Die Bodenplatte für den Turm der Garnisonskirche ist gegossen. (Quelle: dpa/Bernd Settnik)
Bild: dpa/Bernd Settnik

Umstrittenes Bauprojekt - Turm der Garnisonkirche in Potsdam wird hochgemauert

An der Baustelle des Garnisonkirchturms in Potsdam sollen einem Bericht der "Märkischen Allgemeinen Zeitung" zufolge in der kommenden Woche die oberirdischen Bauarbeiten beginnen.

Wieland Eschenburg, der Sprecher der Stiftung Garnisonkirche, wollte den Bericht über den Startschuss für den Hochbau weder bestätigen noch dementieren, sagte jedoch, es sei zu diesem Anlass keine öffentliche Veranstaltung geplant. "Das geht unter anderem aus Gründen der Versicherung nicht." Die Stiftung werde aber über den Fortgang der Arbeiten informieren.

Umstrittenes Bauprojekt

Erst im Januar war bekannt geworden, dass sich die Fertigstellung des Turmes bis Sommer 2021 verzögern wird. Ursprünglich sollte er bis zum Sommer 2020 fertig sein. Bei den Bohrungen für die 38 Meter tiefen Grundpfeiler des Gebäudes hatte es jedoch einen Zeitverzug von rund sechs Monaten gegeben. Später hatte das Winterwetter den Beginn der Mauerarbeiten verzögert.

Der Kirchturm soll wie das 1968 auf Geheiß der DDR-Führung gesprengte Original mit rund 2,5 Millionen Ziegelsteinen hochgemauert werden. Finanziert ist mit Spenden in Höhe von gut 26 Millionen Euro bislang jedoch nur der Bau bis zur Aussichtsplattform in Höhe von 57 Metern. Gegen den Wiederaufbau der Garnisonkirche wenden sich mehrere auch christliche Initiativen, die in der Garnisonkirche eine Stätte des preußischen Militarismus sehen.

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um eine Antwort zu verfassen.

Antwort auf [Volksstimme ] vom 28.03.2019 um 08:13
Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

29 Kommentare

  1. 29.

    Der Begriff um dem den es geht ist nicht Nazibauten. Der Begriff den wir betrachten ist Nazikirche. Die Garnisonkirche war der Geburtsort des Dritten Reiches, schon deshalb ist Nazikirche die richtige Bezeichnung. Aber der UNESCO hatten Sie auch schon letztens ihre Ansichten unterzuschieben gesucht. Sie Ihren sich erneut: da rechte Militärs schon vor dem 1. Wk das Maß der Dinge waren in Preußen und Potsdam. Nicht zu vergessen ist der erste deutsche Völkermord begangen durch Preußen. Die unzähligen Morde an ihren Gegnern des Militarismus im Jahr 1919 nicht zu vergessen. Wie wenig die Gefolgschaft der PG eine Aufarbeitung stellt kann jeder gut an der Vertuschung der Höhe der Garnisonskirche nachvollziehen. Aber es kommt wie Potsdamer recht feststellt. Dass dann wie Potsdamer zu Recht fest stellt noch das antisemitische "Üb' immer Treu und Redlichkeit" wieder abgespielt werden soll, ist ein Unding. Findet jeder der Ahnung von Geschichte hat.

  2. 28.

    Da Sie ja weiter Ihre komischen Ansichten unter das Volk bringen, werde ich nun doch meine Ansicht ändern und ihnen ein paar Worte in einem extra Post zu kommen lassen. Eine Frage schon einmal vorab. Wie viele Kirchen wurden den im Westen nicht wieder original aufgebaut oder wurden obwohl intakt abgerissen? Habe letztens mit einen Ihrer Bekannten aus Stuttgart gesprochen, dieser war über Ihre Kommentare schon etwas verwundert, gelinde gesagt. Er hat mir Interessante Informationen gegen. 1. In Stuttgart wurde erst dies Jahr eine Kirche abgerissen und 2. in Stuttgart sind sogar Hochhäuser unter Denkmalschutz gestellt. Zwei Fakten die nicht in ihr Weltbild passen und deshalb gerne verschwiegen werden.

  3. 27.

