Ein ausgebrannter Transporter, der für den Online-Händler Amazon im Einsatz war, steht am 07.02.1019 an der Sarrazinstraße. (Quelle: dpa/Paul Zinken)
Bild: dpa/Paul Zinken

Mutmaßliche Brandstiftung in Friedenau - Erneut Amazon-Transporter in Berlin ausgebrannt

Wieder ist ein Lieferwagen des Versandhändlers Amazon in Berlin durch ein Feuer zerstört worden - die Polizei geht von Brandstiftung aus. Erst eine Woche zuvor hatten Unbekannte mehrere Transporter angezündet und ein Amazon-Büro in Mitte attackiert.

Ein Transporter des Versandhändlers Amazon ist in der Nacht zum Donnerstag in Berlin-Friedenau durch ein Feuer zerstört worden. Das bestätigte eine Polizeisprecherin am Donnerstagmorgen rbb|24. Die Ermittler gehen von Brandstiftung aus. Weil es sich um eine politisch motivierte Tat handeln könnte, ermittelt der polizeiliche Staatsschutz. Es ist der vierte derartige Fall innerhalb einer Woche.

Nach Darstellung der Polizei hatten Anwohner den brennenden Kleintransporter in der Friedenauer Sarrazinstraße bemerkt und die Feuerwehr alarmiert. Diese konnte den Brand gegen zwei Uhr schnell unter Kontrolle bringen. Der VW Caddy, auf dessen Hecktür ein großer Aufkleber mit dem Amazon-Logo angebracht war, brannte jedoch komplett aus. Außerdem kamen ein parkendes Auto, eine Laterne sowie zwei Fahrräder zu Schaden. Verletzt wurde niemand.

Anonyme Gruppe bekennt sich zu mehreren Anschlägen

Eine Woche zuvor waren in den Ortsteilen Gesundbrunnen (Mitte) und Karlshorst (Lichtenberg) drei weitere Transporter des Versandhändlers zerstört worden. Kurz zuvor hatten Vermummte ein Amazon-Büro in der Krausenstraße in Mitte attackiert. Sie warfen Scheiben mit Steinen ein und beschmierten die Fassade mit Farbe. Amazon hatte dort vor wenigen Jahren ein Entwicklungszentrum errichtet. Unbekannte Täter warfen außerdem Farbbomben auf das Wohnhaus von Amazons deutschem Chefentwickler für Künstliche Intelligenz in Falkensee.

Mit einer Nachricht auf der linksextremen Internetseite "Indymedia" hatte sich eine anonyme Gruppe zu den Anschlägen bekannt. Man wolle damit ein Zeichen gegen die "Amazonisierung der Welt" setzen. Ob der Brand vom frühen Freitagmorgen in Friedenau mit den Attacken zuvor zusammenhängt, ist noch nicht bekannt. Es gibt bisher keine Informationen zu möglichen Tätern.

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7 Kommentare

  1. 7.

    Wer sowas macht, Brandstiftung, hat echt nichts drauf.

    Ich finde die "Amazonisierung der Welt" ideal, weil es wenigstens klappt!
    Wenn möglich bekommt man sogar am gleichen Tag geliefert. Punkt zwei man liefert grundsätzlich aus, wenn jemand auch zu Hause ist (16-20 Uhr). Das nenne ich Kundenfreundlichkeit. Und nicht "wir haben Sie um 9:35 nicht erreicht".
    Alles Dinge die der deutsche Einzelhändler samt Logistik erst lernen muss. Außerdem ist Bestellen umweltfreundlich.
    Keine Sorge, in 4-5 Jahren läuft der Laden Deutschland wieder international zeitgemäß.

  2. 6.

    Wie krank ist das denn?

    Wissen die Vandalen und Zündler etwa nicht, dass ihr "Kampf gegen den Kapitalismus" völlig danebengeht, mit solcher Zündelei?
    Der Bürger wendet sich angeekelt ab. Brennende Städte ist das Letzte wqs er will.

    Geschädigt werden in der Regel Kleinunternehmer, die im Auftrag fahren, und von Amazon genau so restriktiv und ökonomisch knapp gehalten werden wie die Angestellten.

    Geschädigt werden wir alle, denn die Vandalismusschäden werden auf erhöhte Versicherungsprämien draufgeschlagen, und die stecken dann in allen Preisen drin die wir bezahlen, egal ob bei Amazon oder sonstwo.

    Wem Amazon nicht passt der KAUFT DORT EINFACH NICHT sondern kauft beim Buchhändler oder kleinen Laden um die Ecke

  3. 5.

    Die "Amazonisierung der Welt" ist eine genauso bescheuert Aussage wie die "Islamisierung Deutschlands". Was für ein Humbug! Wer im Einzelhandel einkaufen möchte, soll das tun. Wer vom Einzelhandel enttäuscht ist, soll online einkaufen dürfen, wo er möchte. Schade um die Wagen von Amazon. Die liefern wenigstens bis nachhause. Nicht wie andere Paketlieferdienste, die nur noch so tun, als würden sie ihren Job machen.

  4. 4.

    Solche Typen sehen sich aber als Vollstrecker. Es sollen auch die Anderen gezwungen werden, der eigenen Ideologie zu folgen, und wenn es nur deshalb ist, weil der Geschäftsbetrieb der Zielfirma nicht mehr möglich ist.

  5. 3.

    Man kann (den) Ama(o)zon (-Killer) auch auf andere Weise schaden, indem man ihn ignoriert.

  6. 2.

    Der Pseudobegründung "Amazonisierung der Welt" stehen Straf- und Schutzgesetze gegenüber.

  7. 1.

    „Man wolle damit ein Zeichen gegen die "Amazonisierung der Welt" setzen.“ Verharmlosungsprosa durch „Bescheidwisser/selbsternannte Menscheningenieure“. DAS braucht niemand! Ich weiß nicht, wie „es“ geht - aber so nicht.

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