Plakat der Identitären Bewegung (Quelle: Sebastian Schoebel)
Bild: Sebastian Schoebel

Identitäre Bewegung - Rechtsextreme kapern Werbeflächen in Berlin

Aktivisten der rechtsextremen "Identitären Bewegung" haben Plakatwände der Wall AG in Berlin gekapert. Sie tauschten an mehreren Standorten die vorhandene Werbung mit eigenen Postern aus. Darauf warnt die vom Verfassungsschutz beobachtete Bewegung unter anderem vor einer vemeintlichen Überfremdung. Die Aktion wurde nach Angaben der Identitären Bewegung auch in anderen deutschen Großstädten durchgeführt.

Wie viele Plakatwände in Berlin betroffen sind, war zunächst unklar. Die Polizei Berlin teilte mit, ein Zeuge habe am Samstagmorgen beobachtet, wie sechs junge Männer eine Werbetafel eines Bus-Wartehauses am U-Bahnhof Schlesisches Tor öffneten und die Plakate austauschten. Die Täter flüchteten in Richtung S-Bahnhof Warschauer Straße. Der Polizeiliche Staatsschutz beim Landeskriminalamt übernahm die weiteren Ermittlungen.

Wall lässt Plakate entfernen

Die Firma Wall schloss auf Nachfrage von rbb|24 aus, der Identitären Bewegung die Werbeflächen vermietet zu haben: Man hätte solche Anfragen auf jeden Fall abgewiesen, sagte Wall-Sprecherin Frauke Bank dem rbb. Das Unternehmen prüfe nun rechtliche Schritte. Zudem seien Mitarbeiter von Wall umgehend beauftragt worden, die Plakate zu entfernen.

Das sogenannte "Ad-busting", bei der reguläre Produktwerbung durch politische oder künstlerische Botschaften ausgetauscht oder Werbeflächen gekapert werden, kommt in Berlin häufiger vor. Zuletzt hatten Aktivisten an prominenten Orten der Stadt mit den Marken Nutella und CocaCola gegen die AfD und Ausländerfeindlichkeit "geworben". Die Gruppe "Rocco und seine Brüder" und Künstlern von "Dies Irae" hatten jüngst in der ganzen Stadt nachgemachte Schlüssel für Plakatwände verteilt, um die Werbeflächen für jedermann zugänglich zu machen.

Kommentar

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5 Kommentare

  1. 5.

    Rassismus, Sexismus und Antisemitismus sowie Klassismus und Sozialchauvinismus bis -darwinismus - nunja, in der Verfassung DIESES Landes finde ich dafür keinen Platz. Soll sogar Gesetze (AGG) geben, die Diskriminierung ahnden, als performativer Ausdruck und Umsetzung der Wahrung der Menschenwürde. Menschenrechte stehen in den Augen der IB nicht allen gleichermaßen zu - verflixt schwer, etwas Verfassungskonformes zu finden, dass nicht diametral Rechtsstaat- oder Sozialstaatlichkeit entgegensteht. "Remigration" für Menschen, die man bei der IB als Ausländer*innen labelt, einzufordern, einen manifesten Ethnopluralismus als mitnichten subtile Variante des Rassismus zu predigen oder ausch schweren Landfriedensbruch (Berlin) bis versuchte schwere Körperverletzung zu begehen (Halle), spricht "irgendwie" nicht für legitime Absichten oder Ansichten.

    Ganz typisch IB: vorhandene Handlungsformen alternativer Proteste bzw. Protestbewegungen besetzen und für sich nutzbar machen.

  2. 4.

    Dem offensichtlichen Befürworter und Sympathisanten der "IB" kann geholfen werden.

    Lesen hätte schon mal geholfen: "Aktivisten der rechtsextremen "Identitären Bewegung" haben Plakatwände der Wall AG in Berlin gekapert. [...] Darauf warnt die vom Verfassungsschutz beobachtete Bewegung unter anderem vor einer vemeintlichen Überfremdung."

    Ganz in ihrem Sinne? Oder wie darf man ihre Äußerung zu Art. 16a(2) GG sonst verstehen?

  3. 3.

    Nein, er zweifelt nur die Neutralität des RBB an. "Verfassungsfeinde" - Sie scheinen mehr zu wissen. Was genau haben oder unternehmen die Mitglieder der IB denn gegen das Grundgesetz? Können Sie da konkret werden? Was genau ist an deren Plakataktionen verfassungsfeindlich? Das Hochhalten? Der Farbstoff? Oder was? Oder kolportieren Sie hier nur irgendwelche Behauptungen? Gegen Art. 16a(2) GG ist die IB jedenfalls nicht. Dem würden sie (im Gegensatz zur Bundesregierung) gerne wieder zu seinem Recht verhelfen.

  4. 1.

    Die Identitären sind Rechtsextreme und diejenigen die Plakate zur Verunglimpfung der AfD aufhängen sind Aktivisten!
    Daran kann man die Objektivität und Neutralität von Berichterstattung erkennen.

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