten aus den USA noch mit vergleichsweise leicht kopierbaren Magnetstreifen ausgestattet. Deutschland setzt hingegen seit Ende 2010 auf EMV-Technik. Dabei werden Bezahlkarten bei jedem Gebrauch auf ihre Echtheit geprüft.

In Brandenburg kein einziger Fall

Die Zahl der registrierten Fälle liegt in der Hauptstadt um ein vielfaches höher als in anderen Bundesländern. In Nordrhein-Westfalen, dem Bundesland mit der zweithöchsten Zahl an Skimming-Fällen, wurden rund 48 Mal Daten ausgespäht, in Brandenburg wurde kein einziger Fall registriert. Bundesweit gab es im vergangenen Jahr insgesamt 449 Skimming-Fälle - 50 weniger als im Vorjahr. Dabei können einzelne Automaten mehrfach angegriffen worden sein.

Die Schadenssumme sank auf 1,44 Millionen Euro, im Jahr 2017 hatten sich die Skimming-Schäden auf 2,2, Millionen Euro summiert. Allerdings müssen deutsche Banken und Sparkassen nur für einen Teil der Schäden aufkommen. Internationale Abkommen regeln, dass für Schäden aus betrügerischen Geschäften mit geklauten Kartendaten jeweils die Länder mit den niedrigsten Sicherheitsstandards aufkommen müssen.

Die Frankfurter Einrichtung "Euro Kartensysteme" ist ein Gemeinschaftsunternehmen der deutschen Banken und Sparkassen.

Die Zahl der Skimming-Fälle in den einzelnen Bundesländern:

Berlin: 343 (Gesamtjahr 2017: 287)

Nordrhein-Westfalen: 48 (70)

Hessen: 19 (32)

Hamburg: 18 (53)

Bayern: 7 (20)

Baden-Württemberg: 5 (9)

Niedersachsen: 4 (2)

Rheinland-Pfalz: 2 (11)

Schleswig-Holstein: 1 (3)

Bremen: 1 (6)

Mecklenburg-Vorpommern: 1 (0)

In Brandenburg, Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt und dem Saarland wurden keine Skimming-Fälle registriert.

Sendung: Inforadio, 12.01.2019, 10:20 Uhr

Kommentar

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14 Kommentare

  1. 14.

    Ich freue mich immer wieder in diesem modernen Zeitalter, dass ich von Banken immer tausend Tipps bekomme wie ich mich sichern kann, doch sehe ich eigentlich nie das eine Bank von sich aus etwas tut um sicherer zu werden. Warum gibt es für mich als Kunde nicht z.B. auch am Automaten sowas wie eine mobile Tan bzw. ein Tan Gerät? Mit so einem „einfachen“ Schritt aus der existierenden Welt des Onlinebankings, täte es man den doch bereits deutlich schwerer.

  2. 13.

    Ich behelfen mir mittlerweile damit, das ich mein Geld im Supermarkt wie Edeka oder Penny abhole. Da umgehen sie diese Automaten komplett, und Einkaufen muss ich sowieso. Denn die Manipulieren die Automaten so geschickt das der ungeübte keinen Unteried erkännt.

  3. 12.

    Hallo Lito, genauso sehe ich das auch. Lassen Sie sich von ihm nicht ins Bockshorn jagen. Unser Rechtsstaat funktioniert noch gut.

  4. 11.

    Noch was zu Ihrer Unwahrheit. Bei meiner Anzeige bei der Polizei wurde ich gebeten, meine von drei Monaten zurückliegenden Kontoauszüge dem LKA vorzulegen und somit hatten diese genügend Datenvergleichsmaterial zur Hand. Dies wird jeder Betroffene so machen müssen, denn nur so können die Kriminalbeamten richtig ermitteln. Was ja, wenn’s auch lange gedauert hat zum gewünschten Erfolg geführt hatte. Und nochmal, jeder Betroffene sollte bei Unregelmäßigkeiten auf seinem Konto sich umgehend mit der betreffenden Bank in Verbindung setzen. Die ist der erste Ansprechpartner bei so einem Vergehen. Bei Kartenverlust wird dies ja auch gefordert.

  5. 10.

