Nachdem in Berlin über 250 Autos beschädigt wurden, hat nun doch der Staatsschutz die Ermittlungen aufgenommen. Wie ein Polizeisprecher am Freitag mitteilte, könne auch ein antisemitischer Hintergrund nicht ausgeschlossen werden, da in zwei Fällen Davidsterne und das Wort "Jude" in den Lack von Fahrzeugen geritzt worden seien. (Quelle: rbb)
Video: rbb|24 | 08.02.2019 | Axel Walter | Bild: rbb

Staatsschutz ermittelt - Unbekannte ritzen Davidstern und "Jude" in Autos

Über 250 demolierte Autos in den letzten Tagen in Berlin: Mehrere Male wurden auch Davidsterne und das Wort "Jude" in den Autolack geritzt. Nun prüft der Staatsschutz einen antisemitischen Hintergrund.

Nachdem in Berlin über 250 Autos beschädigt wurden, hat nun doch der Staatsschutz die Ermittlungen aufgenommen. Wie ein Polizeisprecher am Freitag mitteilte, könne auch ein antisemitischer Hintergrund nicht ausgeschlossen werden, da in zwei Fällen Davidsterne und das Wort "Jude" in den Lack von Fahrzeugen geritzt worden seien. Zuvor hatte die Polizei mitgeteilt, sie gehe nicht von einem politischen Motiv aus, da die Geschädigten selbst nicht jüdischen Glaubens seien.

Nachdem in Berlin über 250 Autos beschädigt wurden, hat nun doch der Staatsschutz die Ermittlungen aufgenommen. Wie ein Polizeisprecher am Freitag mitteilte, könne auch ein antisemitischer Hintergrund nicht ausgeschlossen werden, da in zwei Fällen Davidsterne und das Wort "Jude" in den Lack von Fahrzeugen geritzt worden seien. (Quelle: rbb)
Antisemitische Kratzereien auf einer schwarzen Motorhaube | Bild: rbb

Über 250 Autos beschädigt

Seit dem 24. Januar wurden in der Stadt immer wieder Reifen an Autos zerstochen, Spiegel beschädigt oder Scheibenwischer verbogen. Ihren Anfang nahm die Vandalismus-Serie am 24. Januar in Berlin-Buckow. Anwohner hatten der Polizei am frühen Morgen erstmals mehrere Autos mit platten Reifen gemeldet. Die Ermittler zählten schließlich rund 100 beschädigte Fahrzeuge - im Schlierbacher Weg, Sandstein-, Grauwacke- und Hornblendeweg.

In Berlin-Charlottenburg wurden in der Nacht zu Montag dann 34 Fahrzeuge mit zerstochenen Reifen gefunden. Eine Anwohnerin hatte vormittags den Schaden an ihrem Fahrzeug entdeckt und die Polizei alarmiert. Am Dienstag wurde die Polizei dann nach Berlin-Bohnsdorf gerufen, wo Reifen und Außenspiegel an 62 Fahrzeugen beschädigt wurden, an fünf hatten die Täter ebenfalls einen Davidstern eingeritzt. In der Nacht zu Mittwoch erwischte es 18 Fahrzeuge in Berlin-Pankow. Unbekannte hatten die Scheibenwischer der Autos abgebrochen und Außenspiegel zerstört.

In der Nacht zu Mittwoch hatten Unbekannte dann 44 Autos in Berlin-Moabit demoliert. An allen Fahrzeugen wurden Reifen zerstochen, an manchen die Seitenspiegel abgetreten, in einigen Fällen hatten der oder die Täter zudem Scheibenwischer verbogen und Davidsterne in den Lack geritzt. Die Polizei ermittelt noch, ob die Taten im Zusammenhang stehen. Außerdem sollen vermehrt Streifenwagen eingesetzt werden.

Sendung: Abendschau, 08.02.2019, 19:30 Uhr

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Antwort auf [Ulla] vom 09.02.2019 um 02:16
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10 Kommentare

  1. 10.

    Vandalismus in Reinkultur. Bin gespannt, wer dahintersteckt. Ich würde ich auf politischen Motve schließen, wahrscheinlicher eher jemand, der einfach strukturiert ist und meint, allen anderen geht es besser als ihm. Das Vorgehen. wirkt ziellos.

  2. 8.

    Wie kommen Sie denn darauf? Irgend etwas in diese Richtung kann ich keinem der Posts hier entnehmen. Wollen Sie die Diskussion nur in eine andere Richtung ziehen?
    Dieser Vandalismus kann von jedem verübt worden sein., sowohl politisch motiviert als auch reiner Vandalismus aus purer Zerstörungswut. Linksmotiviert ist dabei sogar noch die unwahrscheinlichste Variante, aber auch nicht gänzlich ausgeschlossen. Lassen wir also einfach mal die Polizei ermitteln und warten auf weitere Erkenntnisse, um weiter zu diskutieren.

  3. 6.

    Tolle Kommentare die sagen... egal was passiert, Angst haben wir vor allem vor linker Politik ?

  4. 5.

    Das ist nicht nur Vandalismus. Sondern auch Judenfeindlichkeit in primitivster und menschenverachtener Form.

  5. 2.

    Ich denke, das ist primitivster Vandalismus, der noch bisschen "politisch" verbrämt wird, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Asoziales Verhalten gegenüber Bürgern klingt mal wieder wie feige und hintenherum ausgeübter Sozialneid.

  6. 1.

    Es ist einfach nur noch zum kotzen....ob links rechts oder aus religiösen Motiven...friedlich miteinander scheint besonders in Großstädten immer mehr ein Fremdwort zu sein...stattdessen lieber Hass und Gewalt

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