"Geisterfahrrad" in Berlin (Quelle: imago/Friedel)
Bild: imago/Friedel

Fußgänger besonders gefährdet - 45 Menschen starben 2018 auf Berlins Straßen

Im vergangenen Jahr gab es in Berlin deutlich mehr Verkehrstote als im Vorjahr, auch die Zahl der Verletzten stieg. Doch ein Trend zu mehr Gefahren im Straßenverkehr lässt sich daraus nicht ablesen. 

In Berlin sind im vergangenen Jahr etwas mehr Menschen im Straßenverkehr getötet worden als 2017. Insgesamt kamen 45 Menschen 2018 ums Leben: 19 Fußgänger, 11 Radfahrer, 9 Motorrad- oder Rollerfahrer, 3 Autofahrer sowie 3 Lkw- oder Busfahrer.

2017 kamen 36 Menschen im Straßenverkehr ums Leben. Allerdings war der Wert auch der niedrigste Wert seit Jahrzehnten. Die aktuelle Zahl bewegt sich im Rahmen der vergangenen zehn Jahre: zwischen 36 und 56. In den zehn Jahren davor hatte es noch deutlich mehr Tote gegeben.

Die Zahl der Toten im Berliner Straßenverkehr des Jahres 2018 hat sich nachträglich noch einmal leicht erhöht. (Bild: dpa/Stache)
Bild: Polizei Berlin

Zahlen schwanken jährlich auch abhängig vom Wetter

Die häufigsten Unfallursachen waren Fehler beim Abbiegen, Nichtbeachten der Vorfahrt und zu hohes Tempo. Die abschließenden Zahlen aller Unfälle und der leicht und schwer verletzten Menschen liegen noch nicht vor, sondern werden erst im Frühjahr veröffentlicht. Aus den vorliegenden Größenordnungen bis Ende September ist bereits ersichtlich, dass insgesamt mehr Menschen leicht oder schwer verletzt wurden.

Ein Trend zu mehr oder weniger Gefahren im Straßenverkehr lässt sich daraus jedoch nicht ablesen. Die Zahlen schwanken von Jahr zu Jahr, zum Teil auch abhängig vom Wetter. Durch die wachsende Stadt nahm in den vergangenen Jahren die Dichte des Straßenverkehrs zu. Auch die elf getöteten Radfahrer, deren Zahl immer stark im Fokus steht, gibt keine Hinweise auf einen Trend. Der Wert liegt in der Bandbreite der vergangenen Jahre.

Mahnwache für 29-jährige Verkehrstote Ende Dezember

Die letzte Verkehrstote des Jahres war eine 29-Jährige Touristin aus Brasilien. Sie gehörte zu einer Gruppe von fünf jungen Menschen, in die ein Autofahrer in der Nacht zum 29. Dezember gerast war. Alle Opfer wurden schwer verletzt. Die 29-Jährige starb am 31. Dezember.

Mit einer Mahnwache wollten mehrere Verkehrsvereine und -verbände am Donnerstagnachmittag an die Frau erinnern. Zum Gedenken wollten sie eine weiße Figur am Ort des Unfalls an der Kreuzung Osloer Straße und Prinzenallee in Gesundbrunnen aufstellen.

Kommentar

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5 Kommentare

  1. 5.

    Auch wenn es einen Unterschied ausmacht, ob jemand bewusst und vorsätzlich umgebracht wird oder ob die Tötung unabsichtlich und aus Nachlässigkeit heraus geschehen ist, so ist dieser Unterschied jedoch "nur" in einem Strafverfahren von Belang.

    Die wesentliche Problematik scheint mir die gedankenlose Eingewöhnung in einen gewohnheitsmäßigen Ablauf der Dinge zu sein. Alles, was die eigene Fahrgeschwindigkeit verringern könnte, wird als Übel begriffen. Dann scheiden sich die Naturelle zwischen denen, die sich ärgern und trotzdem bremsen und jenen, die so dickfällig geworden sind, dass sich die Welt gemäß ihres Bildes ordnen soll. Das sind dann die beschönigend so bezeichneten "Un"fälle, die in der Tat alltäglich gewordene Fälle sind.

    Vorausschau ist offen und rechnet mit allem Möglichen. Vorausberechnung ist eng und will die Welt gemäß des eigenen Kanons zwingen.

  2. 4.

    Liebe rbb-Redaktion, bei einer Steigerung um 25% von "etwas mehr" zu sprechen ist gewagt. 2/3 der Toten sind Fußgänger und Fahrradfahrer. Schaut man sich die Gerichtsurteile des vergangenen Jahres an sieht man, das man problemlos jemanden überfahren kann ohne nennenswert dafür zur Verantwortung gezogen zu werden. Das Vorrecht für Autos muss ein Ende haben. Berlin sollte da noch viel stärker vorangehen.

  3. 3.

    Tempo 30 in ganz Berlin wär was. Dann würde der durchschnittliche Autofahrer ca.50 fahren. Das würde eine gewisse Chance für die anderen Verkehrsteilnehmer bedeuten.

  4. 2.

    Wozu handeln? Es gibt doch die Vision "Null Verkehrstote". Hat bloß leider niemand in der Regierung als Ziel verstanden ;) Im Ernst: TEMPO 30 IST ÜBERFÄLLIG. Alles andere, reicht nicht. @rbb Gerne mal die Sachverständigen der Versicherungen dazu befragen.

  5. 1.

    45 Tote - beinahe vier in jedem Monat. Was wäre hier los, wenn das auf‘s Konto eines ethnisch geprägten „Clans“ ginge? Aber „gestorben als Schwächerer beim Rechtsabbiegen eines LKWs“ oder als Opfer eines Rotsünders? Müsste das nicht die Regierung nachdrücklich und aktivistisch auf den Plan treiben?? Ich vermisse da Handeln, wenigstens versuchen, irren, neu versuchen... .

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