Symbolbild: Ein junges Mädchen sitzt zusammengekauert im dunklen Wohnungsflur und hält sich die Hände vors Gesicht. (Quelle: dpa/Marks)
Bild: dpa/Marks

14-Jährige lebt freiwillig im Heim - Bloß nicht mehr nach Hause

Als Vierjährige wurde Mirella vom Jugendamt aus ihrem Zuhause im Süden Berlins geholt, weg von ihrer Mutter. Lange wollte die inzwischen 14-Jährige nur eines: zurück zu ihrer Mutter. Jetzt könnte sie - und will nicht mehr. Von Henrike Möller

Im Kühlschrank herrscht gähnende Leere. Ein Ei, mehr ist da nicht. Nichts, womit eine Vierjährige etwas anfangen könnte. "Ich habe dann angefangen, meinem kleinen Bruder Babybrei mit kaltem Wasser zu machen, um unseren Hunger zu stillen." Mit ruhiger, kontrollierter Stimme erzählt Mirella, was passiert ist, damals, als ihre Mutter sie und ihren kleinen Bruder allein in der Wohnung gelassen hat. Sie sieht älter aus als 14. Schwarzes, schulterlanges Haar, offener, tougher Gesichtsausdruck. "Du fängst an Angst zu bekommen, wenn du merkst, es wird dunkel. Mein kleiner Bruder war zwei und hat angefangen zu schreien."

Nach einem Tag realisiert Mirella: Ihre Mutter kommt nicht wieder. "Und das war dann der Tiefpunkt, wo ich gesagt habe, ich bin jetzt auf mich alleine gestellt. Ich muss mich um meinen Bruder kümmern und jetzt mach ich das auch. Weil ich Angst hatte, dass er der Nächste ist, der weg ist." Nach drei Tagen hören Nachbarn Mirellas Schreie. Auf einmal stehen fremde Menschen in der Wohnung. Sie seien vom Jugendamt, sagen sie. Mirella und ihr kleiner Bruder werden in eine Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung im Süden Berlins gebracht.

Genau hier sitzt Mirella nun, zehn Jahre später, auf ihrem neuen 1,40 Meter breiten Bett. Ihr ganzer Stolz. "Zickenzone" steht auf einem Schild vor ihrem Zimmer. Sie grinst. "Hat mir eine Freundin geschenkt." Mirella fühlt sich wohl in der Hilfeeinrichtung. "Die stehen nicht betrunken vor mir. Die können mir helfen, wenn was los ist. Die wissen, wer ich bin."

Sie klingt entschlossen, selbstbewusst. Doch ihre Entscheidung, mit ihrer Mutter nichts mehr zu tun haben zu wollen, ist noch relativ frisch.

Eine Wut-Armee

In den ersten Jahren will Mirella nur zurück. Sie begreift nicht, dass ihre Mutter psychisch nicht in der Lage ist, sich um sie zu kümmern. Wie auch!? Sie ist vier. "Dann hab ich angefangen zu fragen, was für Bedingungen es gibt und was ich erfüllen muss." Als ihr klar wird, dass es nichts gibt, was sie tun kann, um schneller zu ihrer Mutter zurückzukönnen, wird sie wütend: "Ich bin laut geworden und hab' angefangen rumzuschreien und auch Tränen ins Gesicht bekommen."

Die pädagogische Leiterin der Hilfeeinrichtung erkennt Mirellas Not: "Dieses Verlassensein, das ist ja ein Trauma. Die Trennung von der Mutter, diese Hilflosigkeit. Das waren alles Indizien für uns, da müssen wir ran. Sie braucht professionelle Unterstützung." Während der Therapie lernt Mirella mit ihrer Wut umzugehen. "Zum Beispiel hab ich eine Armee gebaut. Dann wurde ich gefragt, warum baust du denn eine Armee? Und ich meinte, na das ist die ganze Wut, die in mir ist." Die pädagogische Leiterin der Einrichtung ist überzeugt: Ohne die Therapie würde Mirella heute nicht so reflektiert mit der Situation umgehen.

