Ein Junge liegt mit seiner Schwester auf einem Bett (Bild: dpa/Jessica Peterson)
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Video: rbb|24 | 13.02.2019 | Vanessa Klüber | Bild: dpa/Jessica Peterson

Ranking der ersten Vornamen - Das sind die beliebtesten Vornamen in den Berliner Bezirken

Emil und Emilia waren 2018 berlinweit die beliebtesten ersten Vornamen für Neugeborene. In der Rangliste aller vergebener Vornamen konnten die Vorjahressieger ihre Spitzenplätze halten. Eine Auswertung von Götz Gringmuth-Dallmer

Emil und Emilia sind die Lieblingsnamen für Neugeborene im Jahr 2018 in Berlin. Das zeigen  Daten des Landesamtes für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten [berlin.de], die rbb|24 ausgewertet hat.

Emil wurde 236 Mal als erster Vorname für Jungen vergeben und verdrängte damit Noah von der Spitze. Emilia hingegen konnte ihren ersten Platz halten und wurde 272 Mal als erster Vorname für Mädchen vergeben.

Rangliste bei den ersten Vornamen

Auf den nachfolgenden Plätzen bei den ersten Vornamen der Mädchen folgen Emma (244), Charlotte (243) Mia (218) und Mila sowie Anna (jeweils 210) Nennungen. Bei den Jungen folgen auf den Plätzen Paul (228), Vorjahressieger Noah (223) sowie Leon (215) und Anton (213) Nennungen.

Die beliebtesten Doppelnamen waren Mia-Sophie (9), Lea-Marie (6), Lia-Sophie (5), Anna-Maria (5) und Elias-Joel (4).

Die meisten Kinder wurden in Tempelhof-Schöneberg (6.113), Mitte (5.915) und Charlottenburg-Wilmersdorf (5.684) geboren, die wenigsten in Steglitz-Zehlendorf (1.119) und Reinickendorf (1.035) und von den jeweiligen Standesämtern beurkundet. Allerdings hat der Geburtsort der Kinder nichts mit dem Wohnort der Eltern zu tun (siehe Kasten unten).

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Mädchen: In fünf Bezirken gewinnt Emilia bei den ersten Vornamen

Wie auch schon in den vergangenen Jahren unterscheiden sich die Vorlieben der Berliner Eltern in den einzelnen Bezirken. Bei den Mädchen landete Emilia in fünf Bezirken auf Platz eins (Charlottenburg-Wilmersdorf, Pankow, Reinickendorf, Spandau und Tempelhof-Schöneberg), gefolgt von Emma, die in vier Bezirken an der Spitze steht (Friedrichshain-Kreuzberg, Lichtenberg, Neukölln). Keine eindeutige Siegerin gibt es Treptow-Köpenick: Hier muss Emma sich den Spitzenplatz mit Alma und Charlotte teilen. Charlotte darf dafür Steglitz-Zehlendorf für sich beanspruchen, Mia gewinnt Marzahn-Hellersdorf und Anna Neukölln.

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Jungen: Vier Namen mit A

Berliner Eltern von neugeborenen Jungen lieben offenbar Namen mit A als ersten Vornamen: Adam (Mitte), Ali (Neukölln) Amir (Reinickendorf) und Anton (Charlottenburg-Wilmersdorf, Spandau sowie Treptow-Köpenick). Neben Anton wurde auch Emil in drei Bezirken am häufigsten vergeben (Friedrichshain-Kreuzberg, Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorf), bleiben noch Paul (Pankow und Steglitz-Zehlendorf) sowie der berlinweite Vorjahressieger Noah in Tempelhof-Schöneberg. In drei Bezirken gibt es mehrere erste Plätze. Marzahn-Hellersdorf mit Emil und Henry, Treptow-Köpenick mit Finn und Anton sowie Reinickendorf mit Yusuf, Maximilian, Liam, Elias und eben Amir.

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Keine Veränderung bei den zweiten Siegern

Neben der Statistik über den ersten Vornamen gibt es ein zweites Ranking mit den generell am häufigsten vergebenen Vornamen, unabhängig von der Postion des Namens. Bei den Mädchen wurde wie schon 2017 am häufigsten der Marie (656) vergeben, gefolgt von Sophie (541), Charlotte (467), Maria (439) und Emilia (389). Bei den Jungen führt wieder Alexander. Der Name wurde 439 mal vergeben. Einen Wechsel gab es auf den Plätzen zwei und drei. Maximilian (368) überholte Paul knapp (363) und schnappte sich in diesem Jahr den zweiten Platz. Emil muss sich in der Liste aller Positionen mit Platz vier zufrieden geben (338).

