Ein zerstochener Reifen an einem Pkw. Quelle: rbb
Bild: rbb

Vandalismus-Serie in Berlin - Reifenstecher demolieren 44 Autos in Moabit

Zerstochene Reifen, abgetretene Seitenspiegel, zerkratzter Lack: Erneut haben sich Unbekannte in Berlin an parkenden Autos zu schaffen gemacht. Noch fehlt der Polizei jede Spur zu den Tätern. Doch die Ermittlungen könnten sich demnächst ausweiten. 

Nach einer Serie vandalistischer Streifzüge haben Unbekannte in der Nacht zu Mittwoch in Berlin erneut Reifen, Lack und Spiegel an 44 parkenden Autos zerstört. Wie die Polizei mitteilte, schlugen die Reifenstecher diesmal im Bezirk Moabit zu, in der Beusselstraße, sowie in den Straßenzügen Turm-, Wald- und Wiclefstraße. Damit wurden in Berlin binnen zwei Wochen insgesamt bereits mehr als 250 Autos demoliert.

An allen Fahrzeugen wurden Reifen zerstochen, an manchen die Seitenspiegel abgetreten, in einigen Fällen hatten der oder die Täter zudem Scheibenwischer verbogen und Davidsterne in den Lack geritzt.

Polizei geht nicht von politischem Motiv aus

Der Vorfall in Moabit ist in Berlin bereits der fünfte seit Beginn der zerstörerischen Serie am 24. Januar. Seither haben die Täter in den Bezirken Mitte, Charlottenburg-Wilmersdorf, Pankow, Treptow-Köpenick und Neukölln Reifen zerstochen. Auffällig daran ist abgesehen von der Ähnlichkeit der Schäden nur, dass die Täter bislang nie zweimal im selben Kiez zuschlugen. Laut Polizei erfolgte die Wahl der Fahrzeuge an den Tatorten selbst völlig willkürlich - unabhängig etwa von Automarken oder dem Wert der Fahrzeuge.

"Natürlich prüfen wir einen Zusammenhang zwischen den Vorfällen", sagte eine Polizeisprecherin rbb|24 am Donnerstag. Wenngleich den Ermittlern derzeit noch jede Spur zu den Tätern fehle. Die Polizei gehe trotz der eingeritzten Davidsterne auch nicht von einem politischen Motiv aus - denn die Geschädigten seien selbst nicht jüdischen Glaubens.

Deshalb würden die Ermittlungen derzeit auch von den örtlichen Polizeistellen und nicht vom Staatsschutz des Landeskriminalamtes (LKA) geführt. Auch ein Profiler des LKA, der eventuelle Rückschlüsse auf Persönlichkeit und Motive des Täters liefern könnte, sei bislang noch nicht hinzugezogen worden. Sollte sich der Vandalismus an Fahrzeugen fortsetzen, seien allerdings weitere Schritte denkbar - unter anderem eine gemeinsame Ermittlergruppe.

Fünfter Vorfall in nur zwei Wochen

Ihren Anfang nahm die Reifenstecherserie am 24. Januar in Berlin-Buckow. Anwohner hatten der Polizei am frühen Morgen erstmals mehrere Autos mit platten Reifen gemeldet. Die Ermittler zählten schließlich rund 100 beschädigte Fahrzeuge - im Schlierbacher Weg, Sandstein-, Grauwacke- und Hornblendeweg.

In Berlin-Charlottenburg wurden in der Nacht zu Montag dann 34 Fahrzeuge mit zerstochenen Reifen gefunden. Eine Anwohnerin hatte vormittags den Schaden an ihrem Fahrzeug entdeckt und die Polizei alarmiert. Am Dienstag wurde die Polizei dann nach Berlin-Bohnsdorf gerufen, wo Reifen und Außenspiegel an 62 Fahrzeugen beschädigt wurden, an fünf haben die Täter ebenfalls Davidstern eingeritzt. In der Nacht zu Mittwoch erwischte es 18 Fahrzeuge in Berlin-Pankow. Unbekannte hatten die Scheibenwischer der Autos abgebrochen und Außenspiegel zerstört. 