Immer wieder versetzt, immer wieder eine neue Chance

Nach und nach geht es Mirella besser. Sie wird ruhiger, fröhlicher. Die Fortschritte ihrer Mutter verlaufen langsamer. Immer wieder kündigt sie Besuche in der Hilfeeinrichtung an, nur um Mirella und ihren Bruder dann zu versetzen. "Sie hatte versprochen an Heiligabend zu kommen. Wir standen auf dem Balkon und haben gewartet und die Busse abgezählt." Aber die Mutter kommt nicht. Wie oft Mirella ihrer Mutter verziehen hat, kann sie heute nicht mehr sagen. "Ich hab' halt gedacht, okay, ich geb' ihr noch ne Chance, weil ich der Meinung war, sie kann sich ja ändern, ich sag' ihr das einfach. Weil wenn ich sie verliere, habe ich niemanden mehr."

Mirella ist elf, zwölf Jahre alt, als sie allmählich beginnt, das Verhalten ihrer Mutter anders zu bewerten. An Silvester verlässt die Mutter still und heimlich die private Feier mit ihren Kindern und deren Onkel, um auf einer Party von Freunden weiter zu feiern. "Aufgetaucht ist sie am Tag danach. Gegen 18 Uhr habe ich einen Anruf bekommen von ihr und sie hat gesagt, sie schafft das alles nicht mehr mit mir und meinem Bruder." Doch bevor Mirella begreifen kann, was ihre Mutter da gesagt hat, nimmt die wieder alles zurück. Es sei nicht so gemeint gewesen.

"Ich bin fertig mit dem Kapitel"

2016 passiert dann der Moment, der Mirellas Sicht auf ihre Mutter für immer verändert. Sie erlebt ihre Mutter zum allerersten Mal völlig betrunken. "Sie konnte nicht gerade laufen. Ich stand 'nen halben Meter vor ihr und mir wurde fast schlecht, weil das gerochen hat, gestunken hat." Mirella hat Angst, weiß nicht, wie sie reagieren soll. "Sie hat dann angefangen zu erzählen, dass sie nichts dafür könnte, dass alles so passiert ist. Dass sie unschuldig wäre." Da bricht es aus Mirella raus: "Ich meinte dann total wutentbrannt: Natürlich kannst du was dafür, du bist doch daran schuld, dass ich im Heim leben muss!"

Eingestanden hat die Mutter ihre Schuld gegenüber Mirella bis heute nicht. Mirella wartet aber auch nicht mehr darauf. "Mir ist damals bewusst geworden, vielleicht ist es doch nicht so gut für mich, in so einer Zukunft aufzuwachsen. Vielleicht passiert das öfters, dass sie besoffen vor dir steht. Vielleicht komm ich in dieselben Gänge, vielleicht werde ich genauso wie sie. Will ich das? Nein!" Seit einem Jahr hat sie ihre Mutter nicht mehr gesehen. "Ich habe zu ihr gesagt, ich bin fertig mit dem Kapitel." Mirella klingt abgeklärt, wenn sie über ihre Mutter spricht. "Ich bin oft optimistisch gewesen und dachte mir, okay, wir schaffen das. Und das war dann wie ein Zug, der immer und immer wieder gegen die Wand gefahren ist."

Mirella bleibt im Heim

Ihre Mutter hofft trotzdem, dass sich Mirella eines Tages entscheiden wird, wieder bei ihr zu leben. Die offizielle Erlaubnis von Jugendamt und Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung hat sie: "Die Mutter ist in einer Therapie gewesen, hat ihre Psychose im Griff, nimmt Medikamente und lebt in einer neuen, stabilen Partnerschaft", erklärt die pädagogische Leiterin der Hilfeeinrichtung. "Wir haben da auf jeden Fall eine positive Entwicklung festgestellt." Doch Mirella will diese Besserungen nicht sehen, glaubt die Leiterin: "Ich bin mir nicht sicher, ob sie weiß, was es bedeutet, dass ihre Mutter manisch-depressiv ist. Ich glaube, sie will das auch gar nicht verstehen. Sie will keine Krankheit als Erklärung akzeptieren. Sie will jemanden haben, den sie beschuldigen kann."

