Ein rechts abbiegender Pkw behindert einen Radfahrer. (Quelle: imago/snapshot)
Audio: rbb 88,8 | 01.04.2019 | Peter Klinke | Bild: imago/snapshot

Vom 1. bis 12. April - Berliner Polizei kontrolliert verstärkt das Rechtsabbiegen

Zum Vermeiden von Abbiegeunfällen hat die Berliner Polizei am Montag eine zweiwöchige Aktion gestartet. Ziel der ersten Woche sei es, Verkehrsteilnehmer vor allem über sicheres Abbiegen aufzuklären, sagte ein Sprecher.

Beamte positionieren sich dazu stadtweit gut sichtbar an Kreuzungen und mahnen bei Autofahrern etwa langsames Tempo und Schulterblick an, damit Radler nicht übersehen werden. Fahrradfahrern werde geraten, je nach Situation nicht immer auf die eigene Vorfahrt zu pochen, so der Sprecher weiter.

Lkw-Fahrer dekorieren Kabine Wimpeln und Gardinen

Für die zweite Woche ab dem 8. April plant die Polizei dann gezielte Kontrollen zur Überwachung und Ahndung von Fehlern. Dann werden auch Bußgeldstrafen verhängt. Schwerpunkt sind Kreuzungen, an denen es besonders viele Unfälle gibt.

Bei Lastwagen und Autos sei für ein sicheres Abbiegen ein rundum freies Sichtfeld nötig, mahnte die Polizei. Besonders bei Lkw werde man daher bei den Kontrollen Dekorationen wie Wimpel, Bilder und Gardinen, die in der Fahrerkabine vor Spiegeln oder Fenstern hängen, besonders im Auge haben.

Im Frühjahr 2018 hatte die Polizei eine ähnliche Kontrollaktion gestartet. 2.500 Fahrer waren damals angehalten und eindringlich ermahnt worden. Fast 2.000 von ihnen bekamen Anzeigen.

Fehler beim Abbiegen gehört zu häufigsten Unfallursachen

Viel zu häufig führe unaufmerksame und leichtsinnige Fahrweise durch rechtsabbiegende Pkw und Lkw zu folgenschweren Verletzungen bei Radfahrern, so die Polizei. Im letzten Jahr wurden den Angaben zufolge in Berlin allein durch Abbiegeunfälle 1.553 Radfahrer verletzt und vier getötet, elf Fahrradfahrer kamen insgesamt ums Leben.

Bei Verkehrsunfällen wurden 2018 in Berlin 18.172 Menschen verletzt, 45 Personen starben. Die häufigsten Unfallursachen waren Fehler beim Abbiegen, Nichtbeachten der Vorfahrt und zu schnelles Fahren.

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25 Kommentare

  1. 25.

    Im Text wird der Schulterblick des Autofahrers bei Einmündungen erwähnt, aber auch für den Radfahrer ist der Schulterblick wichtig: Bei jeder Einmündung mal kurz den Kopf nach links wenden. Das kann man sich leicht angewöhnen; ich praktiziere das seit Jahren. Es ist ein wichtiger Beitrag zur Verkehrssicherheit, wird aber selten in den Maßnahmen erwähnt.

  2. 24.

    Ja, das soll es auch geben. Ist aber tatsächlich eher die Ausnahme. Meine Frau ist heute von einem rechtsabbiegenden BSR Fahrer (trotz guter Sicht und Vorfahrt) fast umgefahren worden und musste sich dann noch wüst beschimpfen lasssen. Das kommt sehr sehr viel öfter vor. Und sie ist wirklich NICHt schnell. Isch schwöre!

  3. 22.

