junge Frau mit Kopftuch in Berlin-Neukölln, Quelle: imago stock&people/Andreas Prost
Audio: radioeins | 09.02.2019 | Alexandra Nestmann | Bild: imago stock&people

Angriffe in Marzahn und Neukölln - Drei Mädchen in Berlin islamfeindlich attackiert

Bei zwei Angriffen sind in Berlin am Freitag drei Mädchen verletzt und islamfeindlich beleidigt  worden - eine 15- und eine 16-Jährige landeten nach Faustschlägen ins Gesicht im Krankenhaus.

Zwei Jugendliche und ein Mädchen sind in Berlin islamfeindlich beleidigt und attackiert worden.

Im Stadtteil Neukölln versuchte laut Polizei eine Frau, einer Zwölfjährigen das Kopftuch vom Kopf zu reißen. Die Angreiferin habe ihr am späten Freitagabend in der Hermannstraße an den Haaren gezogen und sie beleidigt, hieß es. Von einer fremdenfeindlichen Beleidigung war die Rede.

Zudem soll sie mit einer augenscheinlich mit Blut gefüllten Spritze mehrfach versucht haben, das Mädchen zu stechen, und sie mit Pfefferspray bedroht haben. Die 12-Jährige wurde bei der Attacke leicht verletzt. Die Staatsangehörigkeit des Mädchens war zunächst ungeklärt.

Mann schlägt Jugendlichen mit Faust ins Gesicht

Im Ortsteil Marzahn schlug ein bislang unbekannter Mann zwei Jugendlichen am späten Freitagnachmittag mehrfach mit der Faust ins Gesicht, wie die Polizei am Samstag mitteilte. Zuvor soll er sich den beiden genähert und sie beschimpft haben, als diese sich miteinander unterhielten.

Die 15- und die 16-Jährige erlitten bei dem Übergriff den Angaben zufolge Verletzungen im Gesicht und wurden ambulant im Krankenhaus behandelt. Sie sollen syrische Staatsbürgerinnen sein.

In beiden Fällen ermittelt der Staatsschutz.

Sendung: radioeins, 09.02.2019, 12:00 Uhr

In einer früheren Version des Textes hieß es in der Überschrift "fremdenfeindlich attackiert". Da es sich offenbar um einen islamfeindlichen Angriff handelt, haben wir die Überschrift geändert. Durch die Polizei ist von einem "fremdenfeindlichen Angriff" die Rede.

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36 Kommentare

  1. 36.

    Noch schlimmer ist für mich, dass das weiterhin heruntergespielt oder tatsächlich nicht wahr genommen wird. Der erste Schritt diese Entwicklung zu stoppen wäre Einsicht. Die gibt es hier z.b. nur bei Wenigen. Was viele unterschätzen und ausblenden ist, dass solche Taten nicht nur den direkten Opfern schaden, sondern gesellschaftlich vieles zerstören. Wo bleiben öffentliche Stellungnahmen seitens der Politik? Warum wendet sich der Senat nach so einem Wochenende nicht an die Berliner? Es war noch nie so einfach wie bisher. Wenigstens über die "sozialen" Medien. Das sorgt mich sehr. Ich hoffe die Opfer dieses Wochenendes verkraften diese schlimmen Übergriffe schnellstmöglich.

  2. 35.

    Schlimm, dass man in Deutschland wieder wegen seiner Religionszugehörigkeit angegriffen wird!

  3. 33.

    "Im Ortsteil Marzahn schlug ein bislang unbekannter Mann zwei Jugendlichen am späten Freitagnachmittag mehrfach mit der Faust ins Gesicht, wie die Polizei am Samstag mitteilte. Zuvor soll er sich den beiden genähert und sie beschimpft haben, als diese sich miteinander unterhielten.

    Die 15- und die 16-Jährige erlitten bei dem Übergriff den Angaben zufolge Verletzungen im Gesicht und wurden ambulant im Krankenhaus behandelt. Sie sollen syrische Staatsbürgerinnen sein." Wo schließen Sie da auf Islamfeindlichkeit? Oder setzen Sie voraus, dass Syrer automatisch Muslime sind?

  4. 32.

    den Begriff "Fremdenfeindlichkeit" haben Sie ja hier gut dargestellt, man könnte es noch extremer ausdehnen in dem man jeden, nicht persönl bekannten Menschen , als Fremden bezeichnet . Das ist natürlich nicht gemeint.
    Im zur Debatte stehenden Fall denke ich, dass die Attacke antimuslimisch und weniger rassistisch war. Das sind natürlich begriffliche Spitzfindigkeiten, die betroffenen jungen Mädchen wird es wenig interessieren .