Mirella steht in ihrem Zimmer, vor ihr eine große Rubbelwandkarte. Noch sind erst wenige Länder freigerubbelt. Deutschland, Polen, Tschechien, Niederlande, Österreich. "Wenn ich 18 bin, habe ich mir vorgenommen, eine Weltreise zu machen", sagt sie. "Es kann von ganz kalt bis ganz heiß gehen, weil ich einfach die Unterschiede sehen will." Sie lächelt – ihr typisches Mirella-Lächeln, halb herzlich, halb tough. Nächstes Ziel: Norwegen. Wegen der tollen Fotokulisse.

Sendung: Inforadio, 05.01.2019, 09.30 Uhr

Beitrag von Henrike Möller

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Antwort auf [Samanta W.] vom 21.01.2019 um 06:54
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107 Kommentare

  1. 107.

    Hallo Torben,

    es stimmt nicht, dass einer Mutter nur dann die Kinder weggenommen werden, wenn sie krass ist. Ich habe das Sorgerecht verloren nach einem familiengerichtlichen Gutachten. Dabei war mein Ex-Partner und Verleumder relativ ehrlich und hat im Gutachten zugegeben, vor der Psychoanalyse ein Problem mit Trennungen gehabt zu haben und darauf mit Verlustängsten und Panik reagiert zu haben, dass er mehrere Therapeuten und zwei psychsomatische Kliniken während unserer nicht ganz vierjährigen beziehung aufgesucht hat und dass er "die Kindsmutter gebissen habe im Rahmen einer Auseinandersetzung, in der sie zuerst tätlich geworden sei".

    Seine zweite Langzeittherapeutin bescheinigt ihm in ihrer im Rahmen der Begutachtung abgegebenen Stellungnahme außerdem "eine großen Wut auf Frauen", "Wünsche, gnadenlos Rache zu üben", fehlende Empathie, "wiederholt hinterhältig aggressive Aktionen", "Sadismen" und eine erfolglose 7-jährige Therapie. Er hat die alleinige Sorge bekommen.

  2. 106.

    Die Medien präsentieren eine unausgegorene Geschichte und es finden sich sodann Jünger, die im freien Internet skrupellos ihre Fantasien über Menschen und Schuld und Sühne loslassen. Ich befürworte die Forderung von Nr. 100, 95, 94 und 92, insofern sie nicht auch gelöscht werden!

  3. 105.

    Das Mädchen sucht einen Schuldigen? Ja, den gibt es ja auch, die Mutter. Auch wenn sie krank ist, sie hat die Verantwortung für ihre Kinder. Und wenn sie das nicht schafft, hätte sie sich Hilfe holen können. Die Kinder hätten sterben können, aber, ach naja, ist ja nur die Krankheit gewesen, Kann ja die Mutter nichts für. Das sie Kinder hat, weiss auch eine manisch-Depressive. Wie sie an Alkohol, und was weiss ich, was sie in der Zeit getrieben hat.., .kam, wusste sie auch. Auch Krankheit befreit nicht von der Verantwortung für Kinder. Irgendwie konnte die Mutter ja auch trotzdem für sich selbst sorgen, für ihren Alkohol... Dann hätte sie sich Hilfe holen können, für die Kinder und für ihre Krankheit. Wer das nicht tut hat auch die Schuld. Das Mädchen hat so viele Enttäuschungen durch die Mutter erlebt, das einfach verzeihen? Sie war ein hilfloses Kind. Ich verstehe, dass sie nichts mehr mit ihrer Mutter zu tun haben möchte und ihr die Schuld gibt. Und ich kenne selbst Depressionen

  4. 104.

    Dabei will ich das mit der psychischen Erkrankung ja nicht mal kleinreden. Mit Sicherheit hatte und hat die Mutter Probleme, die die meisten von uns sich nicht mal vorstellen können.
    Nur, macht das, nach allem, was passiert ist, einen Unterschied?
    Sie hatte ihre Chancen, über viele Jahre hinweg, und es hat sich scheinbar gezeigt, dass es nicht funktioniert.
    Da geht's ja nicht um Strafe oder Rache, sondern darum, was besser für die Kinder ist. Das Mädel sagt selbst, sie will nicht, sie befürchtet, durch die Mutter selbst abzurutschen - dann sollte die Leiterin auch nicht versuchen, sie zu beschwatzen.

  5. 103.

