Ein Auto ist am 29.12.2018 in Gesundbrunnen in Menschengruppe gerast (Quelle: rbb/Morris Pudwell)
Video: Abendschau | 03.01.2018 | Rainer Unruh | Bild: rbb/Morris Pudwell

Nach Autounfall in Berlin-Gesundbrunnen - Mahnwache soll an verstorbene Fußgängerin erinnern

An die kurz vor Silvester in Berlin überfahrene und getötete Frau soll mit einer Mahnwache erinnert werden. Dazu haben mehrere Verkehrsvereine und -verbände aufgerufen. Zum Gedenken an die 29-Jährige wollen die Organisatoren am Donnerstag eine weiße Figur am Ort des Unfalls an der Kreuzung Osloer Straße und Prinzenallee in Gesundbrunnen aufstellen.

"Ohnmächtig erleben wir, wie immer wieder ungeschützte Verkehrsteilnehmer, die auf die Einhaltung der Verkehrsregeln durch Autofahrer vertrauen müssen, getötet werden", teilte der Verband Changing Cities am Mittwoch mit. Nötig sei Tempo 30 in der ganzen Stadt.

Rote Ampel missachtet

Bei dem Unfall war ein Autofahrer in der Nacht zum 29. Dezember in eine Gruppe junger Menschen gerast. Die 29-Jährige Touristin wurde lebensgefährlich verletzt, eine weitere Frau und drei Männer erlitten schwere Verletzungen. Am 31. Dezember starb die 29-Jährige.

Die Ursache für den Unfall ist laut Polizei weiterhin unklar. Der 30-jährige Fahrer war nicht betrunken. Auch gab es laut Polizei keine Hinweise darauf, dass er Drogen oder Medikamente eingenommen hätte. Nach Zeugenangaben hatte er aber gegen 2:30 Uhr an der Prinzenallee eine rote Ampel missachtet. Danach sei sein Wagen ins Schlingern geraten, von der Fahrbahn abgekommen und in die auf dem Gehweg stehende Fußgänger-Gruppe gefahren. Ein technisches Gutachten soll klären, ob Mängel an dem BMW zu dem Unfall geführt haben.

44. Todesopfer im Straßenverkehr

Die Frau war das 44. Todesopfer im Berliner Straßenverkehr. Nach der Statistik der Polizei starben 18 Fußgänger, elf Radfahrer, neun Motorrad- oder Rollerfahrer, drei Autofahrer sowie drei Lkw- oder Busfahrer. Diese Gesamtzahl bewegt sich im Rahmen der vergangenen zehn Jahre: zwischen 36 und 56. In den zehn Jahren davor hatte es noch deutlich mehr Tote gegeben.

Bis zum September 2018 gab es 103.720 Unfälle in der Stadt. Dabei wurden 1.976 Menschen schwer und 11.894 Menschen leicht verletzt. Die häufigsten Unfallursachen waren Fehler beim Abbiegen, Nichtbeachten der Vorfahrt und zu hohes Tempo.

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5 Kommentare

  1. 5.

    Furchtbar, diese Unfälle.
    Aber ganz ehrlich, wozu soll Tempo 30 sinnvoll sein, wenn es sich um jemanden handelt, der sich nicht an die Verkehrsregeln hält? Das wird derjenige auch nicht bei Tempo 30 tun.
    Abgesehen davon fahre ich persönlich nach Gefühl. Das heißt, selbst wenn 50 erlaubt sind, fahre ich den Umständen entsprechend langsamer (Regen, Dunkelheit mit Regen, viele Radfahrer oder einfach Situationen, wo ich das Gefühl habe, dass 50 nicht angemessen ist). 50 heißt Maximalgeschwindigkeit und nicht, ich muss 50 fahren. Das scheinen viele zu vergessen.

  2. 4.

    Tempo 30 auf allen Straßen ist m.E. eine ziemliche Schnapsidee. Wobei wir alle natürlich dadurch mehr von den Schadstoff-Ausstößen hätten.

    Teil der Lösung zum Verhindern derart schwerer Verkehrsunfälle wäre z.B. das Einhalten der Geschwindigkeitsgrenzen. Und bei Nichteinhaltung nicht nur Streicheleinheiten statt Strafe.

  3. 3.

    Mahnwachen gehören sicher nicht zu den allernützlichsten Reaktionen auf Unfälle.
    Statt Blumen, Stofftiere und Grablichter abzulegen/-stellen, Demos zu veranstalten und mehr und mehr Verkehrsregeln zu erlassen, hielte ich für weitaus zielführender, bestehende Gesetze auch mal konsequent anzuwenden.
    Rücksichtlose Menschen scheren sich nur um das eigene Leid. Gesetze und Richter, die ob ihrer Strenge gefürchtet werden, hätten einen viel nachhaltigeren Einfluss auf das Verhalten im Straßenverkehr als tausend rotumrandete 30-Schilder. Bei schwerem Fehlverhalten: Knast. Wenn es häufiger und/oder in besonders schlimmem Maße vorkommt: Lange. Ohne Bewährung, Freigang und Plasmafernseher. Und Rausch ist keine Entschuldigung (mehr).
    Wetten, dass dann unglaublich viele Verkehrsraudis schlagartig zur Vernunft kommen?

  4. 2.

    In Gesundbrunnen wird eine Mahnwache nicht ausreichen. Viele der hier wohnenden Autofahrer sind rücksichtslos und dreist. Das fängt beim Ignorieren der Ampel an und hört mit wüsten Beschimpfungen in unterschiedlichen Sprachen auf, wenn sie sich durch ein angemessenes Verhalten und die Einhaltung der STVO , von anderen Verkehrsteilnehmern gestört fühlen. Wers nicht glaubt:”Bitte ausprobieren.”

  5. 1.

    Herzliches Beileid und viel Kraft allen Hinterbliebenen.
    Die wiederholten Mahnwachen sind leider notwendig. Der Verkehr muss dringend sicherer werden. Wenn alles andere zu lange dauert oder baulich noch Jahrzehnte auf sich warten lässt, können doch sofort mit Tempo 30 viele Schwerverletzte und Tote vermieden werden. Leider werden diese Unfälle auch immer wieder extrem bagatellisiert, wie anfangs vom Tagesspiegel, der von beim Unfall "umgestoßenen" Fußgängern berichtete.

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