Polizeiabsperrung (Quelle: dpa/Fassbender)
Video: Abendschau | 07.01.2019 | Kerstin Breinig | Bild: dpa/Ina Fassbender

Berliner Polizei fahndet mit Internationalem Haftbefehl - Mord nach 20 Jahren offenbar vor der Aufklärung

Die Berliner Polizei sucht einen Mann, der vor 20 Jahren einen Familienvater in Berlin-Zehlendorf erschossen haben soll. Von dem mutmaßlichen Täter gibt es Fotos, auf denen er gut zu erkennen ist. Doch die Polizei warnt: Der Gesuchte sei ein Verwandlungskünstler.

Am 6. Mai 1999, einem frühlingshaften Donnerstag, wird der Medikamentenhändler Piotr Blumenstock in einem kleinen Park in Berlin-Zehlendorf niedergeschossen. Eine Radfahrerin entdeckt den verletzten 45-jährigen Familienvater auf dem Gehweg liegend und ruft den Notarzt, so damalige Medienberichte. Drei Tage später erliegt der Mann im Krankenhaus seinen Verletzungen. Der Schuss hatte seinen Kopf getroffen.

Möglicherweise sieht der Verdächtige ganz anders aus

Ein Täter kann damals nicht gefunden werden. Jetzt, 20 Jahre später, hat die Polizei offenbar neue Erkenntnisse. Demnach soll Vladimir Svintkovski, ein damals 47 Jahre alter Pole mit russischen Wurzeln, den Medikamentenhändler getötet haben. Er gilt als dringend tatverdächtig, wie die Berliner Polizei und Staatsanwaltschaft am Montag mitteilten. Deshalb wird der 67-Jährige nun mit internationalem Haftbefehl gesucht. Polizei und Staatsanwaltschaft haben auch Fotos des Mannes aus den 90er Jahren veröffentlicht.

Da Mord nicht verjährt, sei der Fall in Bearbeitung geblieben, sagte ein Polizeisprecher auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Nun gebe es nicht näher benannte Details.

Doch trotz der recht guten Qualität der Bilder und der markanten roten Haar- und Bartfarbe des Mannes könnte es schwer werden, Svintkovski zu finden. Er benutze nicht nur viele Aliasnamen, sondern er sei zudem, so die Polizei, ein "Verwandlungskünstler", der regelmäßig verschiedene Perücken trage und sein Barthaar verändere. Es sei demnach möglich, dass er sein Gesicht mithilfe von plastischen Operationen verändert habe und dadurch auch deutlich jünger aussehe.

Fahndungsbilder von Vladimir Svintkovski (Bild: Polizei Berlin)
Mit diesen Fotos fahndet die Polizei international nach Vladimir Svintkovski. | Bild: Polizei Berlin

Eine hohe Belohnung ist ausgelobt

Vladimir Svintkovski ist etwa 1,76 Meter groß und spricht mehrere Sprachen, darunter Deutsch, Polnisch und Russisch. Es sei möglich, dass er unter falschen Personalien lebe. Die Ermittler fragen in dem Fahndungsaufruf, wer den Mann, Kontaktpersonen oder Aufenthaltsorte kennt.

Für Informationen, die zur Aufklärung des Falles führen, hat die Staatsanwaltschaft Berlin eine Belohnung von bis zu 10.000 Euro ausgelobt. Hinweise nimmt jede Polizeidienststelle oder auch das Berliner Landeskriminalamt unter der Telefonnummer (030) 4664-973209 entgegen.

Erst Mitte November 2018 hatten Berliner Ermittler einen Mann gefasst, der 1987 eine Frau in Berlin-Neukölln ermordet haben soll - dabei sollen DNA-Untersuchungen den Durchbruch gebracht haben.

Sendung: Antenne Brandenburg, 07.01.2019, 12:30 Uhr

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