    Sehr geehrte Annika H,
    wenn wir uns persönlich kennen würden, dann würde ich mich vorbehaltlos und offen hierüber mit Ihnen unterhalten. Dies ist nicht der Fall.
    Daher nur soviel: Nachgewiesener schwerer Alkoholismus und Drogenkonsum, Gewaltdelikte etc. sind die einzigen möglichen Fälle, in denen heutzutage (dann auch im Einzelfall berechtigterweise) in unserem Land Kinder von der Mutter getrennt werden (könn(t)en). Zeitgleich hat dagegen der sorgende und überhaupt nicht vorbelastete Vater nahezu keine Chance mit seinen Kindern nach der Trennung (sogar wenn, wie oft, unbegründet durch die Mutter herbeigeführt) eine Familie zu behalten. Den Kindern wird der Vater weggenommen.
    Mitleidende sind immer die Kinder, nur in diesem sinnfreien "Normalfall" vollkommen unnötigerweise. Wer nicht persönlich seine Kinder so "verloren" hat oder Väter (z.B. gute Freunde, die sich überhaupt zu dem Thema öffnen können) im direkten Bekanntenkreis hat, der kann diesen Schmerz nicht verstehen.

  6. 102.

    Es ist unverzeihlich, dass Menschen, die nicht mal in der Lage sind, sich um sich selbst zu kümmern, auch noch Kinder in die Welt setzen. (Was ja angesichts von 7,8 Milliarden bereits ein Akt von Verantwortungslosigkeit.)
    Ich wünsche Mirella, dass sie es schafft, den Kontakt zur Mutter vollständig einzustellen, um für sich und ihr Leben unbeeinflusst von so viel Destruktivität und Lieblosigkeit einen positiven Lebensweg zu gehen.
    Erst, wenn sie erwachsen und in sich stabil ist mit dem Wissen, dass sie die nie erhaltende Liebe und Sorge ihrer Mutter niemals erhalten wird und darüber wirklich weg ist, dann kann evt. ein Gespräch ihr noch einmal dienen.
    Das, was bereits zerstört und kaputt ist an Urvertrauen und nicht erhaltener Liebe wird ohnehin nie wieder ausgeglichen werden können. Die Narbe bleibt lebenslang. Dem Mädchen alles Gute und viele liebevolle Unterstützer!

  7. 101.

    Ihre Meinung - als Anonymer - dürfen Sie haben, wie andere Menschen auch. Nur haben Sie kein Recht, die Kommentatoren einer Bewertung zuzuführen, die sich weit unter der Gürtellinie bewegt.
    Die Reportage in der Hörversion wie auch in der Leseversion berührt mich überhaupt nicht. Außer das ein pubertierendes Mädhcen benutzt wird. Ich bin Mutter von 4 Kindern, 2 sind aus Heimen geholt worden. Zudem arbeite ich seit 40 Jahren als Sozialarbeiterin und unterliege zu 100% u.a. dem SGB VIII. ...

  8. 100.

    Ich geben Ihnen völlig Recht. Die Reportage ist grottenhaft und ohne Sinn. Löschen, wäre wirklich angebracht und wurde hier schon mehrfach nachvollziehbar eingefordert.

  9. 99.

    Die Aussage "Ich fühle mich wohl [in diesem Heim]." und, dass die Tochter nicht zu ihrer Mutter zurück will, dass sie davor Angst hat und dass sie sachliche Argumente für ihre Entscheidung hat, sind deutliche Indizien, dass die Heimaufnahme und der weitere Verbleib im Heim die einzig richtigen Entscheidungen waren.

    Die einfachen Antworten hier in den Kommentaren auf die Frage nach SCHULD sind teilweise erschreckend. Ein psychisch Kranker ist schuldunfähig und kann daher keine Schuld haben. Es gibt Zustände, an denen keiner Schuld hat. Das nennt man UNGLÜCK. Die Behauptung, für jedes Fehlverhalten müsse es einen Schuldigen geben und hier sei es die Mutter, ist angesichts der Diagnose "manisch-depressive Störung" UNSINN! Die Mutter kann nicht anders, solange sie krank ist und diese Störung hat bzw. diese Störung nicht im Griff hat. Und wenn sie nicht anders kann, dann hat sie auch keine Schuld daran. Für uns Außenstehende ist schwer erkennbar, ob eine psychische Krankheit vorliegt.