Sendung: Abendschau, 07.02.2019, 19.30 Uhr

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10 Kommentare

  1. 10.

    Das Eigentum anderer ist tabu, es zu zerstören eine Straftat, da gibt es keine Diskussion. Aber diese Schlagworte vom angeblichen "Sozialneid" u.ä. empfinde ich als unangebracht. Wie wir alle inzwischen wissen, gibt es viele Zusammenhänge und Kriterien, warum die Einen erfolgreicher werden und die Anderen halt nur sehr schwer oder gar nicht. Anstatt ziemlich überheblich sich mit solchen Floskeln als den "Gewinner" über die reifenzerstechenden Loser positionieren zu wollen, sollte man etwas demütiger dankbar sein, dass es einem selbst so gut geht. Negative Gründe, warum Leute andere so schädigen, wird es sicherlich geben. Das ist schlimm genug, aber nicht unsere Aufgabe, diese zu vermuten.

  2. 9.

    Es wäre sehr rücksichtsvoll von Ihnen, wenn Sie über solche Äußerungen erst nachdenken würden, ehe Sie lostippen. DIE eigene Klientel bedeutet was genau? Dass unser Senat aus Verbrechern besteht? Und, nur zum besseren Verständnis, auch die üblen Typen von RRG müssen sich an bestehende Gesetze halten. Die gelten bundesweit ;-)

  3. 8.

    Warum braucht man sich mit Leuten, die sich als "West-Berliner" bezeichnen, nicht zu unterhalten? Wieso werden diese von Ihnen ausgegrenzt? Ich bin auch überzeugter West-Berliner, weil ich diese Zeit meines Lebens sehr schön fand. Und ich gestehe auch jedem Ex-DDRler zu, von früher zu schwärmen. Warum auch nicht? Woher kommen Ihre Aggressionen? RRG wird sich, soweit die Gesetze es erlauben, um die Angelegenheit kümmern. So wie jede andere Landesregierung es auch tun würde. Mir tun die Geschädigten sehr leid. Strafen wird es geben, wenn die Täter ermittelt sind, aber die Schäden werden wohl kaum je ersetzt werden. Da gebe ich @Sophie vollkommen recht.

  4. 7.

    Nur geistig minderbemittelte kommen auf solche Gedanken oder Neider.

  5. 6.

    Selbst wenn die Polizei die Täter findet - was wird wohl passieren? Nichts. Sie werden vielleicht bestraft, doch wie soll so eine Strafe aussehen? Wer bezahlt den Geschädigten die neuen Reifen oder das Lackieren ihrer Fahrzeuge? Die Täter gewiss nicht. Denn ist zu beweifeln, dass diese finanziell dazu in der Lage sein werden. Menschen mit Bildung und daher einem halbwegs auskömmlichen Einkommen toben wohl nachts nicht durch die Straßen und zerstören anderer Leute Eigentum.

  6. 5.

    "Was soll man nur erwarten. RRG ist doch nicht bereut hart durch zugreifen, weil es das eigene Klientel ist."
    Wie kommt man zu so einer Vermutung?

    Und auf der rückseite des Mondes leben Aliens!
    Oder wie?

  7. 4.

    Eigentlich braucht man sich ja nicht mit Leuten zu unterhalten, die sich selbst als „Westberliner“ bezeichnen, aber ich versuche es trotzdem:
    Auch Wähler von SPD und Linken, ja sogar Wähler der Grünen fahren Auto. Ich kenne eine ganze Menge. Gehören die alle nicht dazu? Und wie stellen Sie sich „hartes Durchgreifen“ vor – glauben Sie vielleicht, dass es eine Anweisung an die Polizei gibt, bei Vandalismus wegzugucken? Na, dann wählen Sie eben „Westberliner Parteien“, die werden das bestimmt ändern!

  8. 2.

    Was soll man nur erwarten. RRG ist doch nicht bereut hart durch zugreifen, weil es das eigene Klientel ist.

  9. 1.

    Ein erbärmliches Verhalten, fremdes Eigentum zu zerstören. Man kann nur hoffen, man bekommt den oder die Täter.

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