27.01.2009, Berlin: Ein Polizeiwagen steht in Berlin vor dem Kaufhaus des Westens - KaDeWe (Quelle: dpa/Geor Breloer)
Video: rbb|24 | Material: Abendschau (Archiv) | 12.01.2019 | Bild: dpa

Millionencoup im Jahr 2009 - Spektakulärer KaDeWe-Einbruch bleibt ungeklärt

Dreist und spektakulär war der Einbruch in das Berliner Kaufhaus des Westens (KaDeWe) im Januar 2009. Er bleibt wohl ohne Konsequenzen für die Täter. Trotz moderner Technik konnten niemand überführt werden. Und es wird nicht neu ermittelt.

Der millionenschwere Einbruch in das Berliner Luxuskaufhaus KaDeWe vor zehn Jahren bleibt ohne Folgen für die Täter. Wie die Staatsanwaltschaft der Deutschen Presse Agentur sagte, werde gegen verdächtige Zwillingsbrüder nicht neu ermittelt.

"Wir haben uns die Zähne ausgebissen - das Verfahren ist tot", sagte Oberstaatsanwalt Sjors Kamstra. "Das war eine sehr gut geplante Tat." Die Ermittlungen wurden im September 2010 eingestellt. Danach war geprüft worden, mit neuen wissenschaftlichen Methoden die Verdächtigen doch noch zu überführen - vergeblich.

Diebstahl in besonders schwerem Fall verjährt voraussichtlich 2020, zehn Jahre nach Einstellung der Ermittlungen.

DNA-Test kann nicht eindeutig zugeordnet werden

In der Nacht zum 25. Januar 2009 waren Diebe in das Kaufhaus eingebrochen, sie stahlen teure Uhren und wertvollen Schmuck im Millionenwert. Die festgenommene Zwillingsbrüder, beide bereits polizeibekannt, wurden wieder freigelassen, weil eine DNA-Spur in einem sichergestellten Handschuh am Tatort keinem der beiden Brüder eindeutig zugeordnet werden konnte.

Die Staatsanwaltschaft habe auch ein Bewegungsgutachten erstellen lassen, so Kamstra. Die Analyse von Videoaufnahmen vom Tatort sei zu dem Schluss gekommen, dass die Zwillinge nicht mit den maskierten Tätern auf den Kaufhaus-Kameras identisch sind. Für eine Anklage habe es deshalb nicht gereicht, sagte der Oberstaatsanwalt.

Die Brüder warteten in der Untersuchungshaft ab und schwiegen. Mitte März 2009 wurden sie entlassen und posierten öffentlich als Sieger. Der dritte Täter blieb völlig im Dunkeln. Der Großteil der Beute tauchte nicht wieder auf.

Einbruch bleibt ein ganzes Wochenende unbemerkt

Den Ermittlungen zufolge waren drei dunkel gekleidete Gestalten an den Alarmanlagen vorbei durch ein Fenster im ersten Stock in das Kaufhaus eingestiegen. Drinnen hangelten sie sich mit einer Strickleiter in die Schmuck- und Uhrenabteilung im Erdgeschoss hinab. Sie brachen Vitrinen und Schränke einer Juwelier-Kette auf und räumten ab.

Da die Alarmanlagen stumm blieben, kamen die dreisten Diebe ein zweites Mal. Auf Überwachungsfilmen war zu sehen, wie sie erneut auftauchten, um im Kaufhaus fette Beute zu machen. Erst nach dem Wochenende wurde der Einbruch bemerkt. Es gab kaum Spuren in dem Haus, dessen Eigentümer es als "bestens gesichert" bezeichnet hatten.

Das Kaufhaus in der Nähe des Kurfürstendamms war wiederholt das Ziel von Kriminellen. Mehrmals hatten es die Diebe auf teure Uhren und Schmuck abgesehen.

Sendung: Inforadio, 12.01.2019, 13 Uhr

Kommentar

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2 Kommentare

  1. 2.

    Der Fall könnte m.E. sehr wohl noch aufgeklärt werden, wenn nicht wieder einmal der Datenschutz Straftäter schützen würde. Wenn DNA sichergestellt wurde, die nur nicht zugeordnet werden konnte, weil es Zwillinge waren, dann scheitert eine Zuordnung für eine bestimmte Person nur daran, dass der deutsche Datenschutz verbietet, bestimmte Merkmale einer Person (wie Haarfarbe, Augenfarbe o.ä. Merkmale)aus der DNA herauszufiltern. Etwas, was in anderen Ländern (wie den Niederlanden) sehr wohl erlaubt ist. Daran kann man sehen, dass die EU in weiten Teilen nutzlos ist. Ein Datenschutz, der Straftäter vor Bestrafung schützt, hat doch wohl seinen Zweck verfehlt. Datenschutz hat unbescholtene Bürger vor Mißbrauch zu schützen, aber nicht Kriminelle. Die Politik sollte schleunigst darüber nachdenken, ob nicht andere EU Länder einen besseren Datenschutz haben, dem wir uns anpassen sollten.

  2. 1.

    Trifft keinen Armen und die Versicherung zahlt auch.. also alles halb so wild. Eine Sicherheits-Nebelanlage (z.B.Fog Bandit) hätte den Diebstahl verhindert, aber solange die Versicherung eine solche Nebelanlage nicht zur Auflage macht, wird nix passieren. Also wird dieser Einbruch nicht der Letzte gewesen sein.. und das Tatkonzept mit den eineiigen Zwillingen ist auch genial.. hier wird der tolle Rechtsstaat so richtig schön vorgeführt.

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