  10. 98.

    Ich habe kopfschüttelnd nur die letzten Kommentare gelesen. Sachlich sind da lediglich die Kommentare des rbb und der Kommentar Nr. 97.

    Andere Kommentatoren unterstellen - ohne Kenntnis der Einzelheiten! - Gesetzesbrüche und Fehlverhalten von Jugendamt und Heim.

    Der Beitrag ist keine erziehungswissenschaftlicher Fachbeitrag, sondern schildert aufgrund des begrenzten Platzes einen Teil des Schicksals eines Mädchens. Nach Lesen dieses Beitrags zu behaupten, man wisse genug, um Gesetzesverletzungen und Fehlverhalten nachweisen zu können ist schon abenteuerlich.

    Genauso wirr ist die Behauptung, die Heimeinweisung sei rechtswidrig, weil es früher auch oft und in der Gegenwart auch noch manchmal Fehlberhalten gibt. Mit dem gleichen Argument könnte man allen Eltern die Kinder wegnehmen, weil es auch Fälle von elterlichem Missbrauch und elerlicher Vernachlässigung gibt.

    In diesem Beitrag gibt es keinerlei Hinweis darauf, dass das Mädchen im Heim unangemessen behandelt worden wäre!

  11. 97.

    Ein aufwühlender, berührender Bericht - u. darin liegt auch die Gefahr: Zahlreiche Kommentare sind über alle Maßen emotionalisiert; sind nicht empathisch, sondern voller Verachtung, stets mit der unantastbaren Gewissheit, die eigene Haltung sei die richtige. Da blieb kaum etwas aus: Konformismus, Autoritarismus, Sexismus. Einige besonnene Stimmen mehr, wie etwa Nr. 41 o. 60, hätte ich mir gewünscht.

    Am lautesten schreien diejenigen, die mit dem SGB VIII herumwedeln, aber nicht durch Erfahrung mit angewandtem Recht punkten. Daneben stehen so viele Entrüstungen voller Unwissen über die rechtliche Lage (angefangen beim Grundgesetz), über die Arbeit der Jugendämter (vom RSD bis zur Krisenintervention) und über die persönlichen Lebenslagen Betroffener - Kinder wie Sorgeberechtigte gleichermaßen.

    Rationalisierende, normative Vorwürfe gegenüber der Mutter, Verschwörungstheorien bis Verleumdungen bzgl. JA, Nivellierung der berufl. Expertise der Pädagogin - Humanismus sieht anders.

  12. 96.

    Was soll dieser Hinweis? Sagen Sie doch konkret, was gesetzeswidrig war. Und was der rbb somit falsch dargestellt haben soll. Wenn Sie schon für die Gefragte antworten, dann sollten Sie dies auch machen.

  13. 95.

    Dem ist nichts hinzuzufügen; knapp, bündig und auf den Punkt gebracht.
    Die Family wird vom Heim und Jugendamt ordentlich verarscht. Das ist Methode, besonders, wenn die mitbekommen, wie die Eltern ticken.
    Im Übrigen ist es auch nicht zulässig, die Hilfeplangespräche in Anwesenheit des Heimpersonals und Abwesenheit der Sorgeberechtigten durchzuführen! Derartige Entscheidungen sind rechtlich anfechtbar.

  14. 94.

    Steht doch ausführlich im SGB VIII usw. Bitte erst hier informieren, dann posten. Danke.
    https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_8/BJNR111630990.html
    Zur Familie gehören hier 4 Personen (Vater+Mutter+Tochter+Sohn). Bitte nochmals Lesen und hören, dann posten. Danke

  15. 93.

    Und was war Ihrer Meinung nach gesetzwidrig? Ich kann es alles nachvollziehen. Die Schwierigkeit der Tochter, die Krankheit der Mutter zu verstehen. Was soll Das Heim denn machen?

  16. 92.

    Kein Hauch von investigativem Journalismus!
    In diesem konkreten Fall ist das gesetzeswidrige Vorgehen des zuständigen Jugendamtes aufzudecken und schonungslos offen zu legen sowie die Kompetenz der Heimleitung in Frage zu stellen - aber das war ja nicht gewollt.
    Der gesamten Familie ist mit dieser unsinnigen Reportage nicht geholfen.