  5. 31.

    Hallo Manfred, ich schrieb genau deshalb, weil ich Ihnen das nicht unterstellt habe. Man könnte es aber negativ auslegen, so wie diverse Antworten an Sie beweisen. Daher war mein Post mehr ein Hinweis, keinesfalls als Unterstellung gemeint. Sie stellen es ja auch selbst klar. Leider gehen hier viele immer nur von der schlimmst gemeinten Interpretation von Geschriebenem aus, was Diskussionen regelmäßig hochkochen lässt.

  6. 30.

    Ich finde es gut, dass sich der rbb v. der Formulierung der Polizei distanziert. Allerdings ist das keine Überwindung des Begriffs "Fremdenfeindlichkeit". Es ist ein v.a. im Journalismus verbeiteter Terminus, der in politologischen u. sozioloigischen Bereichen schon längere Zeit abgelehnt wird. Wer soll denn "fremd" sein u. wie solle sich das einordnen lassen? Außerdem hieße es im Umkehrschluss, dass es, ob aus Täter*innensicht o. gesamtgesellschaflticher Perspektive, eine Form v. "nicht-fremden" Aussehens o. Auftretens gäbe. Auch das gibt es nicht. Es ist ein Begriff, der sehr nahe an der "Leitkultur"-Debatte anknüpft u. entsprechende, grds. ausgrenzende Narrative verbreitet. Ergo. es ist ein problematischer Begriff.

    Für die hier benannten Straftaten ist aber klar: Die Motivation ist jeweils eine rassistische - im Fall des angegriffenen Mädchens ist es mutmaßlich eine v.a. antimuslimisch-rassistische, für den anderen Fall eine allg. rassistische Tatmotivation.

  7. 29.

    Ich hoffe, dass es zu entsprechenden Verurteilungen kommt, die im Urteil die Tatmotivation klar benennen und das Leid anerkennen. Rassismus ist illegitim - immer. Auch Rechtsextreme o. -populist*innen ändern daran nichts.

    Auffällig bei rechten Agitator*innen in diesem Forum sind v.a. zwei dauerhafte Phänomene: Die Straftaten als solche werden gar nicht berücksichtigt oder verharmlost. Und zum Anderen findet das statt, was man sekundäre Viktimisierung nennt. Den Betroffenen wird neben dem erlittenen Leid eine Mitschuld an diesem unterstellt, Täter-Opfer-Umkehr inkl.

    In der Öffentlichkeit begangene rassistisch motivierte Straftaten dienen als kollektive Viktimisierung - alle Zugehörigen der konstruierten o. tatsächlichen Gruppe sollen sich gleichermaßen bedroht u. adressiert fühlen. Das macht solche Taten auch zu Botschaftstaten, da die Betroffenen gar nicht zwingend persönlich, sondern v.a. als Stellvertretende der zugeschriebenen Gruppe angegriffen werden.

  8. 27.

    Kinder zu attackieren ist ja eine wahre Heldentat. Und manch einer zeigt auch noch Verständnis und sucht "Erklärungen" dafür. Erklärungen für solche Ausraster von fehlgeleiteten, aggressiven Wütbürgern. Ich schäme mich fremd.

  9. 26.

    „In einer früheren Version des Textes hieß es in der Überschrift "fremdenfeindlich attackiert". Da es sich offenbar um einen islamfeindlichen Angriff handelt, haben wir die Überschrift geändert. Durch die Polizei ist von einem "fremdenfeindlichen Angriff" die Rede.“. Da ist wohl noch etwas unklar, oder? Bei dem Mädchen aus Neukölln ist der Bezug zum Islam wohl durch das Kopftuch gegeben. Bei denen aus Marzahn steht nur etwas zur Staatsangehörigkeit. Genau das ist das Problem. Menschen werden nach Ihrem Äußeren beurteilt und angegriffen. Ohne sie zu kennen wird mal eben geschlussfolgert. Frendenfeindlich triftt es daher besser. Am Äußeren kann man weder Staatsangehörigkeit noch Religion erkennen, es gibt arabische Christen und deutsche Moslems. Am abartigsten bei den Übergriffen finde ich, dass hier Erwachsene auf Minderjährige losgegehen... Rechtsextreme suchen sich gerne Schwächere für Ihre widerlichen Angriffe.

  10. 25.

    Erschreckend, wie viel rassistische Gewalt es in Berlin gibt. Ich hoffe die Mädchen erholen sich schnell von den Attacken und die Täter werden gefasst und hart bestraft!!