    Hallo Potsdamer, ich glaube wir sind am Ende unseres Dialogs angekommen. Jedenfalls wünsche ich Ihnen, egal wie sich Potsdam in Zukunft entwickelt, dass Sie weiterhin gut und gerne in der Stadt wohnen. Zum Abschied ein Zitat:
    Walter Ulbricht, "Turmrede", 7. Mai 1953, Stalinstadt (Eisenhüttenstadt):
    „Ja! Wir werden Türme haben, zum Beispiel einen Turm fürs Rathaus, einen Turm fürs Kulturhaus. Andere Türme können wir in der sozialistischen Stadt nicht gebrauchen." Gesprengt wurden 17 Kirchen in Berlin, 10 in Magdeburg, 10 in Dresden, 4 in Potsdam, 4 in Leipzig, 4 in Chemnitz, 3 in Rostock, 1 in Wismar u.v.m.

  4. 26.

    Wespennest? Die Mehrheit will den Protzbau nicht. Selbst wenn man Pro Nazikirche wäre, sollte man sich schon Fragen, ob es mit einer demokratische Einstellung vereinbar ist, gegen das Volk und der Stadtverordneten von Steuergeldern sich einen Protzbau errichten zu lassen. Steuergelder die beim Erhalt echter Denkmäler fehlen. Zumal am Anfang verspochen wurde keine Steuergelder einzufordern. Was sich nun als Lüge darstellt. Der Bau passt nicht in das Umfeld dort. Eine Rekonstruktion kann auch eine Attrappe sein. Gegenteiliges steht nicht in der Charta der UNESCO. Gruß aus Potsdam welches sich immer mehr zum preußischen Disneyland entwickelt.

  5. 25.

    An Potsdamer: Tut mir leid, ich wollte nicht schulmeistern. Die Meinung der Potsdamer Bürger und deren Vertreter sind mir überhaupt nicht egal. Aber da ist wohl eine gespaltene Stimmung. Bin ich in ein Wespennest getreten? Übrigens ein Gebäude als Attrappe oder Rekonstruktion sind sehr verschiedene Dinge. Dazu stellt die Charta der UNESCO klare Regeln auf. Aber ich möchte nicht wieder an Ihrem Thema vorbeidozieren . Gruß nach Potsdam, das jedes Jahr schöner wird.

  6. 24.

    An Volksstimme: Nazi-Bauten sind für mich solche, die von den Nazis mit propagandistischen Motiven gebaut wurden: Reichsparteitaggebäude, Reichskanzlei, auch Olympiastadion und Reichsluftfahrtministerium usw. Keine Nazi-Bauten sind solche, die zwar von Nazis benutzt, missbraucht oder zu Kultobjekten hochstilisiert wurden, aber nicht von ihnen geschaffen wurden. Sonst wäre ganz Deutschland von tausenden Nazi-Bauten überflutet und wir müssten sie alle sprengen, abreißen oder verfallen lassen. Wenn wir eine Kirche von 1735 als Nazikirche klassifizieren, bestätigen wir doch die Kontaminierung und den Missbrauch und übertragen die faschistische Ideologie auf das Gebäude selbst. Insofern ist die Unterscheidung für mich keine Widersprüchlichkeit. Auch stimme ich Ihnen zu. Rechte Militärs haben nach dem 1. WK die Kirche schon gerne benutzt. Ich respektiere Ihre Meinung. Ich wusste nicht, dass Ihnen die 2,… m weniger Turmhöhe so wichtig sind. Nichts für ungut.

  7. 23.

    @Arn Praetorius Na klar ist die Garnisonkirche die Nazikirche
    Fakt ist: In der Garnisonkirche wurde der Weg den Faschistischen auch schon vor 1933 geebnet.
    Bei der Einordnung des Fotos vom Handschlag sind Sie auch sehr schlecht informiert. Wie auch bei der Höhe der Nazikirche. Der Turm war 88 Meter.
    Sie schrieben:
    Ich verstehe, dass durch solche Ideologien geschaffene Symbole, Kultgegenstände und Kultbauten nicht verwendet werden sollen. Nicht verstehen kann ich, ..... nicht wieder aufgebaut werden soll.

    Nicht verstehen kann ich, daß Ihnen die Widersprüchlichkeit nicht selber auffällt.

  8. 22.

    Sie dozieren am Thema vollkommen vorbei. Die Mehrheit der Potsdamer Bürger und deren Vertreter lehnen die Attrappe der Nazikirche ab. Ihnen ist dieser Grund also vollkommen egal?
    Eine kleine Auflistung ihrer Irrtümer:
    Zitat:
    Die Garnisonkirche ist keine „Nazikirche“.
    Antwort:
    https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/potsdamer-garnisonkirche-wiederaufbau-problematischen-erbes-15148502.html

    Zitat: Es war ein hervorragendes Wahrzeichen des historischen Potsdamer Stadtensembles.
    Antwort: Das Hotel an der Havel ist ehr ein hervorragendes Wahrzeichen des historischen Potsdamer Stadtensembles. Sie unterstützen doch sicher auch den Erhalt?

