Eine Reihe von Krankenwagen steht vor eine ambulanten Kloinik in Koepenick (Bild: Morris Pudwell)
Video: Abendschau | 19.02.2019 | Bild: Morris Pudwell

Notversorgung nach Stromausfall - Berliner Helfer in Köpenick sind im Großeinsatz

Der Stromausfall in Köpenick stellt Feuerwehr und Havariekräfte vor besondere Aufgaben. Weil die meisten Telefone nicht funktionieren, fahren Polizei und Feuerwehr Streife, die Wachen sind mit Freiwilligen besetzt. Besondere Aufmerksamkeit gilt den Kranken.

Die Berliner Feuerwehr hat in Köpenick all ihre Einsatzkräfte alarmiert und die Kollegen der Freiwilligen Wehren im Bezirk in die Wachen gerufen.  

Einer der Schwerpunkte sei dabei die Kommunikation, so Feuerwehrsprecher Dominik Pretz gegenüber rbb|24. "Es sind große Teile des Festnetzes und des Mobilfunknetzes betroffen." Hintergrund der Probleme ist, dass zwar die Anrufe in dem noch teilweise intakten Telefonnetz ankommen, dass aber die Geräte oft keine Stromversorgung haben und darum nicht funktionieren.

"Wir haben darum nun alle Feuerwachen - auch die der Freiwilligen Wehren - mit den Freiwilligen besetzt, so dass hier schnell reagiert werden kann", sagte Pretz. Zudem würden auch Streifen rausgeschickt, um hier Präsenz zu zeigen und die Erreichbarkeit zu verbessern. Fünf Wachen der Freiwilligen Wehren, darunter Grünau, Schmöckwitz und Rauchfangswerder, seien während des Ausfalls rund um die Uhr besetzt. Neun weitere Feuerwehren aus dem Stadtgebiet seien in Köpenick unterwegs und im Einsatz. "Sie dienen als Ansprechpartner und Unterstützer der anderen Einsatzkräfte", so Pretz. Kräfte des DRK, des Malteser Hilfsdienstes, des Arbeiter-Samariter-Bundes und des Technischen Hilfswerkes seien die gesamte Nacht und auch am Mittwoch im Einsatz.  

Besonderes Auge auf Kranke und Senioren

Ein weiterer Schwerpunkt der Notfallkoordination liege derzeit bei den Krankenhäusern und Altenheimen, so Pretz. Dort verfügten zwar die meisten Einrichtungen über eine eigene Notstromversorgung, doch müssten sich auch hier die Einrichtungen auf die Lage einstellen. "Im DRK-Krankenhaus Köpenick wurden unmittelbar nach dem Stromausfall alle verschiebbaren OPs beendet und die geplanten abgesagt. Die Patientenversorgung aber läuft weiter." Weil am Abend nach Informationen der Berliner Feuerwehr das Notstromaggregat des Krankenhauses mehrmals ausfiel, ist dort das THW im Einsatz, um mit zusätzlichen Aggregaten eine Versorgung des Krankenhauses zu garantieren - oder unter Umständen zu helfen, wenn Patienten verlegt werden müssen.  

Die Pflegekräfte in Köpenick fahren jetzt auch weiter die Personen an, um auch für eine Notversorgung in der Nacht zu sorgen, wie Pretz betonte. "Aber wichtig ist hier auch noch einmal klarzumachen: Wer von Menschen in seiner Umgebung weiß, die wenig mobil oder auf Elektrizität für ihre Versorgung und Fortbewegung angewiesen sind, sollte hier als Bürger nachfragen und helfen. Ich denke, dies ist eine Situation, in der alle zusammenrücken müssen."

Ich denke, dies ist eine Situation, in der alle zusammenrücken müssen.

Feuerwehrsprecher Dominik Pretz

Teilevakuierung einer Pflegeeinrichtung

Neben Polizei, Feuerwehr und Rettungskräften sind in Köpenick auch bereits Helfer des Technischen Hilfswerks im Einsatz. Der Stabsbereich der Berliner Feuerwehr organisiere die Koordination des Einsatzes von einer Einsatzzentrale in Charlottenburg-Nord.

Bereits teilevakuiert wurde Pretz zufolge am Abend eine Pflegeeinrichtung in der Wendenschloßstraße. Dort mussten Patienten in andere Einrichtungen und Krankenhäuser verlegt werden, weil sie abhängig von Beatmungsgeräten sind, die mit Strom arbeiten.  

Polizei: Kein erhöhtes Notrufaufkommen

Die Berliner Polizei berichtete am späten Abend, bei der Einsatzleitzentrale seien nicht mehr Notrufe eingegangen als üblich: "Vielen Dank Berlin für so viel Besonnenheit." Die Lautsprecherdurchsagen in Köpenick würden nun beendet.  

Sendung: Inforadio, 10.02.2019, 21 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

4 Kommentare

  1. 4.

    Ich danke den beiden Klugscheißern der Beiträge 1 und 2, so hat der Stromausfall noch etwas Erheiterndes. :-D

    Ich hätte auch was zu meckern, wieso sendet der rbb eine Sondersendung um 20:15, wenn die Betroffenen erst um ca. 21:30 wieder Strom haben? :-DDD

  2. 3.

    Im Radio und anderen Artikeln wird der Einsatz von Katastrophenschutz-Einheiten nicht erwähnt, obwohl die ehrenamtlichen wie die beruflichen Helferleistungen einen unschätzbaren Wert besitzen.

  3. 2.

    Den Mitarbeitern der entsprechenden Notdienste sei hiermit mal von einem Nichtbetroffenen ein Lob ausgesprochen.
    Den Betroffenen wünsche ich alles Gute und dass ihre Kühlschränke gut isoliert sind.

    Übrigens würde ich mich freuen, gäbe es hier mal einen Bericht/Ratgeber zum Thema "Senioren in Not":
    Welche Vorrichtungen erlauben es Rentnern, die in ihren eigenen vier Wänden verunfallen, ggfs, Hilfe herbeizurufen (besonders, wenn obendrein der Strom ausgefallen ist)?
    Gibt es spezielle seelsorgerische Hilfsdienste für Senioren?
    Wer geht für stark gehbehinderte Menschen einkaufen?
    Was gibt es für Mobilitätshilfen und wie können diese finanziert werden?
    Welche Verkehrsunternehmen bieten welche Ermäßigungstickets an?

    Nebenbei: Warum heißt es oben übrigens "Notversogung nach Stromausfall"?
    Wurde der denn mittlerweile behoben?

  4. 1.

    Lieber rbb,

    Da wird der LBD-V interviewt zum Stromausfall in Köpenick und als Hintergrundbild schaffen Sie nicht mal ein Berliner Fahrzeug. Das ist wirklich traurig. Und das als Sender für Berlin.

Das könnte Sie auch interessieren