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(Un)nützes Vornamen-Wissen

  • Rechnet man die beurkundeten Geburten aller Standesämter von Berlin zusammen wurden im vergangenen Jahr 43.223 Geburten beurkundet.
  • 2018 gab es 806 verschiedene Doppel-Namen Kombinationen, zum Beispiel Eric-Constantin, Emma-Chantal, El-Amir, Cosima-Luise oder auch Jim-Lukas.
  • Es gibt in allen Bezirken zusammen insgesamt 68.432 Einträge, wobei viele Namen in mehreren Bezirken vergeben wurden.
  • Wochentage und Monatsnamen wurden häufiger vergeben. So zum Beispiel April (4), June (7 - ein Junge, sechs Mädchen), May (12), Mai (26), Juli (13), July (3) und August (81) und November (1). Ein Junge wurde Montag genannt, zwei Sunday, ein Mädchen Wednesday
  • 439 Mädchen und 27 Jungen heißen auch Maria, bei den Jungen ausschließlich an zweiter und dritter Position.
  • Kevin wurde 37 mal vergeben, am häufigsten Friedrichshain-Kreuzberg (9).
  • 8.615 Namen oder Namensvariationen durch unterschiedliche Schreibweise wurden nur einmal vergeben.

Die Einmaligen

Zu guter Letzt wieder ein Ausflug in die Welt der Namen, die im vergangenen Jahr in Berlin nur einmal vergeben wurden: Anjo in Friedrichshain-Kreuzberg, Bukunmi in Spandau, Bupe in Neukölln, Britney in Mitte, Kiara-Valentina in Marzahn-Hellersdorf und Finja-Jolie in Pankow.

Die Daten und die Auswertung

Zur Verfügung gestellt wurden die Daten Landesamt für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten. Die jeweiligen Statistiken der Standesämter zeigen bei den Vornamen auch, an welcher die Position sie vergeben wurden. Also ob Marie bei dem Mädchen an erster, zweiter, dritter oder vierter Stelle der Vornamen steht. Die Position lässt aber keine Rückschlüsse auf den Rufnamen zu.

rbb|24 hat für diese Auswertung zunächst die Rangliste der 1. Vornamen ausgewertet. Nicht beachtet wurden Namenskombinationen mit Bindestrich. Bei der Auswertung, wie oft ein Vorname insgesamt vergeben wurde, kommt ein anders Ranking zustande.

Beireits im vergangenen Jahr hatten wir bei der Senatsverwaltung für Inneres und Sport nachgefragt und die Auskunft bekommen, das Kinder dort beurkundet werden müssen, wo sie geboren wurden. Das bedeutet, wenn die Eltern zum Beispiel in Pankow leben, das Kind jedoch in einer Klinik in Reinickendorf zur Welt gekommen ist, taucht der Name des Kindes in der Statistik für Reinickendorf auf. Über den gemeldeten Wohnort der Eltern gibt die Statistik also keine Auskunft.

Beitrag von Götz Gringmuth-Dallmer

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2 Kommentare

  1. 2.

    Ich finde es eher traurig, dass die Eltern offenbar zeitgeistig-einfallslos sind - quer durch alle Schichten offenbar.
    Das ist nicht den Namen selbst anzulasten.
    Der muss erst einmal zum Kind passen und dann wünscht sich doch jeder mindestens eine gewisse Individualität ohne Exzentrizität. (Und nicht zu heißen "wie alle anderen". Man kann Menschen mit ihren Namen auch echt strafen, in die eine wie die andere Richtung.)
    Anjo empfinde als einen sehr hübschen Namen. Und das ganz, ohne irgendwie exaltiert zu wirken. Aussprechbar dürfte er auch weltweit halbwegs sein, darauf würde ich in einer globalisierten Welt auch wert legen als Elter.

  2. 1.

    Lea, Lia, Mia, Leon, Elias-Joel - die armen Kinder tun mir Leid. Das ist doch keinen Deut besser als Schantalle und Kevin.

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