    Zitat:
    Übrigens: Eine Rekonstruktion ist keine Attrappe.
    Antwort: oh doch ist Attrappe eine
    https://de.wikipedia.org/wiki/Attrappe

    Leider darf der Text nur max. 1000 Zeichen. So konnte ich nicht ausführlicher sein und auch nicht alle ihre Irrtümer darlegen.

  9. 21.

    Nur zur sachlichen Klarstellung: Die Garnisonkirche ist keine „Nazikirche“. Sie war die evangelische Hof- und Garnisonkirche und die gemeinsame Kirche der lutherischen und reformierten Gemeinden Potsdams 1731 – 1735 im Auftrag von Friedr. Wilhelm I erbaut. Er unterhielt das Heer ohne Krieg zu führen (!) zur friedlichen Abschreckung gegen die umgebenden Großmächte. Das Gebäude gilt in Fachkreisen als Hauptwerk der barocken Kirchenarchitektur. Es war ein hervorragendes Wahrzeichen des historischen Potsdamer Stadtensembles. Auch wenn es den Nazis (mithilfe des berühmten Handschlag-Schnappschusses eines amerikanischen Reporters) propagandistisch gelungen ist, die alte Kirche 12 Jahre als ihre „Walhalla“ zu missbrauchen, ist die Rekonstruktion heute historisch, kunsthistorisch und ästhetisch gerechtfertigt und unter dem Symbol der Versöhnung als Nagelkreuzkirche sinnvoll! Übrigens: Eine Rekonstruktion ist keine Attrappe.

  10. 20.

    So schön wie einige meinen war die Wahlhalla des Militarismus nun auch nicht. Wahrzeichen von Potsdam? Wenn die Nazikrche ein Wahrzeichen von Potsdam war, dann für ein Potsdam das keiner je wieder haben will.
    Für die "Schnelldenker" unter den PGs
    - Die Mehrheit der Potsdamer Bürger und deren Vertreter lehnen die Attrappe der Nazikirche ab.
    - Die Attrappe der Nazikirche ist von der Architektur wertlos

  11. 19.

    Ja, wir müssen uns gegen autoritäre, totalitäre und Gewalt verherrlichende Ideologien empören. Ich verstehe, dass durch solche Ideologien geschaffene Symbole, Kultgegenstände und Kultbauten nicht verwendet werden sollen. Nicht verstehen kann ich, dass ein Gebäude aus dem 18. Jh. mit einem schönen Turm, dem 90 m hohen Wahrzeichen Potsdams, das 1945 zerbombt, dann gesprengt wurde, nicht wieder aufgebaut werden soll. Will man den Hass auf Menschen, auf Hitler, Hindenburg, Nazis, Militaristen, Rechtradikale jetzt auf kunstvoll gefügte Steine, Holz, Glas abladen und so ein altes Bauwerk als Bösewicht für alle Übel der deutschen Geschichte bestrafen?Können wir nicht einfach die wieder gewonnene Ästhetik in der Architektur und im Städtebau bewundern?

  12. 18.

    Schon erstaunlich wie wenig einige über die deutsche Geschichte wissen.

    Das Foto mit dem Händedruck unter dem untertänigen Hitler war sicher nicht tauglich für die faschistische Propaganda. Die Bedeutung liegt darin, es gibt den Tag wieder. Hitler biedert sich Hindenburg und den Konservativen an. Diese sollen ihm die uneingeschränkte Macht übertragen.

    Es ist widerlich wie Leute wie Platzeck und Schäuble Preußen huldigen. Preußen mit seinem preußischen Militarismus steht für: Völkermord, antiparlamentarische Einstellungen, Antisemitismus, Untertanengeist, Kulturbarbarei, Massaker an Zivilisten und unehrenhaftes Verhalten.

    Die menschenverachtende Einstellungen der faschistischen Wehrmacht und des preußischen Militarismus sind doch auffallend ähnlich.

  13. 17.

    Der RBB hat mit "Umstrittenes Bauprojekt" natürlich recht. Aber sowas passt den Herren welchen wir den Rosa Klotz verdanken nicht. Die Mehrheit der Potsdamer Bürger und deren Vertreter lehnen die Attrappe der Nazikirche ab. Daß später das antisemitische "Üb' immer Treu und Redlichkeit" wieder abgespielt werden soll, ist ein Unding.

