Im Berliner Gefängnis Heidering ist ein Inhaftierter von Mitgefangenen zusammengeschlagen und schwer verletzt worden. (Quelle: dpa/Brakemeier)
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Ermittlung wegen schwerer Körperverletzung - Inhaftierter im Gefängnis Heidering zusammengeschlagen

Im Berliner Gefängnis Heidering ist ein Inhaftierter von Mitgefangenen zusammengeschlagen und schwer verletzt worden. Der 39-Jährige wurde am Freitag operiert, teilte Justizsprecher Sebastian Brux mit. Er sei nicht in Lebensgefahr. Gegen fünf Insassen werde wegen schwerer Körperverletzung und Gefangenenmeuterei ermittelt. Der Hauptverdächtige sei in die Sicherungsstation in Berlin-Tegel verlegt worden.

Justizbedienstete hätten durch ihr schnelles Eingreifen Schlimmeres verhindert, ließ Justizsenator Dirk Behrendt (Grüne) mitteilen.

Laut dem Justizsprecher hatte ein Strafgefangener am Donnerstag auf einem Gefängnishof den 39-Jährigen mit Schlägen gegen den Kopf attackiert und auch nicht von ihm abgelassen, als dieser am Boden lag. Er soll das Opfer weiter geschlagen und auch getreten haben. Vier weitere Gefangene hätten sich beteiligt. Die Angreifer riefen laut Sprecher "Allahu Akbar" ("Gott ist groß") und forderten andere Gefangene auf, mitzumachen.

Möglicherweise ging es um Drogen

Die Gefangenen aus Russland, Kasachstan und Lettland, die Haftstrafen wegen Diebstahls mit Waffen oder Raubes absitzen, seien bislang nicht als Islamisten aufgefallen. "Die Rufe werden als Provokation gewertet", so der Sprecher. Möglicherweise ging es um Drogen.

Ein Beamter setzte sich laut Angaben schützend auf das Opfer russischer Herkunft. Als der Hauptverdächtige gefesselt werden sollte, hätten die anderen Angreifer versucht, ihn wegzuziehen. 16 Beamte hätten die Attacke aufgelöst. Einer von ihnen erlitt leichte Verletzungen, konnte aber seinen Dienst fortsetzen.

Die Berliner CDU teilte am Samstag mit, dass "nach diesem Gewaltakt und der neuerlichen Flucht eines Gefangenen das Vertrauen in Justizsenator Behrendt schwindet. Der kümmert sich offenbar mehr um das Wohl von Zuchtschweinen als um die Sicherheit in unseren Haftanstalten", so Sven Rissmann, rechtspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion. Er forderte "unverzügliche und umfassend über Ursache und Hergang zu informieren".

 

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