    An alle Un- und Desinformierten, die hier stammtischmäßiges Victimblaming betreiben hier mal ein paar Fakten zum Mythos “Radfahrer fahren über “Rot” und gefährden sich damit selbst” vom ADFC zusammengestellt:

    Fakten aus der Unfallstatistik:
    Radfahrer verursachten 229 Unfälle im Jahr 2015, weil sie die rote Ampel missachteten. Das entspricht einem Anteil von 3,0% an den Radunfällen.
    Zum Vergleich: Im gleichen Zeitraum wurden 1.565 Radunfälle durch „Fehler beim Abbiegen“ von Kraftfahrern verursacht (etwa 20% oder jeder 5. Radunfall).
    Zum Vergleich: An 19 stationär überwachten und stadtweit bekannten Ampelanlagen in Berlin werden pro Jahr etwa 38.000 Fahrten über „Rot“ von Kfz registriert. Das sind im Durchschnitt mehr als 5 Verstöße pro Tag an jeder der 19 überwachten Ampelanlagen. In Berlin gibt es insgesamt etwa 2.000 Ampelanlagen.

  4. 21.

    Wie schnell ist der Fahrradfahrer denn gerast bzw. Wie schnell darf man da fahren? Wer hätte denn Vorfahrt?

  5. 20.

    Mal zu der Mär vom "rasenden" Radfahrer: Es gibt gemeinsame und für alle Verkehrsteilnehmer geltende Höchstgeschwindigkeiten. Auf den meisten Straßen in Berlin sind das 50km/h, vielfach 30km/h. Und jetzt mal alle mitdenken: Wie regelmäßig werden die wohl von Radfahrern überschritten? Dafür behaupte ich mal in steiler These, dass der motorisierte Verkehr das quasi täglich tut. Mancher Autofahrer meint ja schon, dass 50 eine gesetzlich zugesagte MINDESTgeschwindigkeit wäre... (Und nein, ich meine nicht das Fahren auf den wenigen, zwingend zu nutzenden, hochgefährlichen Hochbord-Radwegen, sondern den normalen Regelfall, dass auf dem Fahrdamm gefahren wird.)

  6. 19.

    Dann mangelt es bei Ihnen offenbar an Lesekompetenz. Versuchen Sie es doch einfach nochmal. Mehrere Kommentare sagen, dass Radfahrer kein Hirn haben: das heißt landläufig, dass man blöd ist. Mehrere Kommentare sagen Unfälle mit LKWs passieren, weil Radfahrer nicht aufpassen sondern ihre Vorfahrt auch in Anspruch nehmen: Das Opfer ist also schuld, auf Neudeutsch “Victimblaming”.

  7. 18.

    Und wenn sich dann auch noch die Autofahrer an die Verkehrsregeln halten würden (Tempolimit u. Sicherheitsabstand um nur zwei Beispiele zu nennen) gäbe es noch viel weniger Unfälle.

  8. 17.

    In keinem einzigen Kommentar kann ich victimblaming entdecken. Haben Sie das Wort einfach nur falsch interpretiert? Ich kann auch nirgends finden, dass Radfahrer blöd wären.

    Um jeden Verunfallten ist es schade. Völlig egal, ob alt oder noch ein Kind. Nur provozieren manche (nicht alle) Radfahrer offenbar ohne nachzudenken Unfälle.

    @Awe, mit etwas weniger Allgemeinplätzen in Kommentaren und dafür Umsicht auf der Straße kommen wir sicher besser durchs Leben.

  9. 16.

    Ich habe nicht legitimierrn wollen, dass Radfahrende bei Rot fahren, sondern die Situation erläutern wollen. Mehr Kontrollen werden gebraucht, aber zugleich Ausbau der Radinfrastruktur, da sonst Frust aufkommt. Weniger Autos in der Stadt führt zu weniger Flächenverbrauch, wodurch mehr Platz und dadurch weniger Stress entsteht.

  10. 15.

    Ich habe nicht legitimierrn wollen, dass Radfahrende bei Rot fahren, sondern die Situation erläutern wollen. Mehr Kontrollen werden gebraucht, aber zugleich Ausbau der Radinfrastruktur, da sonst Frust aufkommt. Weniger Autos in der Stadt führt zu weniger Flächenverbrauch, wodurch mehr Platz und dadurch weniger Stress entsteht.

  11. 14.