  17. 91.

    In fast allem gebe ich ihnen Recht.
    Und da sprechen/schreiben sie noch eine traurige Tatsache an. Nämlich, dass die Kinder in Heimen nach dem 18. (ggf. auch 19.) Lebensjahr allein gelassen werden. Seien wir doch mal ehrlich. Endet die Elternschaft mit dem 18. Lebensjahr? Sind wir nicht froh Eltern zu haben, auch danach noch. Diese Chance bekommen "Heim"-Kinder nicht. Ich bin für Adoption, denn Familie bleibt auch nach einem 18. Geburtstag bestehen. Das gibt Lebensmut, Vertrauen und Kraft, jedoch auch Hilfe in schwierigen Lebenssituationen.

  18. 90.

    Was mich bewegt bei dieser Thematik: das Kind. Man stelle sich vor diese endlosen Enttäuschungen durch die Mutter, solche Menschen nenne ich lieber biologische Erzeugerin. Und bei all dieser gut gemeinten, kritischen und aufmunternd gemeinten Presse stellt sich mir, und zwar seit Jahren (dazu gleich mehr, 1*), die Frage: "Wieso gibt es Kinderheime?" Es gibt so viele Menschen, die gern ein Kind adoptieren möchten und aus verschiedensten Gründen (u.a. Altersbeschränkung - da hat doch z.B. ein ehemaliger Bundeskanzler, anstatt die Gesetze zu Gunsten der Adoptionswilligen/Kinder zu ändern, im Ausland adoptiert) keine Möglichkeit dazu erhalten. In solch einem liebevollen Umfeld, also als Kind in einer (Adoptiv) Familie hätte das Mädchen bestimmt gelernt besser mit dieser Situation zu leben und auch Verständnis, gern gepaart mit Distanz (falls das Kind es möchte), für die Mutter gelernt und somit Akzeptanz.
    Gebt den Kindern ein Zuhause und nicht nur Essen, Unterkunft und Betreuung.

  19. 89.

    "Ich glaube, sie will das auch gar nicht verstehen. Sie will keine Krankheit als Erklärung akzeptieren. Sie will jemanden haben, den sie beschuldigen kann."

    Äh... Bisschen unglücklich formuliert, oder?
    Wer soll denn in dieser Geschichte Schuld sein, wenn nicht die Mutter, welche ihre Kinder bis an den Rand der Lebensgefahr vernachlässigt und auch danach immer neue Chancen vertan hat?
    Was hätte noch alles passieren müssen, bevor das Mädchen auch mal ein bisschen sauer sein darf?
    Wieviel Kraft, Hoffnung und Energie sollte sie noch in ihre Mutter stecken, bevor sie sich auf sich selbst konzentrieren und ihr eigenes Leben starten darf?

    Ich hoffe doch, die Leiterin hat wirklich nur das Wohl ihrer Schützlinge im Sinn und stürzt sich nicht einfach nur auf jede "Chance", Kostenfaktoren schon ein paar Jährchen vor dem 18. loszuwerden.

  20. 88.

    Werte Redaktion! Muss das sein?
    "Dass es in Heimen durchaus zu Problemen kommen kann, bestreitet ja niemand. Das zu tun, ist auch nicht die Konsequenz aus dieser Reportage."
    Ich frage mich ernsthaft, welches Wissen haben Sie über Heime in Deutschland?
    Es sind doch keine Puppenstuben für kleine Mädchen, die glauben, auf einer Insel in Norwegen die Erleuchtung zu finden! Sondern Objekte, wo Menschen die Freiheit genommen wird. Jene Freiheit, die sie für ihre Entwicklung benötigen, und nur dort finden, wo sie in personenoptimierte und entwicklungsbezogene Projekte kommen und die Betreuung auf Augenhöhe abläuft.
    "Sie erzählt lediglich eine besondere Geschichte eines besonderen Menschen,"
    Etwas Besonderes kann ich bei keinem Wort erkennen, außer, das dem Mädchen wichtige Informationen bei einer 24-Stunden-Betreuung für ne Menge Knete vorenthalten werden. Und, das Sie als Redaktion keine Ahnung von der Materie haben. Mir bleibt ebenso die Luft weg. Löschen Sie desen Mist.

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