  11. 24.

    Könnte es sein, dass Sie aggressives Verhalten vonseiten Erwachsener gegenüber Kindern und Jugendlichen verharmlosen, indem Sie andeuten, dass diese angegriffenen Kinder und Jugendlichen sich nicht richtig integriert haben und daher selber schuld sind, weil sie sich ach so sehr weigern, diese unfassbar wertvolle deutsche Kultur anzunehmen, in der es offensichtlich zum guten Ton gehört, Minderjährige zu verprügeln, weil sie einen Fetzen Stoff auf dem Kopf tragen? Das wäre ja eine sehr traurige Ausdeutung der beiden Vorfälle. Vielleicht erläutern Sie mir einmal, welche verlässlichen Informationen Sie haben, die zu der Annahme berechtigen, diese drei Mädchen würden sich selber ausgrenzen (und wenn, was wäre dabei? Jeder darf Kontakt zu Leuten ablehnen, die er nicht mag oder nicht kennt, besonders Kinder und Jugendliche, weil die nun mal besonders verletzlich sind!)und hätten es damit verdient, von ihnen fremden Personen mit Faustschlägen bedacht zu werden.

  12. 23.

    Aber selbst wenn das auf manche Menschen zutreffen würde, ist das doch kein Argument, dass sich Andere so übergriffig und respektlos ihnen gegenüber verhalten dürfen! Das wäre ja für alle der Freibrief sich dissozial und aggressiv zu benehmen, einen Grund dafür finde ich schon, oder wie? Nein. Einer kopftuchtragenden Frau dasselbe herunter zu reißen ist widerlich und geht gar nicht. Da gibt es kein "Argument" für. Ich persönlich habe ein Problem mit unhöflichen, älteren Männern. Davon gibt es ziemlich viele in Berlin. Denen haue ich auch nicht den Hut vom Kopp oder stelle ihnen ein Bein, bloß weil ich im Edeka wieder einmal von einem dieser Spezies den Einkaufswagen in die Hacken geknallt bekam.

  13. 22.

    Zu zeigen, welcher Religion man angehört, ist keine Missionierung. In der Öffentlichkeit ein Kopftuch zu tragen, ist auch keine Missionierung. Sich miteinander zu unterhalten und dabei Kopftuch zu tragen, ist ebenfalls keine Missionierung. Was die Mädchen gemacht haben, ist weder verboten noch illegal noch unmoralisch oder sonst etwas. Die Mädchen haben absolut nichts falsch gemacht. Aber als erwachsener Mensch Kinder und Jugendliche aus dem Nichts heraus anzugreifen, anzuschreien, zu beschimpfen, zu schlagen, mit blutgefüllten Spritzen versuchen zu stechen, DAS ist kriminell. DAS könnten Sie mal verurteilen. Nicht die Mädchen, die einfach nur mit Kopftuch über die Straße gelaufen sind. Peinlich ist hier nur eins: dass Sie versuchen, die Schuld an den Übergriffen den Mädchen zuzuschieben.

  14. 21.

    Was für ein Versuch einer Erklärung. Reisen tut der Deutsche aus Jux und Dollerei, zum Zeitvertreib und Amusement. Das sagt nichts über deren Toleranz oder Respekt aus. Rechtsradikale essen ja auch Pizza und Döner...

  15. 20.

    besten Dank , aber wo liegt hier der Verdacht auf eine politisch motivierte Tat vor ? mir erscheint es eher als eine
    fremdenfeindliche Motivation

  16. 18.

    " Fremd vielleicht, weil ausgegrenzt und immer noch abgelehnt? "
    eine berechtigte Frage : könnte es daran liegen, dass diese Menschen sich selber ausgrenzen, den Kontakt u. Dialog nicht suchen oder gar ablehnen ? ich habe u. hatte Begegnungen u. Kontakte zu sehr vielen Menschen um die es hier geht, mit vielen gab es keine Probleme aber mit sehr vielen doch, angefangen mit der Sprache, obwohl bereits Jahrzehnte in Deutschland ansässig . meist mit Ehemann, Kind oder Enkel als Dolmetscher erschienen..

  17. 17.

    " Das heißt tolerant sein." volle Zustimmung . Wie geht es aber weiter wenn Toleranz auf Intoleranz trifft ? wann wird Toleranz als Schwäche ausgelegt oder empfunden ? Töleranz bedeutet Duldsamkeit , ab wann ist die Grenze der Duldung überschritten ? persönlich u. allgemein

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