    Die Kommentare sind teilweise wirklich nur noch menschenverachtend und voll von victim-blaming. Verrohte Gesellschaft? Kein Mitgefuehl? Auch viele Kinder sterben unter LKW... Und natürlich Alte, aber hey, die sind halt alle zu bloed...

  12. 12.

    Radfahren ist ein erlernbarer mechanischer Vorgang. Dazu braucht es kein Hirn.
    Im übrigen gilt: Ich hatte Vorfahrt! Auch wenn ich jetzt unter dem Lkw liege. Ich hatte Vorfahrt!

  13. 11.

    Max,....DANKE für den Bericht UND: meine vollste Zustimmung,....als Radfahrer(!!!). Ich fahre täglich per Rad durch Treptow / Kreuzberg / Mitte und beobachte die selbstverliebten Damen und Herren Radfahrer die glauben, daß sich die Sonne nur um sie dreht. Rote Ampeln werden da eher als Empfehlung wahrgenommen....

  14. 10.

    Kann den Radlern mal jemand beibringen, dass man einen LKW ganz gut erkennen kann, wenn man mal links neben sich schaut.
    Dann sollte man sich überlegen, ob man auf seinem Verkehrsrecht besteht, oder ob man lieber überleben will.
    Dazu braucht's aber HIRN.
    Das scheinen aber einige Radler nicht zu besitzen. Die sind jetzt auf dem Friedhof oder im Krankenhaus.

  15. 9.

    Wenn sich alle Radfahrer an die verkehrsregeln halten würden, gäbe es bedeutet weniger Unfälle und die Aggressivität im strassenverkehr würde abnehmen, aber 80% der Radfahrer provozieren regelrecht Unfälle, deshalb Radfahrer und Kraftfahrer zur Kasse bitten

  16. 8.

    Ach so, weil ein Radfahrer sich "diskriminiert" fühlt, darf er die Verkehrsregeln missachten und bei Rot fahren? Was für eine besch.... Logik.
    Das sollte ich als Autofahrer vielleicht auch mal so einführen.
    Ach nee, geht nicht. Schon vor vielen vielen Jahren haben Gerichte entschieden, dass die Einhaltung von Verkehrsregeln, -schildern und Rotlicht nicht der Einschätzung des Verkehrsteilnehmers unterliegt.

  17. 7.

    Meine Beobachtung letzte Woche auf dem Sachsendamm stadtauswärts: Ein LKW (riesiger Kipper) fährt sehr langsam, blinkt rechts und beginnt langsam den Abbiegevorgang. Weit und breit kein Radfahrer in Sicht. Dann kommt ein Radfahrer angerast (ja, tatsächlich angerast, fährt in den toten Winkel des abbiegenden LKW, um dann im Winkel des LKW stehenzubleiben und den LKW-Fahrer wild gestikulierend anzupöbeln.
    Ich hatte den Unfall schon kommen sehen und es war nur der Umsicht des LKW zu verdanken, dass er diesen rasenden Idioten in letzter Sekunde wahrgenommen hat.

    Diese Radfahrer hat eine Unfallsituation provoziert, die so simpel vermeidbar gewesen wäre. Er trug zwar einen Helm, aber Hirn zum Schützen war ersichtlich nicht vorhanden. Nicht immer sind die Abbieger schuld. Bei einem Unfall wäre ich jedenfalls ein prima Zeuge (im Auto) gewesen.

  18. 6.

    In der Kommentaren finden sind natürlich wieder die üblichen Verdächtigen, die nach Strafen für Radfahrer rufen. Wieviele Menschen sind denn im letzten Jahr durch Radfahrer umgebracht worden? Laut statistischem Bundesamt waren von 2013 bis 2016 bei Unfällen zwischen PKW und Radfahrer zu 75% der PKW schuld. Bei Unfällen zwischen LKW und Radfahrer waren zu 80% die LKW schuld. In beiden Fällen waren zu 100% die Radfahrer die Verletzten und Toten. Es hilft übrigens auch kein Helm, wenn man vom LKW überrollt wird. Auch nicht wenn man eine attraktive junge Frau in Unterwäsche ist, wie das Herr Scheuer sich vielleicht vorstellt.

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