  14. 16.

    Umstritten heißt das Schlüsselwort, dass hier mehrfach zitiert wird, damit wird nicht schöner listig berichtet, es wird Stimmung gemacht.

    Ich war auch gegen das bestehende Holocaust-Mahnmal, weil ich es für monströs finde, und weil mir im Angesicht von ein paar tausend Betonklötzen der emotionale Aspekt völlig fehlt, im Vergleich etwa zu Yad Vashem Punkt ich war damals nicht alleine und es wurde heftig um die Gestaltung dieses Denkmals gerungen Nicht einmal habe ich gelesen

    Nicht einmal habe ich gelesen

    Das umstrittene Holocaust-Mahnmal

  15. 15.

    Befinden sich die Orden für die (Maurer)Helden der Arbeit schon in der Fertigung?

  16. 14.

    @Steffen: Sie haben bestimmt Recht mit Ihrem Hinweis auf die Propaganda (ähnlich dem Autobahn-Mythos). Aber diese war (leider) so erfolgreich, dass sie in (fast) allen geschichtlichen Dokumentationen zur "Wahrheit erklärt" wurde. Und so die Kirche eben zum SYMBOL wurde. Generationen haben das so gelernt. Das Symbol ist also Realität. Das Symbol soll nicht wieder steinwerden. Bitte!

  17. 13.

    Aha, logische Folge: Erst der Turm, dann die Kirche und dann...? Also wieder nichts gelernt.

  18. 12.

    Gerade über die Kritiker von Preußentum und "Vergangenheitsbewältigung" (Architektur, Ideologie) als "Ewiggestrige" zu sprechen, ist schon ein guter Witz.
    Nur weil sich breite Teile der Bevölkerung/Besuchernicht für die "Bedenken" einer Minderheit interessieren (z.B. der Bewohner des Staudenhofs, deren günstige Wohnungen als nächstes der Potsdamer Re-Preußifizierung zum Opfer fallen), macht diese Probleme nicht ungültig. Es sagt nur etwas über die Schauklappen unserer Gesellschaft aus. Dass Potsdams Touristen nicht die Probleme der Stadtentwicklung antizipieren, ist völlig normal. Dass den Horizont des Normalbürgers heute der eigene Tellerrand darstellt, leider auch.

  19. 11.

    Ihr Vergleich ist ziemlich daneben! Dass ein paar braune Ewiggestrige sich gegen das Holocaust-Mahnmal gewendet hatten, machte dieses noch lange nicht umstritten. In der breiten Bevölkerung gab es keinen Diskurs, ein solches Mahnmal zu errichten. Es gab aber durchaus Diskussionen über die Form und das Aussehen des Denkmals. Das ist aber durchaus legitim.

    Bei der Garnisionskirche gab es dagegen einen breiten Widerstand zum Wiederaufbau, der noch heute anhält. So hat sich die Mehrheit der Potsdamer ganz klar dagegen ausgesprochen, dass der Wiederaufbau mit Haushaltsmitteln bezuschusst wird. Dieser Widerstand erstreckt sich dabei über das gesamte politische Spektrum, die Gründe sind vielfältig. Daher kann man das Projekt guten Gewissens als umstritten bezeichnen.

  20. 10.

    Das mit der Kapitulation der Weimarer Republik vor den Nationalsozialisten hört man öfter. In Wahrheit sind damit auch Sie auf die Propaganda der Nazis hereingefallen. Den berüht-berüchtigten Händedruck mit Hitler hat es in dieser Form nie gegeben. Es gab historisch belegt eine kurze Begrüßung, die von den Nazis zur Vereinigung und dem "Tag von Potsdam" hochstilisiert wurde.
    Richtig ist, dass die Kirche von jeher eine Militärkirche war. Allerdings hatte das Militär zu jener Zeit eine andere Bedeutung in der Gesellschaft. In einer Zeit der ständigen Auseinandersetzung zwischen den Kleinstaaten genau so wie zwischen den europäischen Mächten war es unabdingbar für das Überleben Preußens. Es hatte aber niemals die menschenverachtenden Positionen der Wehrmacht, obwohl zu damaligen Zeiten auf die Zivilbevölkerung wahrlich nicht viel Rücksicht genommen wurde.

Das könnte Sie auch interessieren