Symbolbild: Vorbereitete Pommes Frites stehen neben Küchenutensilien in einem Imbiss. (Quelle: imago/PhotoAlto)
Video: rbb24 | 14.01.2019 | Bild: imago-Symbolbild/PhotoAlto

Foodwatch stellt Online-Plattform vor - "Topf secret" soll Hygiene-Mängel in Restaurants aufzeigen

Mäusekot im Brot oder Haarreste in Kochtöpfen: Immer wieder stoßen Lebensmittel-kontrolleure in Restaurants oder Imbissen auf ekelerregende Zustände. Doch die Ergebnisse ihrer Kontrollen werden kaum öffentlich gemacht. Eine Online-Plattform soll das ändern.

Die Verbraucherorganisation Foodwatch und die Transparenz-Initiative FragDenStaat haben am Montag eine neue Internet-Plattform gestartet, die über Hygienemängel in Restaurants und Imbissen informieren soll. Foodwatch wirft den Lebensmittelbehörden vor, darüber nicht genug zu informieren.

Bisher machten die Kontrollbehörden in Deutschland "nur in Ausnahmefällen" öffentlich, wie es um die Sauberkeit in den Betrieben bestellt sei, kritisierte Foodwatch. Mit der Plattform "Topf Secret" [externer Link] könnten nun deutschlandweit Kontrollergebnisse von Lebensmittelbetrieben abgefragt werden.

In Berlin jeder fünfte Betrieb beanstandet

Seit Jahren wird ungefähr jeder vierte kontrollierte Lebensmittelbetrieb in Deutschland negativ beanstandet. In Berlin ist es jeder fünfte, wie eine Anfrage der Verbraucherzentrale bei den Bezirksämtern ergab.

Die Plattform "Topf secret" mache es so einfach wie noch nie zuvor, Verbraucherinformations-Anfragen zu stellen, sagte Oliver Huizinga von Foodwatch dem rbb. Über das Portal können Verbraucher über eine Suchmaske von Restaurants über Bäckereien bis hin zu Tankstellen mit wenigen Klicks einen Antrag auf Veröffentlichung der Ergebnisse amtlicher Hygiene-Kontrollen bei den zuständigen Behörden stellen.

Smileys oder Ratings nicht möglich

Das Ergebnis erhielten Verbraucher allerdings erst nach mehreren Wochen, schränkte Foodwatch ein. Es könne auch passieren, dass sich Behörden quer stellten. Die Initiative FragDenStaat zählt darauf, dass mit steigender Zahl der Anträge der Druck auf die Bundesregierung wächst, "eine gesetzliche Grundlage zu schaffen, die Transparenz zur Regel macht und nicht zur Ausnahme". Am Montag war der neue Dienst zeitweise nicht zugänglich - "Leider sind unsere Dienste durch die große Aufmerksamkeit überlastet", hieß es am Nachmittag.

Das Land Berlin hat im Sommer 2018 bei der Verbraucherschutzministerkonferenz einen Antrag eingebracht, der ein bundeseinheitliches Modell für mehr Transparenz vorsieht.

Am liebsten hätte Foodwatch ein System, bei dem die Ämter die Läden mit Smileys versehen, wie vor einigen Jahren in Pankow. Das war aus rechtlichen Gründen gescheitert. "Wir können kein Smiley abbilden, wie das in Dänemark oder Norwegen der Fall ist", so Huizinga. Auch ein Rating wie beispielsweise in Wales sei nicht möglich. "Wir können nur die Kontrollberichte online stellen."

Sendung: rbb24, 14.01.2019, 16:00 Uhr

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5 Kommentare

  1. 5.

    Kann i h nicht bestätigen. Android? Dann "open in chrome" wählen. https://www.foodwatch.org/de/informieren/topf-secret/jetzt-hygienebericht-anfragen/

  2. 4.

    Vollkommen zutreffend. Nur was ist mit Stehimbisse wie all diese Dönerbuden und andere? Bei einigen kann man es am altem Fett schon von weitem riechen.

  3. 3.

    Der externe Link öffnet in der App. Es ist keine Option die URL zu kopieren oder die Seite im Browser zu öffnen. Katastrophales UI! :(

  4. 2.

    Wieso zahlen wir eigentlich für dieKontrolleure? dass alles wieder unter den Tisch gekehrt wird?Wenn schon denn schon wer Dreck anbietet muss es sich sich gefallen lassen dass man darüber berichtet. Wer nichts zu verbergen hat kann sich eines vermehrten Zulaufs sicher sein......es sei denn es fliesst ordentlich Bakschisch!!!

  5. 1.

    Man sollte immer erst auf die Toilette eines Rastaurants gehen, wenn die sauber und ok ist, ist es in Küche meistens
    auch sauber.
    Alte Weisheit.

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