Bei einer Razzia am Morgen des 29.01.2019 in der Gneisenaustraße bewachen Polizeibeamte einen Hauseingang. Anlass war ein Überfall auf einen Geldtransporter am Alexanderplatz. (Bild: Morris Pudwell)
Morris Pudwell
Video: rbb|24/TV News Kontor | 29.01.2019 | Bild: Morris Pudwell

Razzia in Berlin - Ermittler suchen nach Beweisen für Geldtransporter-Überfall

Im Zusammenhang mit dem Überfall auf einen Geldtransporter am Berliner Alexanderplatz hat die Polizei am Dienstag mehrere Wohnungen durchsucht. Die Ermittler haben zwei weitere Männer im Verdacht, an dem spektakulären Raub beteiligt gewesen zu sein.  

Nach dem Raubüberfall auf einen Geldtransporter nahe dem Berliner Alexanderplatz im vergangenen Oktober hat die Berliner Polizei am Dienstag Wohnungen von Verdächtigen durchsucht. Früh um 6.00 Uhr begann der mehrstündige Einsatz in Tempelhof, Steglitz und Kreuzberg in Zusammenarbeit mit dem Landeskriminalamt, Spezialeinsatzkräften (SEK) sowie der Bereitschaftspolizei. Insgesamt waren nach Polizeiangaben 180 Beamte beteiligt.

Zwei Verdächtige in Gewahrsam genommen

Wie die Polizei weiter mitteilte, wurden vier Objekte zweier 25 und 38 Jahre alter Männer durchsucht, die mit dem Überfall in Verbindung stehen könnten. Sie sollen einem polizeibekannten Clan angehören. Ziel sei es gewesen, weitere Beweismittel zu finden. Beide Männer seien in ihren Wohnungen angetroffen worden. Sie wurden zur erkennungsdienstlichen Behandlung in Gewahrsam genommen, aber nicht verhaftet. Die beschlagnahmten Gegenstände werden nun ausgewertet.

"Sich mal in den Wohnungen von Tatverdächtigen umzuschauen, ist gerade in dem Bereich ein essentieller Bestandteil der Ermittlungsarbeit, da wir innerhalb der Familien und des sozialen Umfelds so gut wie keinerlei Kooperation erwarten können", teilte Norbert Cioma, Landeschef der Gewerkschaft der Polizei, in einem Statement mit.

Bei einer Razzia am Morgen des 29.01.2019 in der Gneisenaustraße durchsuchen Polizeibeamte einen PKW. Anlass war ein Überfall auf einen Geldtransporter am Alexanderplatz. (Bild: Morris Pudwell)
Polizeibeamte durchsuchen einen PKW | Bild: Morris Pudwell

Bereits Anfang Dezember zwei Festnahmen

Zwei Verdächtige waren bereits sechs Wochen nach dem spektakulären Überfall verhaftet worden: ein 38-Jähriger, der nach Polizeiangaben "in einer Beziehung zu einem der polizeibekannten kriminellen Clans der Stadt" stehen soll. Und, wenige Tage später, ein 32-jähriger Mann, der ein Tatfahrzeug und Werkzeuge beschafft haben soll. Einen akkubetriebenen Rettungs-Spreizer, mit dem der Geldtransporter geknackt wurde, stahl er nach "B.Z."-Informationen [externer Link] bei der Freiwilligen Feuerwehr.

Dem als erstes verhafteten 38-jährigen Verdächtigen wird nach damaligen Angaben der Staatsanwaltschaft neben schwerem Raub auch versuchter Mord an den verfolgenden Polizisten vorgeworfen. Aus dem Fluchtauto waren Schüsse auf einen Einsatzwagen abgefeuert worden.  

Beute machten die Täter bei dem spektakulären Überfall keine - ein Teil des Geldes verloren sie noch am Tatort, der andere Teil wurde in dem Fluchtwagen zurückgelassen.

Sendung: Abendschau, 29.01.2019, 19.30 Uhr

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3 Kommentare

  1. 3.

    "Ermittler suchen nach Beweisen für Geldtransporter-Überfall" - Ach ja? Und ich dachte, es sei bereits er- und bewiesen, dass ein solcher stattgefunden habe ...

  2. 2.

    Bravo. Gegen diese kriminellen Clans hilft nur ständiger Fahndungsdruck. Schliesslich kann man sich nicht darauf verlassen, dass Teile der Familie Remmo weiterhin so dämlich und tolpatschig agieren wie die Olsen-Bande. Es war ein Wunder, dass niemand durch die Schüsse verletzt wurde und dass es zu keinerlei Beute kam.

  3. 1.

    Meinen allergrößten Respekt für unsere Polizei.
    Es ist richtig und tut gut zu wissen, dass gegen solch‘ kriminelle Strömungen im Rahmen unserer rechtlichen Grundlage konsequent vorgegangen wird.

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