    Sie mit Ihrer Rechthaberei sollten aufhören solch einen Unsinn zu verbreiten. Jeder Bankkunde, der Geld durch Falschmanipulation am Geldautomaten verliert, bekommt nach einer Anzeige b.der Polizei sein Geld zurückerstattet. Das ist Fakt. Oder wollen Sie den beklauten Opfern unterstellen, den Automat selbst manipuliert zu haben? Im übrigen hat meine Bank sofort richtig reagiert und auf meinem Konto eine Geldbewegung festgestellt, die nicht mir zuzuordnen ist und hat sogleich meine Karte eingezogen als ich am Geldautomat eine Barauszahlung veranlassen wollte. Da bin ich heute noch meiner Hausbank sehr zu Dank verpflichtet. Und noch etwas, diese Manipulationen am Geldautomat sind so raffiniert angebracht, das der Kunde es tatsächlich zuersteinmal gar nicht merkt. Heute verhalte ich mich vollkommen anders, gehe ich an ein solches Gerät heran. Zudem suche i.mir jetzt zur Barabhebung möglichst immer die selben Automaten aus, schafft auch eine sichere Beweisanführung bei Polizei u.Banken.

  6. 7.

    ...und das soll Ihnen jemand glauben? Geschichten konnten Sie immer schon konstruieren, siehe Ihr Kommentar von heute morgen! Ist die Troll-Fabrik nie geschlossen?

  7. 6.

    Nein, nur wenn die damit überforderte Polizei nachweist, dass Datendiebstahl vorliegt. Bkankunden können das null nachweisen, weil ja unterstellt wird, mann hätte die Daten auf der Karte selbst weggegeben. Wie gesagt betrifft das auch alle automaten, an denen Karten eingesetzt werden, und nicht nur Bankautomaten.
    Da Sie meinen Datendiebstahl nicht miterlebt haben, können Sie mal mit ihren sinnlosen Unterstellungen aufhören, der an dem Automaten nachweislich viele Kunden betroffen hatte (hatte viel Kontakt mit der Polizei). Oder haben Sie Leseprobleme....

  8. 5.

    Sie wissen doch gar nicht, wovon Sie reden, weil Sie ein Mal Glück gehabt haben. Die Banken erstatten bei betrugsmäßigem Auslesen der Karten nur zurück, wenn man den Klageweg beschreitet und etwas NACHWEISEN kann, was bei den oft völlig dürftigen Ermittlungsergebnissen der Polizei natürlich gar nicht möglich ist. Eine Anzeige allein hilft nicht. Die Polizei steht da fast so hilflos da, wie ich als Weltraumkonstrukteur tätig werden könnte. Bei mir wurde nicht mal ein Verfahren über die Staatsanwaltschaft eingeleitet, obwohl das viele Leute betroffen hatte. Abbuchungen erfolgten schon nach 5 min nach Karteneinsatz. Die Polizei konnte die falschen Abbuchungen und echte nicht auseinanderhalten. Man hat den manipulierten Fahrkartenautomaten still und klanglos kurzzeitig stillgelegt, der jetzt natürlich wieder voll für weitere Fälle zugänglich ist. Der hat nicht mal eine Cam. Datendiebstahl ist an allen Automaten möglich.

  9. 4.

    Stimmt doch gar nicht, was Sie da behaupten. Schon im Artikel steht’s geschrieben: Die Banken erstatten die erbeutete Geldsumme zurück. Auch mir ist so etwas schon einmal passiert. Voraussetzung für die Zurückerstattung seitens der Betroffenen Bank ist lediglich der Nachweis einer Anzeige bei der Polizei. Was ich auch getan habe. War überhaupt kein Problem. Meine EC Karte wurde eingezogen und ich erhielt kurze Zeit später schon eine Neue mit neuer PIN Nr. Allerdings erhielt ich von der Staatsanwaltschaft nach längerer Zeit ein Schreiben, wonach mir mitgeteilt wurde, das Verfahren wurde eingestellt. Über zwei Jahre später hat man eine Bande diesbezüglich in Romänien festgenommen. Das LKA sammelte vorher genügend Hinweise um tätig zu werden.

  10. 3.

    Kann ich bestätigen, wer nicht grob fahrlässig gehandelt hat ( z.B. Pin aufgeschrieben und an einem Ort mit der Karte) bekommt den Schaden ersetzt. Die Banken müssen dem Kunden den Fehler nämlich nachweisen.
    Also Vorsicht im Gespräch mit dem Bankmitarbeiter bei der Meldung des Missbrauchs. Da wird gerne mal subtil gefragt ob man die PIN aufgeschrieben hatte oder die Karte unbeaufsichtigt liess.

  11. 1.

    Das kann auch hier jeden mit dt. Karte treffen. Polizei ermittelt nichts. Bank interessiert das nicht und behauptet, man hätte seine Daten selbst unsicher behandelt. Alles Quark. Man steht mit den Schäden natürlich allein da.

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